Hyrule Warriors - Zeit der Verheerung im Test: Zurück in der Welt aus Zelda: Breath of the Wild!

Hyrule - Zurück im Königreich! Weit mehr als drei Jahre ist es her, seit Nintendo mit "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" einen absoluten Knaller auf die Switch gebracht hat. Damit die Wartezeit auf den zweiten Teil etwas erträglicher wird, veröffentlichten die Japaner nun die Vorgeschichte des Rollenspiel-Epos im sogenannten Musou-Stil. Ob "Hyrule Warriors - Zeit der Verheerung" sein Geld wert ist, erfahrt Ihr im Test.

Held Link gehört der Streitmacht von König Rhoam an. Noch weiß er nicht, welch wichtige Rolle er in diesem Epos einnehmen wird.
Held Link gehört der Streitmacht von König Rhoam an. Noch weiß er nicht, welch wichtige Rolle er in diesem Epos einnehmen wird.  © Nintendo

Es dürften locker mehr als 100 Stunden Spielzeit gewesen sein, die ich Anno 2017 in "Breath of the Wild" versenkt habe. Nintendo hatte es tatsächlich geschafft, einer ihrer längsten Erfolgsserien einen neuen Anstrich zu verpassen und sie mit absoluter Finesse in den Videospiel-Olymp zurück zu heben.

Seit der Ankündigung, dass in den nächsten Jahren ein zweiter Teil für die Switch erscheinen soll, wischen sich noch immer zahlreiche Fans gegenseitig Freudentränen aus den Augen. Da die Verantwortlichen aber alles daran setzen werden, ihren nächsten potenziellen Systemseller nicht in den Sand zu setzen, wird das wohl noch etwas dauern.

Um die Wartezeit zu verkürzen, entschloss man sich, die Vorgeschichte des Erstlings in Form eines Musou- oder auch Hack-and-Slay-Spiels zu erzählen. "Hyrule Warriors - Zeit der Verheerung" ist nach dem 2014 erschienenen ersten Teil die zweite Episode der in Japan sehr beliebten Warriors-Reihe im Zelda-Look.

In "Breath of the Wild" wurde in schönen Rückblenden bereits erzählt, was Euch erwarten wird: Die Verheerung Ganon fällt in Hyrule ein und will alles in Dunkelheit stürzen. Um das zu verhindern, wird unter der Leitung von König Rhoam und Prinzessin Zelda eine gigantische Armee aufgestellt, unter der sich auch Held Link befindet.

"Zeit der Verheerung" geht direkt zu Beginn näher ins Detail. So wird erklärt, dass ein kleiner Roboter das drohende Inferno bereits kommen sah und in der Zeit zurückreiste, um die Helden des Königreichs zu warnen. Ein Plan muss her, um das Unheil abzuwenden. Und da kommt Ihr ins Spiel.

Spektakuläre Gefechte

Zahlreiche Orks stellen sich Euch im Laufe des Abenteuers entgegen. Wirklich gefährlich werden aber nur die großen Mutationen.
Zahlreiche Orks stellen sich Euch im Laufe des Abenteuers entgegen. Wirklich gefährlich werden aber nur die großen Mutationen.  © Nintendo

Wer schon einmal ein "Warriors"-Abenteuer gespielt hat, wird sich sofort zurechtfinden. Mit einem der vielen auswählbaren Helden wie Goronen-Krieger Daruk, Orni-Schütze Revali oder Hofberaterin Impa werden Unmengen an Gegnerhorden mit schlagkräftigen, flächendeckenden Angriffen niedergeknüppelt.

Jeder der Charaktere hat dabei unterschiedliche Fähigkeiten und Spezialangriffe. So kann sich Mipha beispielsweise teleportieren, während Rivali mit seinen Flugeinlagen für große Augen sorgt. Nach und nach werden leichte und schwere Angriffe aneinandergekettet, um die gegnerischen Reihen letztendlich mit einem spektakulären Finisher vom Feld zu pusten.

Die Moves gehen dabei enorm flüssig von der Hand. Mit ein bisschen Übung sind große Ansammlungen kleiner Fische durch sehenswerte Kombos bald kein Problem mehr. Geht es mal gegen einen stämmigeren Ork-Kollegen, könnt Ihr den Kontrahenten per Tastendruck fixieren und angreifen. Auf der Karte werden Anweisungen gegeben, einen Mitstreiter ebenfalls gegen den Gebietsboss antreten zu lassen. Somit wird der Ork ins Kreuzfeuer genommen und ist wie die vielen anderen Gegner schnell Geschichte.

