"Crisis Core: Final Fantasy VII - Reunion" im Test: Ist der PSP-Hit heute noch gut?

Leipzig - Nicht immer machten Remaster oder Remakes von Spielen in den letzten Jahren Sinn. Im Falle von "Crisis Core: Final Fantasy VII", das vor knapp 14 Jahren ausschließlich für Sonys PSP erschien, wählte Square Enix allerdings einen guten Zeitpunkt, um ihren Klassiker in neuem Licht erstrahlen zu lassen. Ob sich ein Kauf aber auch lohnt, erfahrt Ihr im Test.

In "Crisis Core: Final Fantasy VII - Reunion" trefft Ihr neben Held Zack auch auf weitere bekannte Charaktere des Hauptspiels.
In "Crisis Core: Final Fantasy VII - Reunion" trefft Ihr neben Held Zack auch auf weitere bekannte Charaktere des Hauptspiels.  © Square Enix

Im nächsten Jahr soll der zweite Teil des Remakes zu "Final Fantasy VII" erscheinen. Grund genug mit dem Remaster "Crisis Core: Final Fantasy VII" mit dem Zusatz "Reunion" ein paar Storylücken zu schließen.

Ihr schlüpft in die Rolle des Shinra-SOLDATEN Zack Fair. Sieben Jahre vor den Ereignissen des Hauptspiels gerät dieser in eine Verschwörung, als der beste Freund seines Mentors Angeal, Genesis verschwindet und Zack ihn aufspüren soll.

In den 18 Stunden der Hauptkampagne wird dabei solide Fantasy-Kost erzählt, die die typisch kitschigen Dialoge und Motivationswechsel der Hauptreihe mit an Bord haben, Fans aber aufgrund der vielen Auftritte bekannter Charaktere wie Sephiroth oder Aerith schon voll auf ihre Kosten kommen lässt.

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Dabei ist allerdings aber deutlich zu erwähnen, dass man dem Titel seine Herkunft und sein Alter in mehrerlei Hinsicht anmerkt.

Wo die Story unberührt gelassen wurde, hat Square seinem Titel zwar eine ordentliche grafische Überarbeitung spendiert - gerade bei den verwaschenen Zwischensequenzen sieht man jedoch, dass das Grundgerüst nur hochskaliert und nicht komplett neu aufgesetzt wurde. Zudem wirken Mimiken und Bewegungen der Charaktere hölzern.

Crisis Core: Final Fantasy VII - Reunion ist ein gutes Remaster

Im Laufe des 18-stündigen Geschichte werdet Ihr in eine Verschwörung rund um den verschwundenen Kämpfer Genesis verwickelt.
Im Laufe des 18-stündigen Geschichte werdet Ihr in eine Verschwörung rund um den verschwundenen Kämpfer Genesis verwickelt.  © Square Enix

Weiterhin macht sich die PSP-Herkunft auch beim Gameplay bemerkbar. Schlauchartige, teils leere Levelabschnitte fehlen glücklicherweise heutzutage schon in Vorzeige-Rollenspielen. "Reunion" möchte diese Makel mit optionalen Inhalten und Minispielen wettmachen, was teils auch sehr gut gelingt.

Bei den Nebenmissionen, von denen es 300 Stück an der Zahl gibt, fehlt es allerdings an Ideen. Meist müsst ihr in einem kleinen vorgegebenen Gebiet nur noch einen Boss suchen und ihn besiegen. Das dauert nie länger als fünf Minuten – etwas schade.

Auch beim Kampfsystem fehlt es an Abwechslung. Zwar werdet Ihr am Anfang mit Spielmechaniken überschüttet. Diese sind aber bei längerer Betrachtung nie so Komplex wie im Remake des Hauptspiels.

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Dennoch machen die schnellen und flüssigen Auseinandersetzungen Spaß, in der Ihr per einfachem Tastendruck angreift, blockt oder ausweicht. Mit an Bord ist auch wieder die Materia-Fusion, bei der ihr durch die namensgebende Vermischung teils übermächtige Zauber oder Boni erhalten könnt. Das System lädt extrem zum Experimentieren ein, ist aber komplett optional.

Wer letztendlich neben der Hauptmission noch alles erledigen möchte, ist gut und gern sogar 40 Stunden beschäftigt. Da es einen New Game Plus Modus gibt, eignet sich "Crisis Core: Final Fantasy VII - Reunion" sogar als Zeitvertreib für die gesamten Weihnachtstage.

Die Auseinandersetzungen gehen flüssig von der Hand und machen auch noch so viel Spaß wie vor 14 Jahren.
Die Auseinandersetzungen gehen flüssig von der Hand und machen auch noch so viel Spaß wie vor 14 Jahren.  © Square Enix

Fazit zu Crisis Core: Final Fantasy VII - Reunion

Der Test mag in erster Linie vielleicht etwas negativ wirken. Im Grunde genommen ist Square Enix das Remaster eines durchaus alten Schinkens aber gut gelungen. Der bei Fans hoch im Kurs stehende Ableger ist auch heute noch charmant, spielt sich flott und ergänzt das Hauptspiel mit sinnvollen Storyelementen.

Dennoch merkt man "Crisis Core: Final Fantasy VII - Reunion" seine PSP-Herkunft aber an jeder Ecke an. Sei es das etwas altbackene Gameplay, die schlauchartigen Welten oder die in vielen Teilen nur hochskalierte Grafik. Da war der Remake-Sprung von "Final Fantasy VII" schon deutlich größer.

Wer schon damals den PSP-Teil toll fand, kann jedoch bedenkenlos zugreifen. Vielleicht bietet sich jedoch an, noch etwas zu warten. Knapp 60 Euro für ein aufgehübschtes Remaster sind doch etwas zu hoch.

Titelfoto: Square Enix

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