Gegen billiges Benzin und Plug-in-Prämie: Audi-Chef unterstützt harte Maßnahmen

Gmund - Audi-Chef Markus Duesmann (52) hat ein mögliches Auslaufen der Kaufprämie für Plug-in-Hybride zum Jahresende begrüßt.

Audi-Chef Markus Duesmann (52) sieht in der Abkehr vom Verbrennermotor eine große Chance für Europa.
Audi-Chef Markus Duesmann (52) sieht in der Abkehr vom Verbrennermotor eine große Chance für Europa.  © Bildmontage: Peter Kneffel/dpa, Julian Stratenschulte/dpa

Zugleich kritisierte er die von der Bundesregierung geplante Steuersenkung auf Benzin und Diesel und forderte von der Politik eine klare Unterstützung für das batterieelektrische Auto.

"Die Politik muss für Technologieklarheit sorgen und alle Kräfte bündeln", sagte Duesmann am Freitag auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel in Gmund am Tegernsee.

Die Abkehr vom Verbrennermotor sei eine Riesenchance für Europa, erklärte Duesmann. "Wir haben jetzt die Möglichkeit, Weltmarktführer für E-Mobilität und für neue Technologien, für Defossilisierung zu werden", sagte der Audi-Chef.

Formel-1-Einstieg: Audi baut Motorsport-Zentrum aus
Audi Formel-1-Einstieg: Audi baut Motorsport-Zentrum aus

Von der Politik erwarte er dafür Technologieklarheit und Zielklarheit. "Deshalb befürworte ich auch, dass die Kaufprämie für Plug-in-Hybride, die eine reine Brückentechnologie darstellt, in Deutschland Ende dieses Jahres ausläuft."

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (52, Grüne) will die staatlichen Zuschüsse beim Kauf eines Plug-in-Hybriden schon Ende 2022 streichen. Das ist früher als geplant - und anders als im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung festgehalten.

Der Verband der Automobilhersteller (VDA) hatte die Pläne heftig kritisiert.

Elektro-Antrieb: Aufbau eines flächendeckenden Ladenetzes ist entscheidend

Autobauer Audi will sich künftig voll auf den Elektroantrieb konzentrieren.
Autobauer Audi will sich künftig voll auf den Elektroantrieb konzentrieren.  © Julian Stratenschulte/dpa

Für Autos sei der batterieelektrische Antrieb am effizientesten, sagte Audi-Chef Duesmann. Der rasche Aufbau eines flächendeckenden Ladenetzes sei absolut entscheidend.

Wegen der hohen Kosten sei der parallele Aufbau von Wasserstofftankstellen unmöglich.

"Die künstliche Senkung der Kraftstoffpreise unterstützt nicht unsere eigentlichen Ziele, fossile Kraftstoffe einzusparen", sagte Duesmann weiter.

Seltenes Sammlerstück mit Tacho-Anzeige in Meilen: Diebe klauen Retro-Audi von 1995
Audi Seltenes Sammlerstück mit Tacho-Anzeige in Meilen: Diebe klauen Retro-Audi von 1995

Die Regierung solle andere Möglichkeiten zur Entlastung der Bürger finden. Europa müsse vorangehen und 2040 vollständig auf fossile Energie verzichten, auch wenn der europäische CO2-Ausstoß weit kleiner sei als der Chinas oder der USA.

"Wenn wir in Europa klare Entscheidungen treffen, werden die anderen auf der Welt uns folgen." Duesmann forderte zugleich den beschleunigten Ausbau der Windenergie in Deutschland und "gerade hier in Bayern".

In NRW gehörten Windräder inzwischen zum Landschaftsbild, "wir werden uns an ihren Anblick auch hier in Bayern gewöhnen".

Die Ingolstädter VW-Tochter will nach 2033 nur noch E-Autos bauen und damit mittelfristig die gleichen Gewinnmargen erwirtschaften wie heute mit Verbrennern.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

Mehr zum Thema Audi: