Automobilzulieferer ZF will weltweit bis zu 15.000 Stellen streichen

Friedrichshafen - Der Automobilzulieferer ZF will bis zu 15.000 Stellen weltweit streichen, die Hälfte davon in Deutschland.

Eine Monteurin arbeitet im Werk zwei des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen an ein Getriebe für Lastwagen, das ZF Traxon heißt.
Eine Monteurin arbeitet im Werk zwei des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen an ein Getriebe für Lastwagen, das ZF Traxon heißt.  © dpa/Felix Kästle

Wie aus einem internen Schreiben des ZF-Vorstands an die Belegschaft vom Donnerstag hervorgeht, will das Unternehmen in den kommenden fünf Jahren Tausende Stellen abbauen. 

"Aus heutiger Sicht müssen wir bis 2025 weltweit unsere Kapazitäten anpassen und 12.000 bis 15.000 Arbeitsplätze abbauen, davon etwa die Hälfte in Deutschland", heißt es in dem Mitarbeiterbrief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 

Ein ZF-Sprecher sagte: "Wir kommentieren das nicht." Zuerst hatten der "Südkurier" und die "Saarbrücker Zeitung" (beide Freitag) berichtet.

Die Konzernführung begründet die Pläne für den Personalabbau mit den Umsatzeinbrüchen in Folge der Coronakrise.

Der Vorsitzende des Betriebsrats bei ZF, Achim Dietrich, zeigte sich "genauso wie die Belegschaft" überrascht. 

Der Gesamtbetriebsrat sei vom Vorstand erst am Mittwoch über die Pläne informiert worden. 

ZF will um jeden Beschäftigten kämpfen

Friedrichshafen: Ein ZF-Logo prangt auf dem ausgestellten Gehäuse des Supercomputers ZF ProAI im Konzernzentralen-Foyer der ZF Friedrichshafen AG.
Friedrichshafen: Ein ZF-Logo prangt auf dem ausgestellten Gehäuse des Supercomputers ZF ProAI im Konzernzentralen-Foyer der ZF Friedrichshafen AG.  © dpa/Felix Kästle

"Wir setzen weiter auf Kurzarbeit und kämpfen um jeden Beschäftigten", sagte Dietrich der dpa. 

In dem Gespräch am Vortag habe der Vorstand von einem Umsatzeinbruch von 25 Prozent über das Gesamtjahr gesprochen. 

"Das sind 8 Milliarden Euro», erklärte Dietrich. Die Geschäfte in den ersten drei Monaten 2020 seien gut gelaufen, der April sei «grottenschlecht gewesen".

"Als Folge des Nachfragestopps auf Kundenseite wird unser Unternehmen 2020 hohe finanzielle Verluste machen", heißt es in dem Schreiben an die Belegschaft. 

Alle bisherigen Maßnahmen reichten bei Weitem nicht aus, denn die Krise werde länger dauern. "Kurzfristig wird das Unternehmen zusätzliche Beiträge aus dem Kreis der Mitarbeiter brauchen, um das Jahr 2020 zu bewältigen."

Die Detailplanung werde in den nächsten Wochen erarbeitet und mit der Arbeitnehmervertretung verhandelt. Bis spätestens August, so heißt es in Unternehmenskreisen, sollen die konkreten Pläne beschlossen werden.

Zu Jahresbeginn beschäftigte ZF konzernweit knapp 148.000 Menschen, knapp 51.000 davon im Inland. Bis Ende 2022 sind betriebsbedingte Kündigungen bei ZF an den meisten Standorten ausgeschlossen.

Titelfoto: dpa/Felix Kästle

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