Daimler verdient trotz Chipmangel mehr als erwartet

Von Marco Engemann

Stuttgart - Der Auto- und Lastwagenbauer Daimler hat trotz des Mangels an wichtigen Teilen mehr verdient als erwartet.

Vorstandschef des Daimler-Konzerns Ola Källenius (52) kann einen Gewinn ausweisen.
Vorstandschef des Daimler-Konzerns Ola Källenius (52) kann einen Gewinn ausweisen.  © Christoph Schmidt/ DPA

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag im abgelaufenen zweiten Quartal bei 5,42 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am frühen Donnerstag überraschend mitteilte. Experten waren von 4,3 Milliarden Euro ausgegangen.

Im Vorjahreszeitraum hatten die Stuttgarter wegen des Einbruchs der Automärkte in der Pandemie einen bereinigten operativen Verlust von gut 700 Millionen Euro ausgewiesen und unter dem Strich sogar einen Milliardenverlust eingefahren.

"Wir erzielen in allen Divisionen weiterhin eine starke finanzielle Performance, trotz der anhaltend geringen Verfügbarkeit von Halbleitern, die sich im zweiten Quartal belastend auf unsere Produktion und unseren Absatz ausgewirkt hat", sagte Vorstandschef Ola Källenius (52) laut Mitteilung.

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Die Knappheit bei Elektronikchips beschäftigt die Branche zwar, hat die Gewinne der deutschen Autokonzerne bislang aber kaum belastet.

Källenius Sparprogramm begann schon vor Corona

Im Vergleich zum Vorjahr verkaufte der Autobauer 27 Prozent mehr Autos an Kunden.
Im Vergleich zum Vorjahr verkaufte der Autobauer 27 Prozent mehr Autos an Kunden.  © Sebastian Gollnow/dpa

Auch Volkswagen berichtete zuletzt von starken Gewinnen im Tagesgeschäft. Die Autobauer behelfen sich damit, dass sie gewinnträchtigere Modelle bevorzugt mit den knappen Teilen bestücken.

Daimler profitiert davon, dass Kunden mehr und mehr zu größeren Autos greifen und der Konzern hohe Preise durchsetzen kann. Källenius hatte bereits vor der Corona-Krise ein Sparprogramm mit dem Wegfall Zehntausender Jobs auf den Weg gebracht.

In der Pandemie trat Daimler noch stärker auf die Kostenbremse, was sich noch auswirkt. Zudem verkaufte das Unternehmen weltweit von der lukrativen Stammmarke Mercedes-Benz zwischen April und Ende Juni dieses Jahres 581.201 Pkw an die Kunden - ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Sowohl die Sparte Mercedes-Benz mit Personenwagen und Vans als auch Lastwagen und Busse konnten besser abschneiden als am Aktienmarkt gemeinhin gedacht. Allerdings war Mercedes nicht mehr so profitabel wie zu Jahresbeginn: Die bereinigte operative Marge betrug nur noch 12,8 Prozent. Bei Trucks und Bussen erreichte Daimler mit der Markterholung bei schweren Nutzfahrzeugen diesmal eine bereinigte operative Marge von 8,3 Prozent.

Zum Umsatz und zum Nettogewinn machte Daimler keine Angaben. Das Unternehmen will die endgültigen Zahlen am 21. Juli veröffentlichen. Am Tag darauf will Källenius über seine Pläne für Elektroautos sprechen, die auch für den Stuttgarter Konzern immer wichtiger werden.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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