"Paper Mario: The Origami King" im Test: Dieser Klempner macht maximal süchtig!

Japan - Etwas mehr als zwei Monate ist es her, da präsentierte Nintendo mit einem kurzen Trailer den neuen Mario-Ableger für die Nintendo Switch. "Paper Mario: The Origami King" setzt die durchaus beliebte Reihe in gewohnter Manier fort und entführt die Spieler in eine farbenfrohe Welt komplett aus Papier. Ob sich der Kauf lohnt und Mario erneut der strahlende Held sein wird, erfahrt Ihr im Test.

Im Verlauf des Spiels habt ihr es mit einigen von Ollys Spießgesellen zu tun.
Im Verlauf des Spiels habt ihr es mit einigen von Ollys Spießgesellen zu tun.  © Nintendo

Eine absolute Neuheit in der Welt von Super Mario: Prinzessin Peach ist in Gefahr und muss gerettet werden! 

Ja, auch "Paper Mario: The Origami King" erfindet das Klempner-Rad nicht neu und setzt storytechnisch im neuesten Switchableger wieder alles auf die "Rette das Mädchen"-Karte. 

Bösewicht ist dieses Mal der selbsternannte Origami-König Olly, der Papier-Peach kurzerhand zusammengefaltet und sich mittels riesiger Papierschlangen das gesamte Schloss unter den Nagel gerissen hat. 

Mario, der mit Bruderherz Luigi eigentlich zum Feiern ins Königreich gekommen war, muss also wieder zur Tat schreiten, um den Schlamassel zu lösen. 

Hilfe bekommt er dabei von Olivia, der Schwester von Olly. Die ist mit den Machenschaften ihres Familienmitglieds nicht wirklich einverstanden und versucht alles daran zu setzen, dem Klempner unter die Arme zu greifen. Und das sogar wortwörtlich - aber dazu später mehr.

Der Auftrag lautet: Löse die riesigen Luftschlangen, die das Schloss eingehüllt haben. Mario bereist dafür märchenhafte Wälder, eine Wüstenstadt, einen Vergnügungspark und natürlich die Hauptstadt der Toads, die im Laufe des Abenteuers immer wieder zentraler Dreh- und Angelpunkt ist. 

In einem Museum, das relativ zu Beginn des Spiels bereits besucht werden kann, wird schnell klar, dass sammelwütige Spieler voll auf ihre Kosten kommen werden. Es gibt unmenschlich viel zu entdecken! Eure Funde werden dann fein geordnet im Museum ausgestellt.

Bunt ist gar kein Ausdruck

Die knallbunte Welt läd immer wieder zu erkunden ein. Allein in diesem Abschnitt sind unglaublich viele Toads versteckt.
Die knallbunte Welt läd immer wieder zu erkunden ein. Allein in diesem Abschnitt sind unglaublich viele Toads versteckt.  © Nintendo

Was Nintendo mit "Paper Mario" grafisch auf die Switch gezaubert hat, ist absolut beeindruckend. Die Welt sieht aus wie der knallbunte Traum einer Fünfjährigen, die im Kinderspieleparadies vergessen wurde. 

Überall gibt es liebevoll gestaltete Details zu entdecken. Teils wurden Sachen so intelligent platziert, dass man ein ums andere Mal lobend mit dem Kopf nicken muss.

Ein Beispiel gefällig? 

Gleich zu Beginn bereist man eine Hügellandschaft, auf der Pfadfinder ihr Lager aufgeschlagen haben. Im Hintergrund dudelt die bekannt aufgedrehte Mario-Musik vor sich her. 

Schlägt man jedoch gegen einen Holzpfeiler, an dessen Ende ein Lautsprecher platziert war, stürzt dieser herab und die Musik geht aus - so als wäre sie die ganze Zeit nur durch den Lautsprecher gelaufen und nicht durch eure Switch, großartig!

Wer ein "Paper Mario" schon einmal erlebt hat, weiß eigentlich recht schnell, worum es geht. Das Spiel versteht sich in vielen Teilen eher als Adventure denn als Rollenspiel. Mit einem Hammer bewaffnet saust Ihr nur so durch die Levels und klopft auf alles ein, was nicht niet- und nagelfest ist. 

Schlagt ihr beispielsweise gegen Bäume, fallen eine Menge Papierschnipsel herab, die ihr aufsammeln und zum Füllen von Löchern verwenden könnt. Gefühlt an jeder Ecke hat sich ein Toad versteckt, der von Origami-Olly in eine missliche Lage gebracht wurde. Schnell entsteht eine Sucht, jeden der teils erstaunlich gut versteckten Pilzköpfe zu finden. Im späteren Verlauf des Spiels gibts als Hilfe Glocke und Radar für die bessere Suche.

