"Far Cry 6": Mehr als bloßes Ballern? Das erwartet Euch im neuen Game

Yara - Auf diesem Inselparadies geht es ordentlich zur Sache! Ubisoft entführt Euch mit "Far Cry 6" nach Yara, wo ein fieser Diktator das Volk unterdrückt und Ihr mit der Hilfe einer Guerilla-Gruppe zur Revolution aufbrecht. Ob das Spaß macht oder nur laue Open-World-Kost ist, versucht unser Test zu klären.

Traumhaft schöne Inselkulissen, dicke Wummen und erschlagend viel zum sammeln: Das ist "Far Cry" wie man es kennt - und liebt?
Traumhaft schöne Inselkulissen, dicke Wummen und erschlagend viel zum sammeln: Das ist "Far Cry" wie man es kennt - und liebt?  © Ubisoft

Warum spielt man "Far Cry"? Diese Frage spukte mir während der gesamten Zeit auf der Insel Yara durch den Kopf. Seit "Far Cry 3" und dem verrückten Antagonisten Vaas habe ich keinen Teil von Ubisofts Open-World-Ausflügen verpasst.

Und obwohl mich mit jedem Teil eigentlich nichts wirklich Neues erwartet hat, hatte ich dennoch meinen Spaß. Und im Grunde genommen ist das beim sechsten Anlauf der Reihe auch nicht anders.

Wer schon einmal ein "Far Cry" gespielt hat, weiß genau, was ihn erwartet - aber eben auch was nicht.

Dieses Mal verkörpert Euer Charakter Dani, wahlweise männlich oder weiblich, ein Waisenkind, Ex-Militär und neuerdings auch Guerilla-Kämpfer. Auf besagtem Inselparadies hat Anführer Antón Castillo, verkörpert von "Breaking Bad"-Schauspieler Giancarlo Esposito (63), die Kontrolle übernommen.

Die Folge sind Unterdrückung und Mord, was Ihr natürlich ändern wollt. An die charismatische Stärke von alten Widersachern der Serie kommt Castillo nicht ganz heran. Was die grundsätzliche Story angeht, wird versucht, eine nötige Portion Ernsthaftigkeit einzubringen.

Wie es um die aber wirklich steht, weiß man bereits nach zehn Minuten: Nach einer dramatischen Situation stirbt Eure Jugendgefährtin, die Danis ganzes Leben begleitet hat. Das interessiert Euch im Spiel aber genau einen Augenblick lang, bevor Ihr statt Trauer lieber Schätze sammelt, Waffen aufrüstet und einen Soldaten nach dem anderen blutig abschlachtet. "Far Cry" eben.

Ob einem das Spiel gefällt, hängt ganz von der Herangehensweise an

Während Eurer Inseltour trifft Dani zahlreiche abgedrehte Charaktere. Die Tierbegleiter wie dieser modifizierte Hund dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Während Eurer Inseltour trifft Dani zahlreiche abgedrehte Charaktere. Die Tierbegleiter wie dieser modifizierte Hund dürfen natürlich auch nicht fehlen.  © Ubisoft

Nochmal: Wer Ubisofts Werk spielt, um in einer grafisch beeindruckenden Welt wahllos rumzuballern, Dinge anzuzünden und Hahnenkämpfe zu bestreiten, der wird ohne Frage eine Menge Spaß haben. Die Welt ist gigantisch und voll gepackt mit Sammelkram, Nebenmissionen und verrückten Ideen.

Gegnerische Stellungen könnt Ihr Harakiri-technisch einfach aus allen Rohren bombardieren oder ganz klassisch mit Scharfschützengewehr aus der Ferne ausräuchern. Freude machen dabei mal wieder Eure animalischen Begleiter wie Krokodil Guapo, der Feinde wortwörtlich zum Fressen gern hat.

Wer jedoch auf Storytelling ala "The Last of Us" hofft oder erwartet hat, dass mit dem sechsten Teil mal wirklich etwas Frische ins Genre gepackt wird, für den wird dieses Spiel nix sein.

Fairerhalber muss man aber auch sagen, dass es Ubisoft auch gar nicht anders will. Am Ende kommt es ganz darauf an, ob man auf diesen Open-World-Ausflug wirklich Bock hat.

"Far Cry 6" ist sicherlich aktuell eines der besten Spiele, wenn es darum geht, durchgeknallte Einheimische bei wahnsinnigen Ideen zu unterstützen. In der gleichen Szenerie rasen brennende Tiere vorbei, ein Panzer schießt unermüdlich in Eure Richtung und nebenbei geht Dani ein cooler Spruch über die Lippen. Es ist eben abgedreht - das war es schon immer.

Diktator Antón Castillo, verkörpert von "Breaking Bad"-Schauspieler Giancarlo Esposito (63), ist Eurer großer Feind.
Diktator Antón Castillo, verkörpert von "Breaking Bad"-Schauspieler Giancarlo Esposito (63), ist Eurer großer Feind.  © Ubisoft

Fazit zu Far Cry 6

Kann ich "Far Cry 6" wirklich jeden ans Herz legen? Nein. All diejenigen, die auf eine tiefgreifende Story, ein frisches Setting, Überraschungen in jeder Hinsicht und ein weniger repetitives Gameplay hoffen, dürfen das Ding getrost im Laden lassen. Doch all jene, die seit Jahren genau wissen, was sie bei einem von Ubisoft produzierten Titel erwartet und trotzdem komischerweise immer wieder Lust darauf haben, können die 70 bis 80 Euro ruhig in die Hand nehmen.

Nach einem harten Arbeitstag völlig stumpf auf der Couch ein paar vollkommen dämliche KI-Soldaten mit Raketenwerfer von einer Tropeninsel ballern, löst bei manchen Menschen eben einen gewissen Beruhigungsseffekt aus. Und was das angeht, bleibt "Far Cry" ungeschlagen.

Es ist eben ein Spiel, bei dem man sich nicht wundern braucht, warum der weltweite Bewertungsspiegel gefühlt Achterbahn fährt. Der eine liebt es, der andere hasst es. Zu welcher Sorte Ihr gehört, müsst Ihr wohl selbst herausfinden.

Titelfoto: Ubisoft

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