Diese Mechaniken fühlen sich nach den ersten Versuchen bereits richtig gut an. Auch die bekannten Shiekah-Module aus "Breath of the Wild" kommen zum Einsatz. Ihr werft Bomben auf Gegner, benutzt Stase oder lasst Eisblöcke auf dem Feld erscheinen. Mit jeder Bewegung bekommt man das Gefühl, endlich wieder zurück in einem großen Abenteuer zu sein, das wochenlang gefesselt hat. Spätestens nach ein paar Stunden Spielzeit wird dieser Eindruck jedoch getrübt.

Ein typisches "Warriors"-Abenteuer eben

Alle mit an Bord: Jeder der Helden verfügt über individuelle Fähigkeiten, die mitunter spektakulär die gegnerischen Reihen lichten können.
Alle mit an Bord: Jeder der Helden verfügt über individuelle Fähigkeiten, die mitunter spektakulär die gegnerischen Reihen lichten können.  © Nintendo

Denn nimmt man mal die rosarote Fanbrille ab, steckt in "Zeit der Verheerung" am Ende dann eben doch nur ein typisches "Warriors"-Spiel. Denn die Welt ist nicht frei begehbar, sondern in Missionen unterteilt. Dort absolviert man immer wieder gleiche Gefechte, in dem Hunderte stumpfsinnige Angreifer durch die Luft gefegt werden.

Zwar sorgen ein paar Nebenaufgaben und hin und wieder das Steuern der großen Titanen für ein wenig Abwechslung - im Kern steckt jedoch immer wieder die gleiche Aufgabe. Ein Faktor, der in den vergangenen "Warriors"-Episoden deshalb auch immer wieder für Kritik sorgte.

Schaut man noch genauer hin, lassen sich weitere Makel erkennen. In manchen Kämpfen mit besonders vielen Feinden bricht die Bildrate der Switch auch gern mal ein. Die launischen Koop-Kämpfe können nur zu zweit und im Splitscreen absolviert werden, was der Grafik ebenfalls teilweise das Genick bricht.

Am meisten gestört hat uns im Test aber tatsächlich das fehlende Gefühl der Freiheit, was "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" einfach ausgemacht hat. Erblickt man in einer der "Warriors"-Missionen einen nahen Punkt, der quasi nach Erkundung schreit, dann ist jede unsichtbare Mauer, die einem am Weitergehen hindert, fast schon ein Stich ins Entdeckerherz.

Auch Prinzessin Zelda beteiligt sich aktiv am Kampfgeschehen. Die Shiekah-Module wie Bombe oder Stase sind nützliche Angriffsoptionen.
Auch Prinzessin Zelda beteiligt sich aktiv am Kampfgeschehen. Die Shiekah-Module wie Bombe oder Stase sind nützliche Angriffsoptionen.  © Nintendo

Fazit:

Keine Frage: Wer sich darauf einlässt, kann mit "Hyrule Warriors - Zeit der Verheerung" richtig viel Spaß haben. Die Kämpfe mit den zahlreichen steuerbaren Charakteren gehen flott von der Hand und vermitteln ein wunderbares Gefühl davon, wie es ist, der Held auf dem Schlachtfeld zu sein. Die bekannten Elemente aus "Breath of the Wild" wie die Shiekah-Module wurden exzellent ins Spiel integriert und lassen mit ein wenig Übung großartige Kombos auf das Schlachtfeld zaubern.

Ein durchaus gelungener Zeitvertreib für zwischendurch - aber eben nicht mehr. Die vielen Missionen können über den monotonen Spielverlauf letztendlich nicht hinwegtäuschen. Zwar fühlt es sich wunderbar an, zurück im wunderschönen Hyrule zu sein. Wenn man durch unsichtbare Wände in streng vorgegebenen Levels aber daran gehindert wird, seinem intuitiven Entdeckerdrang nachzugehen, ist das schon arg frustrierend.

Am Ende bleibt ein typischer "Warriors"-Titel mit Zelda-Maske, der für einige die Wartezeit auf "Breath of the Wild 2" durchaus verkürzen kann. Wer aber lieber auf seine Freiheit pocht und eine Welt ganz nach seinem eigenen Ermessen erkunden will, spielt lieber noch einmal den Master-Modus aus "BOTW".

Titelfoto: Nintendo

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