Weltweit erster "Wimmelporsche": Oldtimer mit zig bunten Bildern bemalt

Egling - Der mutmaßlich weltweit erste Porsche mit bunten Wimmelbildern ist am Sonntag in Egling bei Bad Tölz enthüllt worden. Ein Pfarrer segnete den "Wimmelporsche" von Kfz-Meister Helmut Freinecker.

Helmut Freinecker, KFZ-Meister und Oldtimer-Experte, sitzt in seiner Werkstatt in seinem mit etlichen Wimmelbildern verzierten Porsche 356 B Super 90 Coupé.
Helmut Freinecker, KFZ-Meister und Oldtimer-Experte, sitzt in seiner Werkstatt in seinem mit etlichen Wimmelbildern verzierten Porsche 356 B Super 90 Coupé.  © Matthias Balk/dpa

Er habe das luftgekühlte Porsche 356 B Super 90 Coupé aus dem Jahr 1961 vor fast 15 Jahren bekommen und in der Folge praktisch vollständig zerlegt, berichtete der Oldtimer-Experte. 

Beim Ansehen von Wimmelbüchern 2018 mit seinen damals zweijährigen Zwillingen hatte er die entsprechende Idee, die farbenfrohen Szenen von Ali Mitgutsch auch auf den Wagen zu bringen.

Er bekam die Rechte dafür. 

In fünfwöchiger Arbeit malte Künstler Thomas H. Gehrke mit Acrylfarbe vorne eine Winterlandschaft mit Schlitten und Skifahrern, auf dem Dach ein Schwimmbad, an den Seiten Alltagsszenen mit Feuerwehrauto, Bauernhof und einer Bäckerei.

Es solle ein Auto zum Anfassen sein, sagt der Inhaber der Spezialwerkstatt für klassische Porsche-Fahrzeuge MasterTec. "Die neuen Autos stammten alle vom Reißbrett", führte er weiter aus.

Oldtimer hätten zwar Konjunktur, seien aber meist perfekt restauriert. 

Porsche wie auch die Wimmelbilder "Zeitzeugen" aus den 1960er Jahren

Künstler Gehrke hat den Porsche des Oldtimer-Experten in fünfwöchiger Arbeit mit Wimmelbildern in Acrylfarbe bemalt und damit den ersten Wimmelporsche geschaffen
Künstler Gehrke hat den Porsche des Oldtimer-Experten in fünfwöchiger Arbeit mit Wimmelbildern in Acrylfarbe bemalt und damit den ersten Wimmelporsche geschaffen  © Matthias Balk/dpa

Anders der Wimmelporsche. "Die Narben, die Kanten, die Alterungsprozesse, die auch das Blech durchlaufen hat - das wäre schade, das alles unter Spachtel zu verstecken."

Immerhin seien der Porsche wie auch die Wimmelbilder "Zeitzeugen" aus den 1960er Jahren. Und: "Ich komme damit weg von den Hochglanzfahrzeugen, hin zu Emotionalität." Der Flitzer soll auf der Straße unterwegs sein. Um ihn zu sehen, müsse man "die Augen offen halten". 

Zudem hätten Ausstellungen angefragt. Mitgutsch, der am 21. August 85 Jahre alt wurde, kam nicht zur Vorstellung, er habe das Projekt aber begrüßt.

Die erste Fahrt nach der offiziellen Vorstellung hat Freinecker seinen nun vierjährigen Zwillingen versprochen, die die Bilder mit ausgesucht haben. 

"Die freuen sich auf die allererste Ausfahrt - zur Eisdiele." Immerhin hätten die beiden die Räder mitmontiert. Festgezogen hat die Schrauben aber dann doch der Vater. 

Die Zeitschrift "Porsche Klassik-Magazin" will im November einen Beitrag zu dem Wimmelporsche veröffentlichen.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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