"Back 4 Blood": Durchladen und rein in die herrlich dummen Zombie-Wellen

Deutschland - Die Gaming-Community hatte sich schon lange mit dem Gedanken anfreunden müssen, dass es keinen dritten Teil der "Left4Dead"-Reihe geben wird. Doch seit heute steht "Back 4 Blood" in den (digitalen) Regalen bereit.

Je nach Spielerfahrung kann man Friendly Fire, optische Hilfen und Stärke der Gegner variieren.
Je nach Spielerfahrung kann man Friendly Fire, optische Hilfen und Stärke der Gegner variieren.  © Warner Bros. Interactive / Screenshot

Und dieses Videospiel könnte wohl kaum noch mehr die Fortsetzung der Kult-Reihe sein, ohne offiziell eine Fortsetzung der Kult-Reihe zu sein.

Das ist kein Zufall, sitzen doch im Entwicklerstudio von "Turtle Rock" teils ehemalige Entwickler des geistigen Vaters von "Back 4 Blood".

Versuchen wir als Erstes, die tiefgreifende und facettenreiche Grundgeschichte des Games zusammenzufassen: überall Zombies.

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Gut. Jetzt, da wir das geklärt haben, geht es ans Eingemachte: In 4er-Teams geht es nun darum, sich von Safe-Space zu Safe-Space zu arbeiten.

In diesen Schutzräumen hat man dann - sofern man lebend ankommt - die Möglichkeit, seine Waffen, Ausrüstungen und Fähigkeiten für die nächste Runde auszuwählen.

Das ist ziemlich spannend, denn so kann man seine eigenen Stile ständig variieren, sich ausprobieren, sowie neue oder auch taktisch angelegte Optionen für sich entdecken.

"Bitte einen Patch." "Für die Wunden?" "Nein, für das Game."

Die Zombies, im Spiel auch "Ridden" genannt, warten auf einen, sobald die Tür aufgestoßen wird.
Die Zombies, im Spiel auch "Ridden" genannt, warten auf einen, sobald die Tür aufgestoßen wird.  © Warner Bros. Interactive

In der einen Runde noch vorpreschender Rambo mit MG und Baseballschläger, in der nächsten schleichender Scharfschütze, der eine postapokalyptische Fußbodenheizung (Molotowcocktail) installiert.

Das macht meist ziemlich viel Spaß. Auch die Variationen der Missionen trägt dazu bei, dass sich nicht jede Runde gleich anfühlt.

Aber: Nicht alles ist geil am Game. Spielt man statt mit Freunden mit Bots, hat man ein Team von "Cleanern" um sich, dessen künstliche Intelligenz etwa bei dem einer Kaffeetasse liegt.

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Die nicht ganz zeitgemäße Grafik lässt Körperteile in Wänden und Tischen verschwinden oder eure Gegner und Mitspieler bleiben glitchend an einem nahezu unüberwindbaren Hindernis (Karton) hängen. Es wurde bereits von den Entwicklern Nachbesserung versprochen.

Vielleicht kann man dann seine Waffenaufsätze auch variieren, wenn man sie schließlich schon dabei hat.

Mit Freunden deutlich unterhaltsamer als mit Bots

Sowohl die KI der anderen "Cleaner", als auch die Grafik könnten ein paar Korrekturen vertragen.
Sowohl die KI der anderen "Cleaner", als auch die Grafik könnten ein paar Korrekturen vertragen.  © Warner Bros. Interactive / Screenshot

Bei manchen Crossplay-Partien hat man eine Wartezeit, in der man gefühlt drei Folgen "Breaking Bad" schauen könnte.

Aber ist man endlich im Game - und werden die Fehler irgendwann mal behoben -, hat man ohne Zweifel richtig Fun mit Freunden.

Friendly Fire aktivieren und rein in die Suppe. Obacht: Scheucht man die unmotiviert rumsitzenden Raben auf, könnten die Zombie-Horden alarmiert werden.

Fazit: Hand hoch, wer eine preisverdächtige Story mit emotionaler Achterbahnfahrt erwartet hat. Niemand? Gut so.

Natürlich ist das Spiel irgendwie Quatsch. Man bekommt aber, was man erwartet: Untote, deren Eingeweide darauf warten, die Wände zu verschönern und für den Spieler eine umfangreiche Auswahl an Waffen, die hierbei helfen. Schon funny, wenn man ehrlich ist.

Auch wenn man sich stellenweise denkt, dass hier und da ordentlich von den Entwicklern noch nachjustiert werden müsste, erfüllt das Spiel seinen Zweck.

Wertung: 8/10 Blutkonserven (wenn man mit Freunden zockt). Der Survival Horror Shooter (FSK 18) ist ab sofort für PC, PS4, PS5, Xbox One und Xbox Series ab etwa 70 Euro verfügbar.

Titelfoto: Warner Bros. Interactive

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