Daimler Truck spart bei der Bussparte: Gewerkschaft kämpft um Stellen

Mannheim/Neu-Ulm - Um Kosten zu sparen, will Daimler Truck einen Teil der Bus-Produktion ins Ausland verlegen.

Blick auf die Daimler-Zentrale in Stuttgart.
Blick auf die Daimler-Zentrale in Stuttgart.  © Marijan Murat/dpa

Die Standorte der Tochter Evobus in Mannheim und Neu-Ulm stünden aber nicht generell zur Diskussion, teilte ein Sprecher am Mittwoch mit.

"Wir sind der einzige Bushersteller, der in Deutschland produziert. Und es ist unser erklärtes Ziel, dass das auch in Zukunft so bleibt." Nun solle mit dem Betriebsrat nach sozialverträglichen Lösungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht werden.

Die IG Metall Mannheim teilte mit, dort wären etwa 1000 Beschäftigte betroffen. Der Standort mit insgesamt 8500 Beschäftigten sei einer der größten Arbeitgeber der Stadt. In Neu-Ulm stünden weitere rund 500 Arbeitsplätze auf der Kippe, hieß es in der Mitteilung.

Unabhängig von der Corona-Pandemie wachse der Kostendruck, der Wettbewerb verschärfe sich, argumentierte die Daimler Truck AG. Die jährlichen Kosten müssten bis 2030 um 100 Millionen Euro aus dem Produktionsverbund in Deutschland reduziert werden, erläuterte der Sprecher.

Daher sollten hier weniger Fahrzeuge produziert und der Rohbau aus Mannheim nach Tschechien verlagert werden. "Wir wollen auch weiterhin Busse in Deutschland fertigen und stehen zu unseren Standorten in Mannheim und Neu-Ulm", erklärte er. Sie sollten "Kompetenzcenter für Stadt- beziehungsweise Reisebusse" bleiben.

IG Metall: "Nehmen wir nicht kampflos hin"

"Der Karosserierohbau ist das Herzstück von Evobus in Mannheim. Wir werden nicht zulassen, dass das komplett ins Ausland verlagert wird", sagte der Erste Bevollmächtigte und Geschäftsführer der IG Metall Mannheim, Thomas Hahl. "Das nehmen wir nicht kampflos hin, sondern werden jetzt in eine harte Auseinandersetzung gehen."

Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sagte dem "Mannheimer Morgen" (Donnerstag), der Standort Mannheim habe die Chance, sich mit neuen Antrieben zu profilieren. Er sei jetzt schon Kompetenzzentrum für Elektromobilität. Damit habe man "ein dickes Pfund in der Hand, abseits von der klassischen Produktion".

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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