Nach Entlassungswelle: Opel trifft fragwürdige Entscheidung wegen Omikron

Rüsselsheim - Beim Autobauer Opel ist nach kräftigen Stellenstreichungen die Personaldecke dünn geworden.

Wegen Omikron setzt der Autobauer Opel nun auf Leiharbeiter.
Wegen Omikron setzt der Autobauer Opel nun auf Leiharbeiter.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Am Stammsitz Rüsselsheim sucht die Stellantis-Tochter mehrere Hundert Leiharbeiter, um den Produktionshochlauf des neuen Kompaktmodells Astra zu stützen.

Vorübergehend soll über einen Personaldienstleister eine mittlere dreistellige Zahl an Stellen besetzt werden, erklärte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag. Auch Ausfälle durch die aktuelle Welle der Corona-Variante Omikron wolle man auf diesem Weg kompensieren. Zuvor hatte die Wirtschaftswoche berichtet.

Seit der Übernahme durch den französischen PSA-Konzern im Sommer 2017 hat Opel Tausende Beschäftigte mit Abfindungen, Altersteilzeit und Vorruhestand dazu gebracht, das Unternehmen zu verlassen. Teile des Entwicklungszentrums wurden ausgelagert.

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Allein seit Anfang 2020 mussten so 2100 Menschen gehen. Am Stammsitz Rüsselsheim wird neben dem volumenstarken Astra auch der DS 4 und der Mittelklassewagen Insignia gebaut. Geplant ist dafür ein Zweischichtbetrieb. PSA fusionierte vor einem Jahr mit Fiat-Chrysler zu Stellantis.

Der Betriebsrat begrüßte die kurzfristige Einstellung von Leiharbeitnehmern, um die krankheitsbedingten Personalausfälle auszugleichen.

Rund 2100 Entlassungen seit Anfang 2020

Einen derartigen Notfallplan habe man bereits eingefordert. Darüberhinaus verlangt die Arbeitnehmervertretung den Aufbau möglichst vieler fester Jobs, wie aus einer Mitarbeiterinformation hervorgeht, die der Mediengruppe VRM vorlag.

"Die zweite Schicht kann nicht nur mit der Einstellung von Leiharbeitnehmern aufgebaut werden", hieß es dort.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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