An einigen Stellen kommen zudem Olivias eingangs erwähnte Kräfte zum Einsatz: So kann sie Mario an bestimmten Stellen ein paar lange Faltarme verpassen, die versteckte Bereiche aufdecken oder hoch gelegenen Insekten eins auf den Deckel geben können.

Das Kampfsystem von "Paper Mario": Man kann es mögen, muss man aber nicht

Feuer auf Papier, das passt nicht gut zusammen: Springt man hier nicht zum richtigen Zeitpunkt, kann es schnell brenzlig werden.
Feuer auf Papier, das passt nicht gut zusammen: Springt man hier nicht zum richtigen Zeitpunkt, kann es schnell brenzlig werden.  © Nintendo

Dass sich Olly von seinen Plänen nicht einfach abhalten lässt, wird schnell klar. Kurzerhand hat er sich Bowsers Schergen zu Eigen gemacht, die euch in Origami-Form jetzt natürlich ans Papier wollen. Kommt es zur Konfrontation, wechselt das Spiel rollenspieltypisch in einen Kampfbildschirm. Die Auseinandersetzungen sind durchaus originell.

Die Gegner verteilen sich in einer kreisrunden Arena. 

Zunächst habt ihr mehrere Züge Zeit, die Kontrahenten in die richtigen Positionen zu schieben. 

Hat alles geklappt, geht es im zweiten Schritt in den Angriff über. Mit Hammer und speziellen Tretern bewaffnet, knüppelt Mario die bösen Widersacher nieder. Dabei kommt es auf gutes Timing an: Drückt ihr im richtigen Moment den A-Knopf, gibt es maximalen Schaden. 

Irgendwann kommt es schließlich zum ersten Boss-Fight und da wird die ganze Sache gleich noch etwas spezieller: Hier ist fast schon akribische Planung erforderlich! Auf den Ringen sind nun Pfeile und Buffs verteilt, über die Ihr durch richtige Anordnung laufen müsst. Habt Ihr alles richtig gemacht, folgt am Ende der Kette der Angriff. Das kann durchaus auch mal langatmig werden, zumal nicht immer sofort klar ist, wie der aktuelle Boss am besten niederzustrecken ist. 

Wirklich schwer sind aber auch diese Kämpfe nicht. Insgesamt bewegt sich der Schwierigkeitsgrad auf einem Niveau, bei dem kaum ein Spieler je ins Schwitzen kommen dürfte. Und das ist dann leider auch der größte Kritikpunkt: Die Kämpfe wirken dadurch irgendwann einfach nur nervig. Bis auf ein paar Münzen, die zur Genüge auch in der Spielwelt verteilt sind, gibt es nichts zu gewinnen. Sitzt dann ein Angriff auch nicht genau und der Kampf wird unnötig in die Länge gezogen, kann durchaus schnell Frust und Langeweile aufkommen. 

Auf Bänken wie dieser ist Pause angesagt. Praktischerweise werden dabei gleichzeitig die Lebenspunkte wieder komplett gefüllt.
Auf Bänken wie dieser ist Pause angesagt. Praktischerweise werden dabei gleichzeitig die Lebenspunkte wieder komplett gefüllt.  © Nintendo

Fazit zu "Paper Mario: The Origami King": So knallbunt wie das aktuelle Mario-Abenteuer ist, besteht nach den 30 bis 40 Stunden Spielzeit durchaus die Gefahr, dass man das Ganze mit einem bösen LSD-Trip verwechselt. Nebenwirkungen: Gute Laune und maximales Suchtpotenzial! Es ist wahnsinnig schwierig die Konsole in die Ecke zu legen, bevor nicht der letzte Toad der aktuellen Welt gefunden und gerettet wurde. Zumal jede der Figuren meist noch einen dummen Spruch auf Lager hat, der euch teils unfreiwillig zum Schmunzeln bringt. Die Liebe zum Detail ist atemberaubend, die Steuerung gibt sich keine Blöße und die Levels greifen so gut ineinander, dass man voller Vorfreude auf den nächsten Abschnitt fast "zusammenknickt". 

Das Kampfsystem ist durchaus originell - allerdings wirkt es auf Dauer etwas eintönig und langweilig. Den meisten Auseinandersetzungen kann man jedoch geschickt aus dem Weg gehen. Da es bis auf ein paar Münzen nichts zu gewinnen gibt, verpasst man auch nichts. "Paper Mario: The Origami King" ist kein absolutes Meisterwerk, aber für jeden Fan des Klempners mit ein bisschen Humor, der nicht unbedingt eine große spielerische Herausforderung erwartet, fast schon ein Pflichtkauf für die Nintendo Switch.

Titelfoto: Nintendo

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