Dieselskandal: Diese Sachsen machen VW jetzt richtig Ärger

Dresden - Auch der VW-Dieselskandal bewegt die Republik noch immer. Zwar könnte im Mai ein Grundsatz-Entscheid zur Sammelklage der Verbraucherzentrale fallen, doch selbst danach wird sich der Autokonzern mit Forderungen konfrontiert sehen, wie das Beispiel Sachsen zeigt.

Holm-Andreas Gruber (65) mit den Anwälten Benjamin Schneider (34) und Cornelia Süß (44).
Holm-Andreas Gruber (65) mit den Anwälten Benjamin Schneider (34) und Cornelia Süß (44).  © Petra Hornig

Holm-Andreas Gruber (65) aus Radeburg ist keine aufbrausende Natur. Er wirkt ruhig und besonnen. Doch in Sachen VW, da brodelt es in ihm: "Ich lasse mich nicht abspeisen", sagt er entschlossen. 

Statt einer mageren vierstelligen Summe, die den Sammelklägern wahrscheinlich zugesprochen wird, fordert er: "Ich will, dass der Konzern das Auto zurücknimmt und 21. 000 Euro zahlt." VW lehnt das ab.

Gruber hat sich für den Weg einer Privatklage entschieden. An seiner Seite Rechtsanwalt Benjamin Schneider (34) aus Dresden, der mit Kollegin Cornelia Süß (44) gegen den Wolfsburger Weltkonzern kämpft.

Zweimal scheiterte Schneider mit Gruber vor dem Landgericht Dresden. Doch nun lässt das Oberlandesgericht Dresden hoffen. 

Privatklage lohnt nur aus einem Grund

Holm-Andreas Gruber (65) will seinen Skandal-VW jetzt zurückgeben.
Holm-Andreas Gruber (65) will seinen Skandal-VW jetzt zurückgeben.  © Petra Hornig

"Das OLG hat sich mit zwei wegweisenden Entscheidungen am 5. März an die Seite der Skandal-Autoeigentümer gestellt", so Süß, die auch dem Dresdner AnwaltVerein vorsitzt. 

Und weiter: "Die Kläger müssen sich lediglich die Nutzung der Fahrzeuge anrechnen lassen." 

Bei Gruber wären das knapp 9 000 Euro für seinen 2015 gekauften Tiguan. Seine OLG-Verhandlung ist am 23. Juli.

Süß wie auch Schneider sind zuversichtlich und ermuntern VW-Fahrer, die an der Musterfeststellungsklage (Sammelklage) beteiligt sind, zum Umstieg auf Privatklage, betonen aber: 

"Das lohnt nur mit Rechtsschutzversicherung."

Titelfoto: Petra Hornig

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