Little Nightmares 2: Schaurig-schöner Gruselspaß in der Albtraum-Welt

Deutschland - Stell Dir vor! Du wirst morgens wach und wirst mit einer Papiertüte über dem Kopf durch den Fernseher in eine Grusel-Welt gezogen. Was tun?

Gruselige Gestalten in einer schaurigen Hütte im Wald. Lange will man sich hier nicht aufhalten.
Gruselige Gestalten in einer schaurigen Hütte im Wald. Lange will man sich hier nicht aufhalten.  © Screenshot/Tarsier Studios/Schimpfhauser

Mit diesem Problem muss sich der kleine Junge Mono in dem schaurig-schönen Horror-Game "Little Nightmares 2" rumschlagen.

Die Fortsetzung des kleinen Überraschungshits vom schwedischen Entwicklerstudio Tarsier Studios ist ab dieser Woche für PS4, Xbox One und Nintendo Switch erhältlich.

Wir steuern in dem pixelgewordenen Albtraum das barfüßige Kind, das sich vor grotesken Monstern verstecken, Rätsel knacken und erstmals auch Kämpfe bestreiten muss. Aber taugt das Game auch etwas?

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Da es sich um keinen Vollpreistitel handelt - je nach Version startet man bei etwa 30 Euro, wenn es keine besondere Edition sein soll -, sorgt hier der Kostenfaktor schon einmal für erste Pluspunkte.

Je kleiner der Betrag desto mehr verzeiht man dem Spiel auch.

Doch muss man ehrlich sagen, dass man nicht viel verzeihen muss. Denn "Little Nightmares 2" überzeugt schon ab der ersten Sekunde mit einer großartigen Atmosphäre, einem Look, auf den Tim Burton neidisch wäre und einer sehr überzeugenden Sound-Kulisse.

Außerdem müssen wir diesen Thriller nicht allein überstehen. Denn schon sehr früh im Game holen wir die Protagonistin Six aus dem ersten Teil aus ihrem düsteren Gefängnis.

Atmosphäre top, Steuerung manchmal frustrierend

Six (l.) ist unsere unverzichtbare Begleitung, wenn es darum geht, einen Weg aus dem Horror zu finden.
Six (l.) ist unsere unverzichtbare Begleitung, wenn es darum geht, einen Weg aus dem Horror zu finden.  © Screenshot/Tarsier Studios/Schimpfhauser

Steuern können wir das Mädchen allerdings nicht, sie wird komplett KI-gelenkt an unserer Seite stehen und uns durch die komplett wortlose Schockerwelt führen.

Der Plattformer setzt vor allem auf Bildsprache und Sound - oft völlig ohne Musikelemente. Und diese Kombination wirkt.

Der Horror wird nicht völlig übertrieben und wenn man dann doch mal an einem Streckenabschnitt scheitert (und das wird vorkommen), sind die Rücksetzpunkte absolut vertretbar. Doch es ist auch nicht alles Gold, was glänzt.

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Vor allem bei der Steuerung muss man hier und da ein paar Nerven einrechnen. Das ist zwar nur in einigen Situationen so, letzten Endes regt man sich aber genau in solchen Momenten aber auch am meisten darüber auf.

In manchen Bereichen läuft auch vieles nach dem allseits unbeliebten Trial-&-Error-Prinzip. Aber keine Panik: Das ist eher die Ausnahme.

Dafür funktioniert das Videospiel sehr intuitiv, man weiß sehr schnell, was zu tun ist und am Ende bekommt man eine schöne Grusel-Geschichte erzählt, die einen nach 5 Kapiteln zufrieden zurück lässt.

"Little Big Planet" und "Resident Evil" im Mixer

Als Mono zu sich kommt, befinden wir uns in einem Horror-Wald voller Gefahren.
Als Mono zu sich kommt, befinden wir uns in einem Horror-Wald voller Gefahren.  © Screenshot/Tarsier Studios/Schimpfhauser

Wer seine Reaktion-Skills zeigen möchte, hat vor allem in Fluchtpassagen die Chance dazu. Hier verzeiht das Spiel keine Fehler, was man gleich zu Beginn - Stichwort: Baumstamm - feststellen muss. Kleiner Tipp: sich unterwegs hinter dem kleinen Stein-Vorsprung zu verstecken, bringt nichts.

Was die Rätsel betrifft, so werden vor allem ungeübte Spieler hier und da etwas ins Grübeln kommen. Für erfahrene Spieler jedoch stellen diese keine besonders große Hürde dar.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass "Little Nightmares 2" ein gruselig-schöner Side Scroller ist, der mit Atmosphäre und Geschichte zu überzeugen weiß. Wirft man "Little Big Planet" und "Resident Evil" in einen Mixer, käme ein derartiges Spiel wohl dabei raus.

Lediglich die Steuerung lässt einen vereinzelt in den Controller beißen, was auch die Kampfpassagen oft frustrierend macht. Und auch die Rätsel sind für erfahrene Spieler schon fast selbsterklärend.

Insgesamt verdient das Konsolen-Spiel eine positive Bewertung. Auf der TAG24-Gaming-Skala bekommt "Little Nightmares 2" solide 8 von 10 abgetrennte Körperteile.

Titelfoto: Screenshot/Tarsier Studios/Schimpfhauser

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