Monster Harvest: Stardew Valley trifft Pokemon - kann das funktionieren?

Pflanzheim - Was soll bei diesen großen Vorbildern schon schiefgehen? "Monster Harvest" möchte die beiden süchtig machenden Prinzipien Monster sammeln aus "Pokemon" und eine Farm aufbauen aus "Harvest Moon" oder auch "Stardew Valley" miteinander vereinen. Ob das gelungen ist, zeigt der TAG24-Test.

Etwas verwunderlich ist es schon, dass vorher noch keiner auf die Idee gekommen ist, "Pokemon" und "Stardew Valley" miteinander zu verbinden.
Etwas verwunderlich ist es schon, dass vorher noch keiner auf die Idee gekommen ist, "Pokemon" und "Stardew Valley" miteinander zu verbinden.  © Merge Games

Ein verrückter Onkel, eine heruntergekommene Farm und jede Menge Schleim: Das sind die Grundelemente, mit denen Euch "Monster Harvest" begrüßt. Euer Verwandter hat es in offenbar fragwürdigen Experimenten geschafft, durch die Kombination von Pflanzen und Wildtiersekreten Monster zu erschaffen.

Netterweise überlässt er Euch daraufhin nicht nur seinen alten Hof, sondern zeigt Euch auch noch, wie Ihr ebenfalls eine kleine Pflanztierherde aufzieht.

Nachdem die Farm etwas auf Vordermann gebracht wurde, pflanzt, wässert und erntet Ihr also fleißig los, baut Euer neues zu Hause weiter aus und generiert durch die ersten Feldarbeiten kleine Erträge, die wie in anderen Genrevertretern auch direkt reinvestiert werden können.

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Dabei besitzt "Monster Harvest" keinen direkten Tageszyklus. Viel mehr dürft Ihr so lange ackern, was das Zeug hält, bis die Spielfigur müde ins Bett fallen möchte.

Dabei ist sogar etwas taktische Tiefe gefordert: Da Ihr nur in der Nacht umliegende Dungeons betreten könnt, besteht natürlich die Möglichkeit, sich schon früh am Tag aufs Ohr zu hauen, um bei den nächtlichen Ausflügen mehr Energie zu haben.

"Monster Harvest" hat leider einige Probleme

Nach einiger Zeit kann sich Euer Hof schon richtig sehen lassen. Verschiedene Pflanzenarten sprießen je nach Jahreszeit und Saatgut.
Nach einiger Zeit kann sich Euer Hof schon richtig sehen lassen. Verschiedene Pflanzenarten sprießen je nach Jahreszeit und Saatgut.  © Merge Games

Das kann nämlich absolut lohnenswert sein: Manche Ressourcen lassen sich nur in den Dungeons finden. Zudem wollen Eure Tierchen natürlich auch mal in den Kampf ziehen.

Die Auseinandersetzungen gestalten sich aber bei Weitem nicht so umfangreich, wie beispielsweise ein "Pokemon". Zwar gibt es Levelaufstiege und später auch neue Angriffe - mehr als drei werden das jedoch nie.

Wo wir auch schon bei den Limitationen wären: Grafisch reißt der Titel keine Bäume aus, orientiert sich eindeutig an Titeln wie "Stardew Valley" - was nicht schlecht sein muss, aber viele Grafikverwöhnte gerade auf den größeren Konsolen abschrecken könnte.

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Zudem musste für einige Texte offenbar der Google-Übersetzer herhalten, die Dudelmusik ging uns nach kurzer Zeit auf den Senkel, und die Switch-Version kämpft mit Abstürzen, ewig langen Ladezeiten (wo auch immer die herkommen) und einer teils katastrophalen Menüführung.

Da muss ganz dringend nachgebessert werden. Denn im Kern macht "Monster Harvest" schon einiges richtig und schafft es auch, mit den bekannten Prinzipien eine gewisse Sogwirkung zu entwickeln. Bei der Umsetzung ist aber definitiv noch Luft nach oben.

Nachts könnt Ihr Eure Pflanztiere in den Kampf schicken. Großartige taktische Tiefe wie in anderen Genrevertretern sollte man allerdings nicht erwarten.
Nachts könnt Ihr Eure Pflanztiere in den Kampf schicken. Großartige taktische Tiefe wie in anderen Genrevertretern sollte man allerdings nicht erwarten.  © Merge Games

Fazit zu Monster Harvest

Sowohl die "Pokemon"-Titel, als auch Teile der "Harvest Moon"-Serie landeten als Kind regelmäßig in meinem Game Boy. Deswegen habe ich mich natürlich gefreut, dass endlich ein Spiel die besten Komponenten aus beiden Reihen kombinieren möchte. "Monster Harvest" hat dabei grundsätzlich gute Ansätze. 72 verschiedene Pflanztiere gilt es zu züchten und in den Kampf zu schicken. Die Jagd nach Ressourcen motiviert dabei ebenso stark wie das anschließende Erweitern des eigenen Grundstücks.

Doch die grundlegenden Prinzipien zu übernehmen reicht eben noch nicht ganz für ein gutes Spiel. "Monster Harvest" wirkt gerade auf der Nintendo Switch extrem unfertig. Abstürze, Übersetzungsfehler und teils arg lange Ladezeiten trüben nicht nur den Spielfluss, sondern zerren auch sehr am Geduldsfaden. Die Story, die in solch einer Art Spiel sowieso nur Nebensache ist, kann dann die Langzeitmotivation ebenfalls nicht aufrechterhalten.

Und so bleibt am Ende ein ambitioniertes Projekt, das in Teilen schon zeigt, dass eine Kombination der Grundelemente durchaus funktionieren kann. Am Feinschliff hapert es aber noch etwas.

Titelfoto: Merge Games

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