Destiny 2: Beyond Light im Test: Hat Bungie eine neue Ära eingeleitet?

Leipzig - Mit "Beyond Light" liefert Entwickler Bungie bereits den zweiten großen DLC für sein Riesen-MMO-Loot-Shooter "Destiny 2". Der zog aufgrund einiger weitreichender Veränderungen bereits im Vorfeld einiges an Kritik auf sich - und trieb gleichzeitig die Erwartungshaltung in ungeahnte Höhen. Doch was steckt denn nun wirklich in der Erweiterung? TAG24 hat die Antwort für Euch.

Mit "Beyond Light" erschien der langersehnte zweite große DLC für Bungies MMO "Destiny 2". Darin stellt Ihr Euch zusammen mit der Exo Stranger den Gefallenen, die es mit einer neuen Macht auf Euch und natürlich das Universum abgesehen haben.
Mit "Beyond Light" erschien der langersehnte zweite große DLC für Bungies MMO "Destiny 2". Darin stellt Ihr Euch zusammen mit der Exo Stranger den Gefallenen, die es mit einer neuen Macht auf Euch und natürlich das Universum abgesehen haben.  © Bungie

Natürlich gab es am Erscheinungstag erst einmal Server-Probleme. Was wäre auch ein "Destiny"-Release ohne Warteschleifen? Nun ist er also da: "Beyond Light", der zweite große DLC für "Destiny 2".

Zumindest innerhalb der "Destiny"-Community wurde die Expansion bereits im Vorfeld heiß diskutiert.

Immerhin hatte Entwickler Bungie angekündigt, dass zeitgleich zum Release mindestens zwei weitreichende Veränderungen eintreten sollten: "Sunsetting" und die Einführung des "Destiny Content Vaults", oder auch DCV genannt.

Hinter ersterem Begriff verbarg sich die Einführung eines Power-Limits für alle Waffen und Rüstungsteile, was zur Folge hatte, dass diese nun nur noch bis zu einem bestimmten Power-Level verbessert werden können.

Im Falle des Year-1-Equipments ging das Ganze sogar soweit, dass sich ein Großteil gar nicht mehr hochleveln lässt und somit für PvE-Content wie Raids, Strikes und die Story im Grunde keine Rolle mehr spielt. Reißerisch ausgedrückt, wurde so manche hart erspielte Lieblingswumme von einem Tag auf den anderen in Altmetall verwandelt.

Damit nicht genug, verfrachtete Bungie einen Teil der bisher verfügbaren Locations und Spiel-Modi in den DCV. Multiplayer- und Gambit-Maps, der Großteil der Raids und sogar ganze Planeten wie Mars und Jupiter verschwanden von der Karte. Bungie erklärte zwar, diese irgendwann in irgendeiner Form wieder zurückzubringen. Wann das jedoch passieren soll, steht aktuell noch in den Sternen.

Während die Entwickler davon sprachen, ihr Spiel gesundzuschrumpfen, war der Aufschrei in der Community erwartungsgemäß groß. Schätzungen besorgter Gamer zufolge sollen zwischen 40 und 60 Prozent des bisherigen Contents durch Sunsetting und den DCV "verloren" gegangen sein.

"Beyond Light" hatte also schon vor Release einiges gutzumachen und so mancher Fan erhoffte sich gar den Beginn einer neuen Ära für Bungies MMO.

Neue Gegner, neue Waffen, neuer Fokus

Neben neuen Locations und Ausrüstung bietet "Beyond Light" endlich auch neue Gegner. Diese sogenannten "Wyvern" der Vex greifen Euch nicht nur mit ihren Laserkanonen an, sie können sich auch in eine Art Kugel verwandeln und im Sturzflug Euch das Leben schwer machen.
Neben neuen Locations und Ausrüstung bietet "Beyond Light" endlich auch neue Gegner. Diese sogenannten "Wyvern" der Vex greifen Euch nicht nur mit ihren Laserkanonen an, sie können sich auch in eine Art Kugel verwandeln und im Sturzflug Euch das Leben schwer machen.  © Bungie

Konnte der DLC diesen Erwartungen gerecht werden? Nun, ja und nein.

Die Expansion macht grundsätzlich eine gute Figur. Der Eismond Europa als neue Location sieht fantastisch aus und bietet aufgrund seiner dynamischen Wetterverhältnisse fast schon Next-Gen-Flair.

Die neue Kampagne um die Gefallenen, die die neue Macht Stase entdecken und diese nutzen wollen, um die Vorherrschaft im All zu erlangen, ist zwar etwas kurz geraten und kann leider nicht mit der Story aus "Forsaken" mithalten.

Unterhaltsam ist sie jedoch allemal. Darüber hinaus lernt Ihr so gleich den neuen Fokus kennen, denn - ja, Ihr habt richtig gehört - neben Leere, Arkus und Solar gibt es nun auch Stase.

