Sprinter ohne Chips: Mercedes-Benz lagert Pick-ups auf dem Messegelände

Hannover/Stuttgart - Die Dauer-Lieferkrise bei Mikrochips lässt den Daimler-Konzern jetzt auch in Niedersachsen zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen.

Neue Sprinter ohne Chips stehen auf einem Parkplatz an der Messe Hannover. Die Dauer-Lieferkrise bei Mikrochips lässt den Daimler-Konzern jetzt auch in Niedersachsen zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen.
Neue Sprinter ohne Chips stehen auf einem Parkplatz an der Messe Hannover. Die Dauer-Lieferkrise bei Mikrochips lässt den Daimler-Konzern jetzt auch in Niedersachsen zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen.  © Julian Stratenschulte/dpa

Am Messegelände in Hannover stehen mittlerweile viele Pick-ups von Mercedes-Benz "auf Halde". Die Fahrzeuge können - wie Modelle zahlreicher anderer Hersteller - nicht vollständig mit den nötigen Halbleiter-Bauteilen bestückt werden. Das Unternehmen lagert sie daher vorläufig auf den großen Stellplätzen rund um das Messegelände, wie eine Sprecherin erklärte.

Es handele sich vor allem um die Pritschenwagen-Version des Sprinters von Mercedes-Benz Vans. Nach Darstellung von Daimler ist die Nutzung des ergänzenden Parkraums bei Hannover "ein völlig normaler Vorgang in der Automobilproduktion". Das Areal im Südosten der niedersächsischen Landeshauptstadt sei eine von weltweit mehreren Logistikflächen, die für das zwischenzeitliche Abstellen der Wagen infrage kämen.

"Die Gründe für eine Zwischenlagerung von Fahrzeugen sind vielfältig", erläuterte das Unternehmen. Konkret geht es um die Versorgungskrise bei Halbleitern - das derzeit wohl größte Problem der Industrie. Eine sehr große Zahl fast fertiger Autos kann nicht an die Kunden ausgeliefert werden, weil es an Chips mangelt.

Anbieter wie Volkswagen, BMW oder die Lkw-Sparte von Daimler müssen wegen der Knappheit an Elektronik-Bauteilen teilweise ähnlich verfahren. Wie lange diese noch dauere, lasse sich nicht verlässlich sagen, hieß es bei Mercedes-Benz Vans: "Die Situation ist immer noch volatil [unberechenbar, Anm. d. Red.]."

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

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