Hearthstone Mini-Set Onyxias Hort: Wie kann man ein Spiel nur so versauen?

Leipzig - Anfang Dezember war es mal wieder an der Zeit: Blizzard erweiterte mit "Gespalten im Alteractal" sein beliebtes Kartenspiel "Hearthstone" und fügte satte 135 neue Karten hinzu. Wie gewohnt ließ das Unternehmen ein paar Monate später ein kleines Mini-Set folgen. Doch "Onyxias Hort" enttäuscht auf ganzer Linie.

"Gespalten im Alteractal" ist die neueste Erweiterung für Blizzards Kartenspiel "Hearthstone".
"Gespalten im Alteractal" ist die neueste Erweiterung für Blizzards Kartenspiel "Hearthstone".  © Blizzard

Dass man alle paar Monate das Gefühl hat, trotz des bereits mehr als siebenjährigen Bestehens von "Hearthstone" als Spieler immer wieder etwas Neues erleben zu können, habe ich dem süchtig machenden Werk von Blizzard bereits in einigen anderen Tests hoch angerechnet.

Doch "Vereint in Sturmwind", die letzte große Erweiterung des Titels, hatte einige Probleme.

Schon nach ein paar Tagen war klar, dass die neuen Karten absolut nicht ausbalanciert waren. Es kristallisierten sich schnell zahlreiche Decks heraus, die viel zu stark waren und schließlich den gewerteten Modus überfluteten.

Die gleiche Befürchtung hatte ich auch bei "Gespalten im Alteractal", doch ich habe mich getäuscht. Nach einer Woche sehe ich auf dem Diamant-Rang bis auf wenige Ausnahmen immer wieder neue Decks, die ich noch nicht kannte.

Dabei sind auch alle der zehn Klassen in schöner Regelmäßigkeit vertreten - auch wenn aktuell Schamane, Paladin und Hexenmeister die Nase vorn haben.

Hearthstone: Beliebte Heldenkarten kehren zurück

Die "Kolossale Eule" ist überraschenderweise eine extrem beliebte Karte der neuen Erweiterung. Gerade mit dem Hexenmeister lässt sich eine tödliche Combo schaffen.
Die "Kolossale Eule" ist überraschenderweise eine extrem beliebte Karte der neuen Erweiterung. Gerade mit dem Hexenmeister lässt sich eine tödliche Combo schaffen.  © Blizzard

Grund für die schöne Abwechslung dürfte auch die erneute Integration von beliebten Heldenkarten sein, die teilweise übertrieben stark sind.

Ich persönlich habe immer wieder auf die Priester-Heldin "Xyrella die Andächtige" zurückgegriffen, die direkt alle meine Todesröcheln-Effekte noch einmal abspielt - brutal! Auch das neue Schlüsselwort "Ehrenhafter Sieg", das lange überfällig war, hat es ins Spiel geschafft. Was viele Spieler bislang aus Spaß gemacht haben, wird nun belohnt.

Wird ein Diener genau mit dem Angriff besiegt, der seinem Leben entspricht, gewähren entsprechende Karten einen Bonus. So kann sich ein Duell mit der richtigen Karte ganz schnell in die andere Richtung drehen. Weiterhin gibt es jetzt Zauberkarten, die nach der Aktivierung drei Runden lang wirken.

Magier beschwören so beispielsweise extrem starke Zauber, während Schamanen jeden Zug einen neuen Eishelfer bekommen.

Fazit zu Hearthstone - Gespalten im Alteractal

Mit der neuen Erweiterung "Gespalten im Alteractal" legt Blizzard für sein beliebtes Kartenspiel "Hearthstone" in meinen Augen eine Punktlandung hin und darf sich zurecht die Krone für das Update des Jahres aufsetzen. Die neuen Karten funktionieren bislang extrem gut und geben jeder Klasse ausgeglichene Möglichkeiten, auf den Gegner zu reagieren.

Besonders die neuen Heldenkarten gefallen mir sehr gut, auch wenn einige wie "Lichtgeschmiedete Cariel" durchaus stärker als andere wirken. Trotzdem: Nach dem Chaos von "Vereint in Sturmwind" hat sich das Kartenspiel nun erfolgreich rehabilitiert. So steht einigen Partien über die Weihnachtszeit nichts im Wege!

Hearthstone-Erweiterung Onyxias Hort: Warum, Blizzard?

"Schlachtzugsboss Onyxia" ist eine der 35 neuen Karten des Mini-Sets. Sie ist auch nicht das große Problem der Erweiterung.
"Schlachtzugsboss Onyxia" ist eine der 35 neuen Karten des Mini-Sets. Sie ist auch nicht das große Problem der Erweiterung.  © Blizzard

Zwei Monate nachdem "Gespalten im Alteractal" die Hearthstone-Gemeinschaft begeisterte, folgt Blizzard seinem Zyklus und veröffentlicht vor der nächsten großen Erweiterung ein Mini-Set.

Das hört auf den Namen "Onyxias Hort" und bringt insgesamt 35 neue Karten mit sich, die für 15 Euro oder 2000 Ingame-Währung gekauft werden können.

Die namensgebende "Onyxia" ist dabei eine von drei legendären Drachen, die den Weg ins Spiel gefunden haben. Stark, aber nicht so überwältigend wie Kollege "Kazakusan", der mal eben das komplette Meta auf den Kopf stellt - leider nicht im positiven Sinne.

Spielt Ihr ihn für acht Mana, ersetzt er Euer Deck durch zehn von Euch gewählte Karten, die allesamt so stark sind, dass sie ein komplettes Duell im Alleingang erledigen können.

Das haben sehr schnell auch die Spieler erkannt und überschwemmen alle Formate vornehmlich mit einem Druiden-Deck, das speziell auf den Drachen abgestimmt ist.

Dadurch ergibt sich aktuell folgendes Bild: In neun von zehn Spielen trifft man entweder Decks an, die mit "Kazakusan" spielen oder Decks, die derart aggressiv zu Werke gehen, dass der Effekt unter Umständen nicht rechtzeitig zu Stande kommt. Wer im Ansatz etwas dazwischen versucht, wird kaum eine Chance haben.

Fazit zu Hearthstone Mini-Set Onyxias Hort

Ich war lange Zeit bei Hearthstone nicht so sprachlos wie nach den ersten Spielen mit dem neuen Mini-Set. Wie kann man als Entwickler im Vorfeld nicht merken, dass man mit Karten wie "Kazakusan" quasi das ganze Spiel völlig zerstört? Das gewertete Standard-Format ist unter diesen Umständen nahezu unspielbar, außer, man lässt sich auf einen der beiden genannten Decktypen ein.

Somit wird aller Voraussicht nach in den nächsten Wochen ein Update folgen, dass den Über-Drachen etwas heruntersetzt. Wie es überhaupt aber erst zur Integration solcher Elemente kommen kann, ist mir schleierhaft.

Originaltext vom 15. Dezember, 6.16 Uhr,

aktualisiert am 17. Februar, 11.49 Uhr

Titelfoto: Blizzard

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