Neue S-Klasse von Daimler vorgestellt: Luxus-Flaggschiff soll Weg aus der Krise ebnen

Sindelfingen/Stuttgart - Nach den herben Rückschlägen der vergangenen Monate setzt der Autobauer Daimler zum lange geplanten Befreiungsschlag an. Die S-Klasse, Luxus-Flaggschiff und traditionell prestigeträchtigstes Modell aus dem Hause Mercedes-Benz, soll den Wendepunkt markieren in einem bislang von der Corona-Krise weitgehend verhagelten Jahr.

Ola Källenius (51) , Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, spricht während der Eröffnung im Werk "Factory 56". In der neuen komplett digitalisierten und vernetzten Fabrik wird die neue S-Klasse gebaut.
Ola Källenius (51) , Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, spricht während der Eröffnung im Werk "Factory 56". In der neuen komplett digitalisierten und vernetzten Fabrik wird die neue S-Klasse gebaut.  © Silas Stein/dpa

Am Mittwoch enthüllte Vorstandschef Ola Källenius (51) im Werk in Sindelfingen bei Stuttgart das neue Modell - und eine komplett neue Fabrik für das Vorzeigeauto gleich mit dazu.

Rund 730 Millionen Euro hat die etwa 30 Fußballfelder große "Factory 56" gekostet. Sie soll die Produktion deutlich flexibler und effizienter machen und zugleich auf die von Källenius ausgerufene Nachhaltigkeitsstrategie einzahlen. 

In dem rundum auch mit 5G-Technik vernetzten und digitalisierten und zudem CO2-neutral betriebenen Werk wird die S-Klasse künftig gebaut. Aber nicht nur sie. Auch der Maybach und dazu das Top-Modell der neuen Elektromarke EQ, der EQS, der für 2021 angekündigt ist, werden hier künftig vom Band laufen. 

Sollte es notwendig sein, kann die "Factory 56" die Fertigung aber innerhalb kurzer Zeit auch auf jedes andere Modell vom Kompaktwagen bis zum SUV umschwenken.

Von beidem - Auto und Fabrik - hängt für den Stuttgarter Konzern eine Menge ab. In die S-Klasse baut Daimler traditionell so ziemlich alles ein, was die Entwicklungsabteilung hergibt.

S-Klasse soll Ende des Jahres in Deutschland und Europa auf den Markt kommen

Die neue S-Klasse von Mercedes-Benz soll Ende des Jahres in Deutschland und Europa auf den Markt kommen.
Die neue S-Klasse von Mercedes-Benz soll Ende des Jahres in Deutschland und Europa auf den Markt kommen.  © Daimler AG

Der selbst gesetzte Anspruch an Design, Sicherheit und Technologie ist stets, Maßstäbe für die gesamte Autowelt zu setzen. Für den eigenen Konzern gilt das sowieso: Was zuerst in der S-Klasse Standard ist, findet in der Regel nach und nach Eingang auch in die anderen Baureihen.

"Es ist das Herz unserer Marke", sagte Källenius bei der Premiere des Flaggschiffs, die wegen der Corona-Auswirkungen nur vor kleinem Publikum in Sindelfingen und ansonsten live im Internet stattfand. Dort hatte der Konzern zuvor schon über Wochen mit ersten Einblicken die Erwartungen geschürt.

"So viele Dinge mussten wir umplanen in diesem Jahr, im Privat- wie im Berufsleben", sagte Källenius. "Dieses hier nicht." Von den vorübergehenden Werksschließungen und der Kurzarbeit inmitten der bisher härtesten Corona-Phase im Frühjahr war unter anderem der Anlauf der S-Klasse-Produktion ausdrücklich ausgenommen. 

Ende des Jahres soll der Wagen in Deutschland und Europa auf den Markt kommen, China und die USA folgen in der ersten Jahreshälfte 2021.

Titelfoto: Daimler AG

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