"Super Mario 3D All-Stars" im Test: Darum gehört dieser Klempner in jede Spielesammlung!

Japan/Pilz-Königreich/Isla Delfino/Weltall - Bei der Nintendo Direct Anfang September haben die Japaner aber mal ganz schön für Furore gesorgt. Neben diversen Ankündigungen zukünftiger Super-Mario-Spiele, die in erster Linie im kommenden Jahr unsere Konsolen beglücken werden, hat man sich im Rahmen des 35. Geburtstags von "Super Mario Bros." etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Die "Super Mario 3D All-Stars"-Collection, bestehend aus "Super Mario 64", "Super Mario Sunshine" und "Super Mario Galaxy" erschien noch im September für die Nintendo Switch. Ob die drei Spieleperlen, die inzwischen schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, auch noch heute für strahlende Gesichter sorgen können, erfahrt Ihr im Test.

Marios Weltall-Ausflug auf der Wii gehört noch heute für viele Spieler zum besten Teil der Reihe. Dass "Super Mario Galaxy 2" in der Sammlung nicht mit enthalten ist, ist schade.
Marios Weltall-Ausflug auf der Wii gehört noch heute für viele Spieler zum besten Teil der Reihe. Dass "Super Mario Galaxy 2" in der Sammlung nicht mit enthalten ist, ist schade.  © Screenshot/Nintendo

Wir werden alle stetig älter! Und wie schnell die Zeit eigentlich vergeht, wurde mir erst wieder vor ein paar Tagen bewusst, als ich die "Super Mario 3D All-Stars"-Spielesammlung in der Hand hielt. 

Alle drei Klempner-Ausflüge habe ich als Kind und pubertierender Wii-Controller-Schwinger damals gezockt. Dass mein Ausflug mit Mario ins Weltall dabei schon 13 Jahre her sein soll, konnte ich erst gar nicht glauben.

Umso glücklicher bin ich natürlich, dass ich die drei Klassiker "Super Mario 64", "Super Mario Sunshine" und "Super Mario Galaxy" heute in leicht aufgehübschter Form auf der Switch wiederholen darf. 

Dabei ist mir allerdings deutlich bewusst geworden, dass mit dem Alter und den sich stetig weiterentwickelnden Spielen auch die Anforderungen an neues Spielefutter verändern. 

Warum ich deshalb nicht 100 Prozent mit Nintendos Dreifachspielspaßfeuerwerk zufrieden bin, möchte ich etwas genauer erklären.

Ist das schon Retro?

1997 war "Super Mario 64" ein absoluter Meilenstein. Jüngere Spieler könnten mit dem Titel in der heutigen zeit aber Probleme bekommen.
1997 war "Super Mario 64" ein absoluter Meilenstein. Jüngere Spieler könnten mit dem Titel in der heutigen zeit aber Probleme bekommen.  © Screenshot/Nintendo

Fangen wir mit "Super Mario 64" an. Natürlich schossen 1997 so manchem Videospieler Tränen in die Augen, als man den Schnauzbartträger zum ersten Mal in eine frei begehbare 3D-Welt entließ. Ein außergewöhnliches Leveldesign gepaart mit genialen, spielerischen Ideen setzten den Klempner für viele auf den Spielethron. Heute sieht das allerdings in meinen Augen etwas anders aus.

Eine Kamera, die offensichtlich ein Eigenleben besitzt und die teils hakelige Steuerung erweckten in mir nicht nur einmal den Wunsch, auf meine Switch eine Stampfattacke durchzuführen. 

Da Nintendo bis auf die minimale optische Anpassung alles beim Alten gelassen hat, wurde mir bewusst, dass ich schon damals mit diesen Problemen zu Kämpfen gehabt haben muss. Doch erst mein aktualisierter Blick, der mir zum Beispiel durch "Super Mario Odyssey" offenbart hat, wie es viel besser geht, zeigte mir wirklich, wie nervig das ist. 

Klar, Nostalgiker wird das kaum stören. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass die Japaner zum 35. Jubiläum ihrem wohl populärsten Klassiker eine kleine Frische-Kur spendieren. 

Aber sei es drum: Wer auch nur halbwegs was von Mario-Spielen versteht, weiß, was ihn erwartet. Hüpfen, Sammeln, Peach retten, Bowser vermöbeln - war damals schon geil, ist es mit all seinen Macken auch heute noch.

Schnapp sie dir alle

Marios Urlaubsausflug auf dem Gamecube kam mit einem besonderen Kniff daher: Mit der Wasserdüse Dreckweg 08/17 wurde das Move-Set deutlich erweitert.
Marios Urlaubsausflug auf dem Gamecube kam mit einem besonderen Kniff daher: Mit der Wasserdüse Dreckweg 08/17 wurde das Move-Set deutlich erweitert.  © Screenshot/Nintendo

Das Spiel der Reihe, in das ich wohl am meisten Zeit versenkt habe, ist mit Sicherheit "Super Mario Sunshine". Marios Ausflug auf die Insel gilt für viele als das schwarze Schaf der Reihe - für mich war es damals eine absolute Spielspaßgranate. 

