Bugs, Probleme, Identitätskrise: Lasst bloß die Hände von "Battlefield 2042"

Leipzig - Mit "Battlefield 2042" wollten Publisher EA und Entwickler Dice alte Stärken ihrer Shooter-Reihe aufgreifen und mit neuen Elementen, das ultimative "Battlefield"-Spiel erschaffen. Was dabei rauskam, zeugt für TAG24-Redakteur Eric Mittmann nicht nur von einer Identitätskrise, es hat auch wenig mit dem zu tun, was "Battlefield" einst ausgemacht hat.

Mit dem neuen Modus "Portal" bringt "Battlefield" einige altbekannte Karten zurück. Läuft das Spiel, kommt dadurch ordentlich Nostalgie auf.
Mit dem neuen Modus "Portal" bringt "Battlefield" einige altbekannte Karten zurück. Läuft das Spiel, kommt dadurch ordentlich Nostalgie auf.  © EA

Es ist ja nicht so, als ob Publisher EA nicht schon genug Sorgenkinder hätte. Da wäre Publisher Bioware, der zuletzt mit "Mass Effect: Andromeda" und Ober-Desaster "Anthem" einiges einstecken musste. Loot-Boxen und Mikrotransaktionen sorgen immer wieder für Kritik. Nun trifft es auch noch Aushängeschild "Battlefield".

Die First-Person-Shooter-Reihe sollte einst Lokalmatador "Call of Duty" Konkurrenz machen. Bereits der Release von "Battlefield 5" 2018 zeigte, dass EA da zu hoch gepokert hatte. Statt des nächsten Shooter-Hits erwartete Spieler ein Bug-Fest, das Entwickler DICE bis zur Einstellung des Live-Services nur teilweise beheben konnte und Fans so einige Versprechungen schuldig blieb.

Drei Jahre später sollte nun "Battlefield 2042" die Dinge wieder gerade rücken. Im Sommer überraschend angekündigt, versprach EA, Elemente aller großen "Battlefield"-Teil in seinen neuesten Ableger einzubinden und so für das ultimative Schlachtfeld-Erlebnis zu sorgen. Dank des neuen Modus "Portal" sollten Spieler sogar zwischen Zweiter-Weltkriegs-Szenario und Modernen-Konflikten hin und her springen und diese verbinden können.

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Jetzt ist "Battlefield 2042" da, und die Enttäuschung ist wieder einmal groß.

Das hier ist doch nicht "Apex Legends"

Die neuen Spezialisten bieten individuelle Fähigkeiten. Trotzdem bleibt für unseren Redakteur die Frage, warum "Battlefield" jetzt auf "Fortnite" machen muss.
Die neuen Spezialisten bieten individuelle Fähigkeiten. Trotzdem bleibt für unseren Redakteur die Frage, warum "Battlefield" jetzt auf "Fortnite" machen muss.  © EA

Dazu muss gesagt werden, dass "Battlefield 2042" in seinen Grundzügen durchaus hält, was es verspricht. "Portal" bietet den Spielern jede Menge Freiheit, eigene Modi und Szenarien zu entwerfen. "Eroberung" und "Breakthrough" liefern das gewohnte "Battlefield"-Erlebnis samt riesiger Maps (bis zu 128 Spieler!) und zerstörbarer Umgebung. Koop und Teamplay werden in "Hazard Zone" gefordert.

Das alles wäre super, würde die Performance das Erlebnis nicht so trüben. Auf YouTube finden sich unzählige Bug-Videos. Bei mir liefen die Runden an sich zwar halbwegs glatt. Bis ich allerdings meine erste Runde Breakthrough starten konnte, war bereits ein Tag vergangen. Immer wieder hatte ich versucht, ins Match zu kommen, passiert ist allerdings nichts. Warum "2042" außerdem noch für die alten Konsolen erschien, verstehe ich auch nach einigen Tagen testen nicht. Das Spiel sieht schlimmer aus als sein drei Jahre alter Vorgänger!

Hinzu kommt für mich, dass EA und Dice offenbar selbst nicht mehr wissen, wo sie mit "Battlefield" hin wollen. Zwar wurde mittlerweile auf eine Kampagne verzichtet (zum Glück), eine Hintergrundgeschichte zum Spiel gibt es trotzdem. Die dreht sich um globale Erwärmung sowie geflüchtete Menschen, die nun für die beiden Großmächte USA und Russland zum Kanonenfutter werden.

Klingt alles ziemlich ernst und so erwarte ich das auch von einem "Battlefield". Warum muss Dice dann aber plötzlich irgendwelche Spezialisten einführen, die alle eigene Fähigkeiten haben und jede Partie mit einem "coolen" Spruch quittieren?

Das hier ist doch nicht "Apex Legends" oder "Fortnite". Das hier ist "Battlefield" oder es war es zumindest mal.

Fazit

Ach, "Battlefield", was ist nur aus dir geworden? Klar, die großen, wahnwitzigen Momente kannst du auch heute noch liefern und wenn du dann mal läufst, habe ich durchaus meinen Spaß mit dir. Von deinen glorreichen Tagen scheinst du dich mittlerweile jedoch zumindest für mich zu weit entfernt zu haben. Schade, dabei dachte ich, dass gerade "2042" und die Rückkehr alter Maps aus den Vorgängern meine Liebe vielleicht nochmal entzünden würden. Stattdessen fühle ich mich ferner denn je.

Ein Großteil der Bugs und Probleme wird wahrscheinlich in ein bis zwei Monaten behoben sein. Mein Tipp: Wartet bis dahin mit dem Kauf und stellt Euch vielleicht auch einmal die Frage, ob das noch das "Battlefield" ist, das Ihr erwartet habt und spielen wollt.

Aktuell kann ich nur sagen: Lasst bloß die Hände davon.

Titelfoto: EA

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