Fake-Apple-Event: Kriminelle kapern Stream mit dreister Abzock-Masche

USA - Falscher Livestream! Internet-Betrüger haben das mit Spannung erwartete Apple-Event am Dienstag (14.9.) genutzt, um wertvolle Kryptowährung zu ergaunern und damit Tausende Menschen hinters Licht geführt.

Das US-amerikanische Milliardenunternehmen zieht die Massen an. Das haben Betrüger jetzt versucht auszunutzen.
Das US-amerikanische Milliardenunternehmen zieht die Massen an. Das haben Betrüger jetzt versucht auszunutzen.  © Mark Lennihan/AP/dpa

Das berühmte Technologie-Unternehmen mit dem angebissenen Apfel im Logo zieht zu den Keynotes, die live im Internet übertragen werden, Millionen Nutzer an.

So auch am Dienstag, als CEO Tim Cook (60) unter anderem das neue iPhone 13 und die neue Apple Watch 7 vorstellte.

Leider wissen das auch Online-Kriminelle. Schwindler haben die Veranstaltung nämlich genutzt und einen falschen Livestream auf der Video-Plattform YouTube hochgeladen.

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Die Aufnahme erschien in den Suchergebnissen dabei sogar noch über dem Original des Weltkonzerns und trickste die Zuschauer stundenlang aus.

Ungefähr 165.000 Menschen klickten auf das Fake-Apple-Event. Mittlerweile wurde der Kanal bei YouTube gelöscht, jedoch ploppten im Verlauf des Tages immer wieder neue Versuche auf der Video-Plattform auf.

In dem Film war ein Bild des Apple-Chefs zu sehen, daneben die Ankündigung, dass der Weltkonzern 100.000 Bitcoins gekauft hat und zur Feier des Tages großzügige Geschenke verteilt.

Falsche Apple-Geschenke, YouTube in der Kritik

Die dreiste Masche der Abzocker erreichte viele Leute über die Streamingplattform YouTube. Der angebotene Deal war eine Lüge (Symbolbild).
Die dreiste Masche der Abzocker erreichte viele Leute über die Streamingplattform YouTube. Der angebotene Deal war eine Lüge (Symbolbild).  © 123RF / alphaspirit

Ganz kostenlos waren diese Geschenke allerdings nicht. Unter dem Betrugs-Video wurde eine Seite verlinkt, auf der das falsche Apple-Unternehmen die Bedingungen erklärte.

Dabei sollte alles über Kryptowährungen funktionieren, schließlich feierte man ja den Einstieg von Apple in den Kryptomarkt oder gab das zumindest vor.

Der gelockte Besucher konnte sich aussuchen, ob er Bitcoin (BTC) oder Ethereum (ETH) benutzt.

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Für jeden Betrag an BTC oder ETH, den man überwies, sollte die doppelte Menge an Krypto-Geld zurückfließen.

Für 0,1 Bitcoin sollte der Besucher also 0,2 Bitcoin zurückerhalten. Sendet man 20 Einheiten, bekommt man 40 wieder.

Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es auch. Ein Bitcoin entspricht derzeit knapp 40.000 Euro. Für Ethereum steht der Umrechnungskurs bei circa 3400 Euro.

Bei 20 Bitcoin wären das 800.000 Euro für die der Zuschauer 1,6 Millionen Euro zurückgeschenkt bekommen sollte. Mit solch einem Geschäftsmodell würde auch Apple nicht lange durchhalten...

Deshalb hat die Community den Schwindel auch schnell als solchen erkannt. Wie viele Menschen letztendlich auf die Gauner hereingefallen sind und tatsächlich Kryptowährung überwiesen haben, ist unbekannt.

Auch YouTube geriet im Zuge der Aktion ins Kreuzfeuer und erntete Kritik. Der Anbieter soll bei derartigen Fake-Videos zu langsam reagieren und es den Kriminellen somit zu leicht machen, auf Bauernfang zu gehen.

Titelfoto: Mark Lennihan/AP/dpa

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