VW will mit autonomem "Bulli"-Prototypen glänzen und muss sich Protesten stellen

München - Vor dem Start des vollelektrischen VW-Busses ID.Buzz im kommenden Jahr hat Volkswagen zur Automesse IAA eine autonom fahrende Prototypen-Version des Fahrzeugs fertiggestellt.

Laut Herbert Diess (62), Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, wird schon viel zur Verringerung der CO2-Emission getan.
Laut Herbert Diess (62), Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, wird schon viel zur Verringerung der CO2-Emission getan.  © Silas Stein/dpa

Zunächst wird die Technologie mit fünf solcher Fahrzeuge getestet, ehe ab 2025 dann ein Serienbetrieb möglich sein soll. Dies kündigte Europas größter Autokonzern am Sonntagabend in München an.

Selbstfahrende "Bullis" sollen zum Beispiel bei Roboter-Taxi-Diensten eingesetzt werden. VW und sein US-Partner Argo AI erproben die Technologie nun in München, vor allem auf Fahrten zum Flughafen.

Auch der Shuttle-Service Moia - derzeit besonders auf Hamburg ausgerichtet - soll künftig in das Modell einbezogen werden. Mittelfristig sollen auch private Kunden und Logistiker die Technik nutzen können.

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Die Wolfsburger hoffen bei der weiteren Entwicklung des autonomen Fahrens auf die Erschließung eines globalen Multimilliarden-Marktes. Dabei werde die Verbesserung der Software jedoch nie abgeschlossen sein, erklärte Agro-AI-Chef Bryan Salesky: "Es wird nie ganz fertig sein."

Aufgaben wie dynamisches Lernen von Bordsteuerungen und das Voraussehen zahlreicher Fahrsituationen seien "unglaublich komplex".

Ein Kernziel werde darin bestehen, Unfälle zu verringern und sie idealerweise komplett zu verhindern. Die Erforschung und Verbesserung entsprechender Algorithmen betreiben VW und Argo bereits seit einiger Zeit, auch über die gemeinsame Kooperation mit dem US-Autobauer Ford.

Greenpeace-Protest gegen fossile CO2-Emissionen

Demonstranten von Greenpeace stehen mit einem Poster "VW - Von Wegen Klimaschutz!" vor einer Halle, in der eine Veranstaltung von Volkswagen stattfand.
Demonstranten von Greenpeace stehen mit einem Poster "VW - Von Wegen Klimaschutz!" vor einer Halle, in der eine Veranstaltung von Volkswagen stattfand.  © Jan Petermann/dpa

Die Verringerung fossiler CO2-Emissionen war ebenfalls Thema in München. Vor der Veranstaltungshalle protestierten Aktivisten von Greenpeace - ihrer Ansicht nach tut der VW-Konzern trotz Hochlaufs der E-Mobilität und Milliardeninvestitionen hier nach wie vor zu wenig.

Die Verkehrsexpertin der Umweltorganisation, Marion Tiemann, übergab Vorstandschef Herbert Diess die Klageschrift zum Verfahren, das Greenpeace zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in der vergangenen Woche angekündigt hatte. Gefordert wird unter anderem, dass etwa VW spätestens 2030 gar keine Verbrenner mehr verkauft.

"Der Dekarbonisierungspfad von VW ist nicht mit dem Ziel kompatibel, dass die globale Temperatur durch den Treibhauseffekt um höchstens 1,5 Grad steigen darf", meinte Tiemann. Wenn behauptet werde, wegen unterschiedlicher Marktbedingungen in einzelnen Weltregionen kein einheitliches Datum für einen Verbrenner-Ausstieg nennen zu können, reiche dies im Sinne konsequenten Klimaschutzes nicht aus: "Es bleibt profitorientiert. Man will was verändern, aber ja nicht zu schnell."

Tiemann sprach mit Diess kurz über den Stand der Klimapolitik in verschiedenen Ländern. Der VW-Chef betonte, man tue schon viel - der Umstieg zu Öko-Energien sei nicht nur eine Aufgabe der Autoindustrie.

Titelfoto: Silas Stein/dpa

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