Kurzarbeit und Produktionspause: Chipmangel bei Audi und Daimler!

Ingolstadt/Stuttgart - Die Autobranche erholt sich gerade erst von der Coronavirus-Absatzkrise. Aber ein anderes Problem macht den Konzernen seit Wochen das Arbeiten schwer. Und ein Ende der neuen Krise ist nicht in Sicht.

Auswirkungen der Corona-Krise: Audi und Daimler ziehen weitere Konsequenzen aus dem Mangel an elektronischen Bauteilen.
Auswirkungen der Corona-Krise: Audi und Daimler ziehen weitere Konsequenzen aus dem Mangel an elektronischen Bauteilen.  © Christoph Schmidt/dpa

Audi und Daimler ziehen weitere Konsequenzen aus dem Mangel an elektronischen Bauteilen.

Audi schränkt die Produktion im Werk Neckarsulm in der kommenden Woche ein. Daimler kündigt an, in nächster Zeit womöglich mehr Mitarbeiter als bisher bekannt in die Kurzarbeit zu schicken.

Der Chip-Riese Intel sieht kein Ende der globalen Halbleiter-Engpässe, wie das Unternehmen am Donnerstagabend deutscher Zeit mitteilte. Die "beispiellose Nachfrage" strapaziere Lieferketten in der gesamten Branche, sagte der Intel-Chef Pat Gelsinger (60). Es fehle an Fertigungskapazitäten, Material für Leiterplatten sowie an Bauteilen.

Bei Audi sollen die Bänder in der Fertigung der Modelle A6 und A7 daher vom 26. bis 30. April stillstehen. Zuvor hatte die Augsburger Allgemeine darüber berichtet. "Die von den Arbeitsausfällen betroffenen Mitarbeitenden gehen für diesen Zeitraum in Kurzarbeit", hieß es bei Audi.

Welche Teile welcher Zulieferer knapp sind, nannte Audi nicht. Möglich ist laut Unternehmen aber, dass der Teilemangel die Produktion im Ingolstädter Stammwerk beeinträchtigt.

Audi hat demnach vorsorglich für beide deutschen Werke Kurzarbeit im Mai beantragt. Das bedeutet allerdings den Angaben zufolge nicht, dass es auf jeden Fall Kurzarbeit geben wird. Im Halbleiter-Bereich sei die Teileversorgung nach wie vor kritisch, heißt es in einem Intranet-Rundschreiben des Managements vom Donnerstag an Mitarbeiter.

Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie: Kurzarbeit bei Daimler ein großes Thema

Daimler hatte bisher angekündigt, in den Mercedes-Werken in Rastatt und Bremen jeweils Tausende Mitarbeiter in die Kurzarbeit zu schicken.
Daimler hatte bisher angekündigt, in den Mercedes-Werken in Rastatt und Bremen jeweils Tausende Mitarbeiter in die Kurzarbeit zu schicken.  © Silas Stein/dpa

Auch Daimler kündigte am Freitag bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal an, in nächster Zeit womöglich mehr Mitarbeiter als bisher bekannt in die Kurzarbeit zu schicken, weil entsprechend äußerst wichtige elektronische Bauteile fehlen.

In den kommenden Wochen könne es wegen der Chipkrise "hier und dort" zu Produktionsstopps und Kurzarbeit kommen, sagte Finanzvorstand Harald Wilhelm (55). Welche Standorte über die bisher bekannten betroffen sein könnten, ließ er offen.

Auch zu Zeiträumen nannte Wilhelm keine Details.

Wilhelm sagte, die Produktionsunterbrechungen könnten mehrere Produktklassen betreffen - womöglich auch hochpreisige Auto-Modelle wie die S-Klasse, die in Sindelfingen gebaut wird.

Daimler hatte bisher angekündigt, in den Mercedes-Werken in Rastatt und Bremen jeweils Tausende Mitarbeiter zunächst bis Ende kommender Woche in die Kurzarbeit zu schicken. Die weltweiten Probleme beim Nachschub von Elektronik-Chips bereiten auch anderen Autokonzernen seit Wochen teils enorme Probleme.

Titelfoto: Montage: Christoph Schmidt/dpa, Silas Stein/dpa

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