In die Falle gelockt von Bowsers jüngstem Sproß, wird der Klempner dazu verdonnert, ein Inselparadies von ekligen Schleim zu säubern. Unterstützung bekommt er dabei vom Dreckweg 08/17, einer sprechenden Wasserdüse, die jeder gängigen Wasserspritzpistole den Rang abläuft. 

Durch die verschiedenen Funktionen wird Marios Move-Set gründlich erweitert. Der Prinzessinenretter kann für kurze Zeit durch die Luft schweben, sich wie eine Rakete in den Himmel schießen lassen und per Turbo im Rekordtempo über die Insel flitzen. 

Besonders der teils hohe Schwierigkeitsgrad bereitete einigen Fans 2004 jedoch Bauchschmerzen. Gepaart mit nicht immer präzisen Sprüngen war der Frustfaktor schon recht groß. Auch die Kamera, die natürlich ebenso wie bei "Super Mario 64"  in der direkt übernommenen "Neufassung" implementiert ist, macht immer wieder Probleme. Gerade in schwierigen Geschicklichkeitseinlagen, wo es auf jede Bewegung ankommt, ist es nicht von Vorteil, wenn der Spieler plötzlich das schwarze Innenleben eines Hauses zu Gesicht bekommt, weil die Kamera etwas zu weit vom Klempner platziert war. 

Für Perfektionisten ist zudem das Suchen der circa drei Millionen blauen Münzen (für zehn Stück erhält man eine der begehrten Sonnen) ein absoluter Alptraum. Die plattrunde Währung kann quasi überall versteckt sein - pro Level gibt es immerhin 30 Stück. Als Kind ohne Internet damals der blanke Horror. 

"Super Mario Galaxy": Der beste Teil der Serie?

"Super Mario Galaxy" brachte mit den Luma und Rosalina mehrere neue einprägsame Charaktere ins Spiel.
"Super Mario Galaxy" brachte mit den Luma und Rosalina mehrere neue einprägsame Charaktere ins Spiel.  © Screenshot/Nintendo

Das dritte Spiel im Bunde ist "Super Mario Galaxy" und mir ist bislang noch niemand über den Weg gelaufen, der dieses Meisterwerk nicht in den Himmel lobt. Zu Recht! 2007, als die Wii gerade zur absoluten Hochform auflief, hievte Marios Weltraumspaziergang die Japaner in ganz neue Sphären.

Wer mit der ungewöhnlichen Steuerung nach kurzer Zeit zurechtkam, den erwarteten haufenweise Stunden purer Spielspaß. Von Planet zu Planet, immer auf der Suche nach neuen Power-Sternen, durfte man bestaunen, wie viel Liebe zum Detail und welcher Ideenreichtum in dieses Abenteuer geflossen ist. Dass "Galaxy" von den drei Spielen, sowohl technisch als auch spielerisch, am Besten gealtert ist, dürfte klar sein.

Wirklich negativ beim Test ist mir lediglich das Einsammeln der Sternensplitter im Handheldmodus aufgefallen. Konzipiert für den großen Bildschirm mit der Hilfe der Wii-Fernbedienung, funktioniert das Sammeln heute per Touchpad, was umständliches Umgreifen zur Folge hat. Wie man das allerdings hätte besser machen können, ist mir auch nicht ganz klar. 

Wer Galaxy bis heute noch nicht zu seinem Spielerepertoire zählen kann, sollte definitiv mit dem Kauf der Collection liebäugeln. Dabei ist offenbar sogar Eile geboten. Nintendo ließ verkünden, dass nur geringe Mengen des Spiels produziert und die digitale Version am 31.03.2021 sogar gänzlich aus dem Store verschwinden wird. Dadurch wurde das Spiel im Netz inzwischen schon jetzt für teils völlig übertriebene Preise angeboten. Eine durchaus fragliche Aktion der Japaner, die dafür schon jetzt viel Kritik einstecken mussten.

Fazit zu "Super Mario 3D All-Stars": Auch nach so vielen Jahren versprühen die drei Jump&Run-Klassiker einen unverkennbaren Charme. Wer das Glück hatte, damals eines der drei Spiele sein Eigen nennen zu dürfen, wird sich auch heute beim Zocken auf der Switch sofort heimisch fühlen. Insbesondere Marios Ausflug ins All fühlt sich dabei noch immer exzellent an. 

Allerdings muss man leider sagen, dass ohne das Tragen der rosaroten Brille tatsächlich mehr drin gewesen wäre. "Super Mario 64" und "Super Mario Sunshine" hätten ruhig etwas Feinpolierung erhalten dürfen. Auch das Fehlen von "Super Mario Galaxy 2" ist in einer "3D All-Stars-Collection" irgendwie wenig zu erklären. Dass die Japaner das Spiel nur zeitexklusiv anbieten, hat Nintendo in den letzten Tagen schon reichlich Kritik gekostet. Bleibt abzuwarten, ob man diese Entscheidung am Ende vielleicht doch noch einmal überdenkt. 

Wer über die teils hakelige Steuerung und ungünstige Kameraführung hinwegsehen kann, den erwartet für 60 Euro stundenlanger Spielspaß. Egal, ob als Mario-Neueinsteiger oder Nostalgiefan: Diese Collection gehört in jede Nintendo-Switch-Spielesammlung.

Titelfoto: Screenshot/Nintendo

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