"Dolmen": Action-RPG mit Souls-System im Weltall - was kann da schief gehen?

Leipzig - Spätestens seit dem bahnbrechenden Erfolg von "Elden Ring" ist das Soulslike-Genre keine Nische mehr. Immer mehr Entwickler versuchen das anspruchsvolle Spielprinzip für eigene Projekte zu nutzen, so nun auch "Dolmen" von Massive Work Studio. Ein Paradebeispiel dafür, dass gerade die From-Software-Formel gar nicht so leicht zu kopieren ist.

Als Elite-Kämpfer seid Ihr auf dem Planeten Revion Prime unterwegs, um fiese Aliens zu bekämpfen.
Als Elite-Kämpfer seid Ihr auf dem Planeten Revion Prime unterwegs, um fiese Aliens zu bekämpfen.  © Prime Matter/Massive Work Studio

Dass Spiele wie "Dark Souls" oder auch "Bloodborne" Pate standen, wird schon nach wenigen Minuten klar. Euer Commander, den Ihr steuert, verfügt über eine Lebens- und Ausdauerleiste und im Grunde genommen auch über Magie, die in "Dolmen" allerdings als Energie dargestellt wird.

Die Tastenbelegungen wie Schlagen oder Verteidigen sind gleich wie in den Vorbildern und Speicherpunkte werden dreist sogar Leuchtfeuer genannt - kennt man irgendwoher. Setting und Monster haben mich stark an "Hellpoint" erinnert.

In drei Kapiteln wird Euch ein solides Action-RPG geboten, dass in einigen Bosskämpfen sogar recht knackig wirken kann.

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Ziel ist es, ein missglücktes Dimensions-Experiment wieder unter Kontrolle zu bringen und unter anderem eine Wissenschaftlerin aufzuhalten, die - sagen wir - etwas zu sehr in ihrer Forschungsarbeit aufgegangen ist. Wirklich innovativ ist das aber alles nicht und die Geschichte ist eher eine Randnotiz.

Das größte Problem an "Dolmen" ist aber gerade, dass es eben die großen Vorlagen gibt. Rein objektiv betrachtet macht der Titel nicht unbedingt etwas falsch. Doch im Vergleich hinkt das Spiel in jedem Aspekt hinterher.

Dolmen: An jeder Ecke hinkt der Titel seinen Vorbildern hinterher

Einige Bosskämpfe wirken auf den ersten Blick recht schwer. Nach wenigen Versuchen lassen sich die meisten Angriffsmuster aber problemlos analysieren und abwehren.
Einige Bosskämpfe wirken auf den ersten Blick recht schwer. Nach wenigen Versuchen lassen sich die meisten Angriffsmuster aber problemlos analysieren und abwehren.  © Prime Matter/Massive Work Studio

Das beginnt schon bei der Welt, die zwar in Teilen verwirrend, aber nicht wirklich groß und auch nicht schön ist. Das Kampfsystem versucht sich mit der Idee, Pistolen mit unendlicher Munition einzuführen. Was zunächst unfair stark klingt, entpuppt sich letztendlich nur als nette Beigabe.

Wirklich stark ist nur der Nahkampf, der wahlweise mit Schwert, Axt oder anderen Schlagwaffen geführt werden kann. Eure Knüppel baut Ihr im Raumschiff selbst zusammen. Das Crafting-System ist dabei extrem simpel gehalten und erreicht nie die Bandbreite eines "The Surge".

Die angesprochenen Bosse, gerade in Kapitel drei, wirken auf den ersten Blick knackig, verfolgen aber zu oft immer identische Angriffsmuster, die nach wenigen Versuchen einfach zu durchschauen sind.

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Noch dazu haben sich die Entwickler einige negative Aspekte abgeschaut: Ewig lange Wege vom Speicherpunkt zum Boss sind seit "Elden Ring" ebenso überholt wie Räume, die nach Gegnerbeseitigung absolut gar keine Belohnung beinhalten.

Das streckt die knapp zwölfstündige Kampagne unnötig in die Länge. Somit hat man spätestens beim Abspann das Gefühl, dass man zwar kein schlechtes Spiel gezockt hat, dennoch aber extrem viel Potenzial liegen gelassen wurde und somit der Titel wohl schnell in Vergessenheit geraten wird.

Optisch macht "Dolmen" leider keine so gute Figur. Die Welt wirkt in vielen Teilen uninspiriert und oftmals seid Ihr nur in öden Forschungseinrichtungen unterwegs.
Optisch macht "Dolmen" leider keine so gute Figur. Die Welt wirkt in vielen Teilen uninspiriert und oftmals seid Ihr nur in öden Forschungseinrichtungen unterwegs.  © Prime Matter/Massive Work Studio

Fazit zu Dolmen

Ich würde "Dolmen" wirklich gern besser bewerten, gerade weil ich Fan des Genres bin, aber dafür macht es einfach nichts Besonderes und hängt im Vergleich zu seinen Vorbildern in jedem Punkt hinterher. Die Kombination aus Soulslike und "Hellpoint"-Setting klingt so vielversprechend, dass man im Grunde genommen nur enttäuscht werden kann.

Zugegeben: Ich hatte während des Durchspielens nie wirklich Langeweile und nur einige Passagen wie der Weg zum dritten Boss haben mich so richtig genervt. Aber ich habe mir einfach immer gedacht: "Warum sollte ich Dolmen eher vor einem der anderen Größen des Genres bevorzugen?" Die Antwort, die ich darauf gefunden habe, ist: Es gibt keinen Grund.

Wer aber nach "Elden Ring" und Co. noch immer neues Action-RPG-Futter braucht, macht mit dem 40-Euro-Kauf vielleicht auch nichts verkehrt.

Titelfoto: Prime Matter/Massive Work Studio

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