Baut Apple wirklich ein eigenes Auto?

Köln/Cupertino - Der Tech-Konzern Apple ist berühmt für teure Smartphones und ständigen Fortschritt. Doch das Gerücht vom eigenen Apple Auto, dem "Apple Car", wurde noch immer nicht vom Unternehmen als Fakt bestätigt. Etliche Details deuten aber auf die Entwicklung des Apple-Autos hin.

Die Skizze eines Autos. (Symbolbild)
Die Skizze eines Autos. (Symbolbild)  © snehit/123rf

Die letzte große Nachricht um den Mythos "iCar" war eine wichtige Personalie.

Auto-Experte und Ingenieur Ulrich Kranz arbeitet fortan für Apple, wie bloomberg.com meldete.

Der ehemalige Chef der BMW-Elektrosparte soll Apple bei der Entwicklung eines eigenen Elektroautos helfen.

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Diese Meldung machte Ende Juni 2021 die Runde und wurde mehrfach bestätigt.

Kranz letzte Station war Canoo. Hier war er Chef und Mitgründer, wollte ein eigenes E-Auto-Unternehmen auf die Beine stellen.

Der Mann mit 30 Jahren BMW-Erfahrung arbeitete bereits in den 1990ern am BMW X5 und am späteren X3 mit.

Kurioser Zufall: Bei BMW baute der erfahrene Auto-Spezialist den Think-Tank "Project i" auf, wie das Handelsblatt einst berichtete.

Nach all den Jahren hat sich Apple, berühmt für das kleine "i" vor seinen Produkten wie "iPod" oder "iMac" eben diesen Experten mit dem "i" geangelt.

Viele Autoexperten wieder bei Tech-Konzern

Die Apple-Zentrale am deutschen Standort in München.
Die Apple-Zentrale am deutschen Standort in München.  © Apple/PR

Der Ex-BMW-Mann wird an Doug Field berichten, Vize-Chef für "Special Projects" bei Apple.

Er war sechs Jahre Entwicklungsingenieur bei Ford, also ebenfalls ein echter Experte für Auto-Technik.

Nach einer ersten Station bei Apple wechselte er für fünf Jahre zu Tesla, kehrte dann aber wieder zurück zu Apple. Er sollte Elon Musks Fahrzeuge in- und auswendig kennen.

Und Apple verfügt längst über jede Menge Wissen und Technik, die für ein eigenes Auto wichtig sind. Das Projekt "Titan" sammelte über Jahre das Know-How für ein eigenes Fahrzeugprojekt.

Selbst VW-Konzernchef Herbert Diess musste Anfang des Jahres eingestehen, wie wichtig die Prozessoren und Halbleiter in der Tech-Wirtschaft sind.

Er sagte: "Apple, Tesla und andere haben mehr Definitionskompetenz bei Halbleitern. Um bei den hohen Anforderungen im Auto die optimale Leistung zu erzielen, müssen Software und Hardware aus einem Guss kommen."

Apple hat das Geld hierfür. Der Konzern meldete am Dienstag einen Rekordumsatz in einem Juniquartal von 81,4 Milliarden US-Dollar, eine Steigerung von 36 Prozent im Jahresvergleich, kann zusätzlich auf Milliarden Kapital zurückgreifen.

In München erweitert Apple beispielsweise seinen Sitz, plant Europas größten Entwicklungsstandort für mobile drahtlose Halbleiter und Software. In nur drei Jahren will der Konzern eine Milliarde Euro investieren.

Tim Cook, Chef von Apple, freute sich über das neueste Konzernergebnis.
Tim Cook, Chef von Apple, freute sich über das neueste Konzernergebnis.  © Jeff Chiu/AP/dpa

Tim Cook sagt nichts zum Apple-Auto

Das berühmte Apple-Logo.
Das berühmte Apple-Logo.  © Peter Kneffel/dpa

Tim Cook, Chef von Apple, sagte bei der Vorstellung der neuesten Rekordzahlen nichts zu einem möglichen Apple-Auto.

Sein Ausblick blieb wage: "Wir arbeiten weiter daran, die Werte, die uns ausmachen, in den Mittelpunkt all unseres Schaffens zu stellen —, indem wir eine neue Generation von Entwickler dazu inspirieren, Programmieren zu lernen, indem wir unserem Umweltziel für 2030 näher kommen und indem wir uns der dringenden Aufgabe widmen, für eine gerechtere Zukunft zu sorgen."

Das Umweltziel 2030 könnte aber ein Wegweiser für ein eigenes Apple Car sein.

Vor einem Jahr hatte Cook den großen Plan vorgestellt, komplett klimaneutral zu werden.

Solaranlagen, Windparks, Recycling und keine Umweltbelastung als großes Versprechen.

Die Verpflichtung bedeutet, dass bis 2030 jedes verkaufte Apple-Gerät keine negativen Auswirkungen auf das Klima haben soll. Ein Elektro-Auto würde hierzu exakt passen.

Titelfoto: Montage: snehit/123rf / Apple/PR / Jeff Chiu/AP/dpa

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