Die Schönheit der Trauer: "Life is Strange" ist in der Remastered Collection zurück

Deutschland - Ein Mädchen betritt den Flur ihrer Schule. Andere Jugendliche streifen durch ihr Blickfeld. Gitarrenmusik. Und eine sanfte Stimme singt: "To all of you, American girls, it's sad to imagine a world without you." Willkommen zurück in Arcadia Bay.

Max (l.) und Chloe verbindet eine gemeinsame Vergangenheit, eine neu belebte Freundschaft - und ein tragisches Schicksal.
Max (l.) und Chloe verbindet eine gemeinsame Vergangenheit, eine neu belebte Freundschaft - und ein tragisches Schicksal.  © Square Enix / Dontnod / Deck Nine

Wer bereits jetzt im Kopf den Song weiter hört - sorry, für den Ohrwurm - gehört zu den Glücklichen, die den mehrfach mit Auszeichnungen überhäuften Überraschungshit "Life is Strange" gespielt hatten.

Das mehr als eindeutig von der Serie "Twin Peaks" inspirierte Coming-Of-Age-Drama rund um die ermordete Rachel Amber führte nach dem unerwarteten Erfolg zu dem Prequel "Before the Storm", dem Spin-Off "The Awesome Adventures of Captain Spirit" sowie zwei Fortsetzungen.

Sieben Jahre nach dem ersten Auftreten der mit übernatürlichen Kräften ausgestatteten Hauptfigur Maxine "Max" Caulfield und ihrer vom Schicksal immer wieder heimgesuchten Freundin Chloe Price erlebt "Life is Strange" ein digitales Facelift.

Im Februar erschien die Remastered Collection des von Dontnod und Deck Nine erschaffenen Episoden-Meisterwerks.

Vor allem optisch gab es einige Verbesserungen

Der Stil bleibt, die Details wurden verbessert. Die Remastered Collection von "Life is Strange" lässt uns mehr Emotionen erkennen.
Der Stil bleibt, die Details wurden verbessert. Die Remastered Collection von "Life is Strange" lässt uns mehr Emotionen erkennen.  © Square Enix / Dontnod / Deck Nine

Am Gameplay selbst hat sich jedoch wenig geändert. Warum auch? Es ist einfach und intuitiv.

Viel mehr ging es primär darum, das Spiel optisch anzuheben.

Natürlich sprechen wir von Anpassungen und Verbesserungen, keiner totalen Neuausarbeitung.

Aber die Gesichter sind detailreicher und zeigen mehr emotionale Facetten als die 2015er-Version.

Auch wirken die Bewegungsabläufe eleganter und weicher. Der traurig-schönen Mystery-Geschichte spielt das durchaus in die Hände, auch wenn grafisch natürlich noch weitaus größere Sprünge möglich gewesen wären.

Da es "Life is Strange" aber in der noch jungen Geschichte des Episodenspiel-Genres bereits geschafft hat, mit seiner Geschichte neue Maßstäbe zu definieren, jammert man hier auf hohem Niveau.

Es ist eine wahre Freude, den spielbar gewordenen Schmetterlingseffekt erneut durchleben zu dürfen: die Dramatik, die kaputten Charaktere, die tragischen Veränderungen in der Vergangenheit, die Zeitsprünge, die Suche nach Rachels Mörder - und dem Grund.

Seit 1. Februar ist die Remastered Collection von "Life is Strange" und "L.i.S.: Before the Storm" erhältlich.
Seit 1. Februar ist die Remastered Collection von "Life is Strange" und "L.i.S.: Before the Storm" erhältlich.  © Square Enix / Dontnod / Deck Nine

Entscheide, wer überlebt: deine Freundin - oder deine Heimat

In der Remastered Collection ist außerdem das (idealerweise erst danach zu spielende) Prequel "Before the Storm" mit dabei.

Was bleibt, ist am Ende also erneut die Frage: Opfern wir eine komplette Stadt, um Chloe zu retten? Oder erfüllen wir ihr den Wunsch, sich für den Rest der Menschen aufgeben zu dürfen?

Erhältlich ist die Neuauflage des Videospiels für Xbox One, PlayStation 4, Steam und Google Stadia.

Titelfoto: Square Enix / Dontnod / Deck Nine

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