Die neue Fähigkeit lässt Euch beispielsweise Eiswände per Granate erschaffen oder auch Gegner per Super einfrieren, um sie dann mit einer Druckwelle zum Bersten zu bringen. Das sieht nicht nur beeindruckend aus, es war vor allem im PVP zu Beginn so übermächtig, dass Bungie bereits den ersten Patch nachliefern musste. Mittlerweile soll die Fähigkeit halbwegs ausbalanciert sein und auch Normalos wie ich können sich wieder in den Schmelztiegel wagen.

Damit jedoch nicht genug der Neuerungen: Es gibt neue Gegner, neue Waffen und Rüstungsteile, neue Strikes, einen neuen Raid und mit dem "Cosmodrome" aus "Destiny 1" sogar eine zweite neue/alte Location. Der Gambit-Modus wurde grundsätzlich verändert, die Grafik etwas aufgehübscht, Ladezeiten verkürzt und für Einsteiger gibt es sogar eine neue Einführungsmission. Die soll zwar mehr oder weniger dem Start aus "Destiny 1" entsprechen, erklärte die Spielmechaniken jedoch um einiges ausführlicher als der bisherige Einstieg.

Dazu startete eine Woche nach Release auch die neue "Season of the Hunt", in der Ihr es endlich mal wieder mit Spider und Osiris zu tun bekommt. "Destiny"-Spieler haben aktuell also einiges zu tun und ebenso viel zu entdecken.

Die größten Neuerungen bemerkt Ihr gar nicht

Die wohl spannendste Neuerung dürfte für viele jedoch der neue Stase-Fokus sein. Der sieht nicht nur beeindruckend aus, er haut auch ordentlich rein.
Die wohl spannendste Neuerung dürfte für viele jedoch der neue Stase-Fokus sein. Der sieht nicht nur beeindruckend aus, er haut auch ordentlich rein.  © Bungie

So weit die großen Neuerungen von "Beyond Light". Wer nun jedoch den Beginn einer neuen Ära erwartet hat, wird mit dem DLC vermutlich enttäuscht sein.

Denn auch wenn die Expansion grundsätzlich eine gute Figur macht (ja, wie wir bereits erwähnt haben), so ist ein Großteil der Veränderungen - beispielsweise in Bezug auf die neue Ausrüstungs-Meta - doch eher hintergründiger Natur und wird erst im Laufe der Zeit seine volle Wirkung entfalten.

Die offensichtlichen Neuerungen - neue Gegner, neuer Fokus, neues Equipment - fallen hingegen in ihrer Masse zu gering aus, um von einem kompletten Neustart zu reden. "Destiny 2" fühlt sich auch nach dem Release von "Beyond Light" noch immer an wie, na ja, "Destiny 2" eben.

Das soll jedoch nicht heißen, dass ich mit der neuen Erweiterung keinen Spaß hatte. Im Gegenteil. Gerade aufgrund des Sunsettings habe ich endlich mal wieder einen Grund, neue Waffen auszuprobieren. Gleichzeitig fühlen sich Raids und andere Missionen plötzlich wieder knifflig an, denn man kann eben nicht auf seine übliche Spitzenausrüstung setzen.

Dieselbe Experimentierfreude kommt mit Stase auf, während die neuen Locations mal wieder zum ausführlichen Erkunden einladen. Hinzu kommen zahlreiche Neuerungen, die das Leben als Hüter einfacher machen und auf die ich an dieser Stelle aus Platzgründen gar nicht eingehen kann.

Abgesehen von ein paar kleineren Bugs und Grafikausfällen - von denen ich jedoch sicher bin, dass Bungie sie bald beheben wird - kann ich aktuell fast nur Positives über "Beyond Light" berichten.

Fazit:

"Beyond Light" ist nicht der Beginn, sondern viel mehr die Überleitung zu einer neuen Ära von "Destiny 2". Die Erweiterung mag für manchen Fan nicht die Menge an Neuerungen liefern, die er oder sie sich vielleicht erhofft hat. Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen, dass das Paket mehr als stimmt.

Es gibt genug Neues zu entdecken, auszuprobieren und mit dem neuen Fokus sogar zu erlernen. Die Veränderungen innerhalb der Spielwelt erscheinen für mich allesamt sinnvoll und erfrischend, und auch das Fehlen von Planeten und Ausrüstung ist mir bisher keineswegs negativ aufgefallen. Im Gegenteil: "Destiny 2" wirkt für mich seit Langem mal wieder kompakt und aufgeräumt.

Klar, es hätte gern etwas mehr sein können, dazu würde wohl niemand "nein" sagen. Am Ende des Tages ist "Beyond Light" aber noch immer eine Erweiterung und kein vollwertiges Spiel. Diese Rolle erfüllt sie mehr als gut und bietet mir dabei mehr als genug Anreize, um mich wieder regelmäßig ins Universum zu stürzen - und gleichzeitig darauf gespannt zu sein, was nach dieser Überleitung auf mich wartet.

Titelfoto: Bungie

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