Crashtest: Darum kann das Möbel-Shoppen zur tödlichen Gefahr werden

München - Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, müssen sich einige jetzt an der Nase packen. Denn es passiert ganz schnell und ohne böse Absicht.

Bei ungesicherter Ladung hätten Insassen keine Chance, das Fahrzeug unverletzt zu verlassen.
Bei ungesicherter Ladung hätten Insassen keine Chance, das Fahrzeug unverletzt zu verlassen.  © ADAC/Uwe Rattay

Hier ein neues kleines Regal, da ein paar Dekoartikel, Regalbretter oder gleich ganze Wohnwände.

Der Nestbautrieb ist tief in uns Menschen verwurzelt und ständig optimieren wir die eigenen vier Wände.

Doch denkt man auch immer daran, diese Einkäufe im Bau- und Möbelmarkt entsprechend im Auto zu sichern? Der ADAC hat jetzt getestet, warum eine Ladungssicherung sinnvoll ist. Und das Ergebnis ist mehr als eindeutig. Und das schon bei 45 km/h.

"Im Test hatte der ADAC einen Crash mit einem vollbeladenen VW Golf V Variant bei Tempo 45 simuliert", heißt es in der Pressemitteilung. Das ist nicht einmal die erlaubte Geschwindigkeit innerorts, doch das Resultat ist im wahrsten Sinne niederschmetternd: 

"Bei ungesicherter Ladung hätten die Insassen keine Chance gehabt, das Fahrzeug ohne schwere Verletzungen zu verlassen." 

Die Wucht der Ladung entlädt sich dabei überraschend intensiv. "Die Möbelpakete reißen die Vordersitze teilweise aus den Verankerungen und treffen Fahrer und Beifahrer. Herumfliegende Kleinteile prallen im Crashtest so hart auf den Kopf des Fahrers, dass dieser im Ernstfall lebensbedrohlich verletzt worden wäre."

Im Test mit gesicherter Ladung entstand kein erhöhtes Risiko für die Insassen. "Die Ladung von 145 Kilogramm wird bereits bei der Crashgeschwindigkeit von nur 45 km/h zum lebensgefährlichen Geschoss." Auf der Autobahn werden die Teile entsprechend tödlicher. 

Autofahrer, die mit ungesicherter Ladung im Verkehr erwischt werden, müssen mit einem Verwarnungsgeld von 35 Euro rechnen. Bei einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer oder einem Unfall werden ein erhöhtes Bußgeld und ein Punkt in Flensburg fällig. Bei einem Unfall mit Verletzungen oder gar Todesfolge, die auf unzureichend gesicherte Ladung zurückzuführen sind, können sich Verkehrsteilnehmer sogar der fahrlässigen Körperverletzung oder Tötung schuldig machen.

Titelfoto: ADAC/Uwe Rattay

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