Trend zu E-Autos setzt Stromnetz zu: Pilotprojekt startet

Limbach-Oberfrohna/Halle - Der Trend zu Elektroautos wird nach Experteneinschätzung das Stromnetz künftig stärker fordern.

Die wachsende Zahl der Elektroautos stellt das Stromnetz vor neue Herausforderungen. (Symbolbild)
Die wachsende Zahl der Elektroautos stellt das Stromnetz vor neue Herausforderungen. (Symbolbild)  © Roland Weihrauch/dpa

Probleme bahnten sich an, wenn viele Autos zur selben Zeit geladen werden, erläuterte Tino Noske, Planer beim ostdeutschen Netzbetreiber Mitnetz, am Dienstag. Etwa abends, wenn viele Nutzer nach Hause kommen und ihr Auto ans Netz stecken.

Um eine Überlastung vorzubeugen, will Mitnetz in Limbach-Oberfrohna (Landkreis Zwickau) bei Chemnitz testen, wie mit spezieller Mess- und Steuerungstechnik das Laden von Autos oder Wärmespeicherheizungen auf das aktuelle Stromangebot abgestimmt werden kann.

Für das Modellprojekt, das von den Hochschulen Mittweida und Merseburg begleitet wird, wurde eine Straße mit rund 60 Haushalten ausgewählt. Dort gebe es schon mehrere Elektroautos, hieß es.

Die Initiatoren des Feldversuchs hoffen, dass sich mindestens 20 Haushalte beteiligen. Mithilfe einer App können die Verbraucher dann etwa einen Ladeplan für ihr E-Auto festlegen. Darin wird ein Zeitpunkt festgelegt, zu dem der Akku voll sein soll, wie Expertin Anke Tallig erläuterte.

Das Auto werde geladen, wenn besonders viel Strom im Netz ist und er folglich günstig ist; oder wenn viel Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung steht - je nach Einstellung des Besitzers.

Hauptziel für den Feldversuch in Limbach-Oberfrohna ist es, eine Überlastung des Stromnetzes und einen möglichen Blackout zu verhindern - und durch eine bessere Steuerung des Verbrauchs teuren Netzausbau überflüssig zu machen. "Alle Netzbetreiber suchen derzeit händeringend nach entsprechenden Technologien", betonte Noske.

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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