Rückruf bei VW: Gasflaschen von 21.000 Touran können bersten

Wolfsburg/Flensburg - Weil Teile des Tanks durchrosten und schlimmstenfalls bersten können, holt Volkswagen vorsorglich rund 21.000 erdgasbetriebene Modelle des Touran in die Werkstätten.

Im April erlitt ein Mann beim Betanken seines VW-Touran Erdgasautos Verbrennungen an den Beinen. (Archivbild)
Im April erlitt ein Mann beim Betanken seines VW-Touran Erdgasautos Verbrennungen an den Beinen. (Archivbild)  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

In Deutschland erstrecken sich die sicherheitsrelevanten Prüfungen laut Daten des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) auf etwas mehr als 8300 Siebensitzer-Exemplare

Nach VW-Angaben vom Mittwoch kann es in einzelnen Wagen an den hinteren zwei der vier Gasflaschen, die bei Routine-Checks nicht ganz von außen eingesehen werden können, zu unbemerkter Korrosion kommen - mit langfristiger Materialschwächung und "im ungünstigsten Fall" schlagartigem Austritt des CNG-Gemischs.

Daher sollen die betroffenen Autos intensiv untersucht werden, hieß es in Wolfsburg. Bei "umfangreichen Qualitätsüberprüfungen" habe man das Problem festgestellt, die Besitzer würden jetzt angeschrieben.

Im April hatte sich ein Touran-Fahrer im ostfriesischen Wittmund Verbrennungen an den Beinen zugezogen, als während des Tankens der gasförmige Treibstoff plötzlich aus einem Vorratsbehälter ausgetreten war.

Die Autos würden nun genau inspiziert, Gasflaschen bei Bedarf vorläufig deaktiviert oder ersetzt.

Es gehe um CNG-Varianten des Touran aus dem Modelljahr 2006 sowie zwischen 2010 und 2015.

Nicht die ersten Schwierigkeiten mit VW-Erdgasautos

Nicht zum ersten Mal gibt es bei VW-Erdgasmodellen Schwierigkeiten mit den Tanks beziehungsweise Flaschen. Eine frühere Austauschaktion lief auch für entsprechende Ausgaben des Passat und Caddy, in denen die Wandstärke durch Rosten unter ein kritisches Maß sinken konnte.

Im niedersächsischen Duderstadt barst 2016 eine Flasche und verletzte den Fahrer schwer.

Mehrere Tankstellenkonzerne hatten daraufhin ihren Stationen empfohlen, vorübergehend kein Erdgas mehr zu verkaufen.

Titelfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

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