"Monster Hunter Rise" im Test: Nintendos Switch in Höchstform

Leipzig - Mit "Monster Hunter Rise" liefert Publisher Capcom vier Jahre nach dem Erfolg von "Monster Hunter: World" endlich einen neuen Ableger seines weltweit beliebten Franchises. Nachdem zuletzt PlayStation und XBox dran waren, dürfen nun exklusiv auf Nintendos Switch Monster gejagt werden. Das läuft dank einiger Neuerungen so gut, dass nicht nur wir beim Test unseren Spaß hatten, auch die Switch profitiert davon.

Mit "Monster Hunter Rise" veröffentlicht Capcom den neuesten Ableger seines beliebten Monster-Jäger-Franchises. Das überzeugt vor allem mit zahlreichen Neuerungen. Eine davon: Der Palamute, ein Riesen-Hund, auf dem Ihr reiten könnt.
Mit "Monster Hunter Rise" veröffentlicht Capcom den neuesten Ableger seines beliebten Monster-Jäger-Franchises. Das überzeugt vor allem mit zahlreichen Neuerungen. Eine davon: Der Palamute, ein Riesen-Hund, auf dem Ihr reiten könnt.  © Capcom

Endlich wieder Monster jagen! Meine Doppelklingen sind geschärft, mein Palico einsatzbereit und... Huch, was macht denn der andere Vierbeiner da an meiner Seite?

Der Palamute, ein übergroßer Hundebegleiter ist einer von zahlreichen Neuerungen, mit denen "Monster Hunter Rise", der neueste Ableger des Monster-Jäger-Franchises, aufwartet.

Die Fellnase unterstützt Euch nicht nur im Kampf, Ihr könnt sogar auf ihr reiten, um Euch so schneller durch die erneut riesigen Areale, in "Monster Hunter" (MH) Biome genannt, zu bewegen.

Mit fünf der Gebiete hat "Rise" sogar eines mehr an der Zahl als sein direkter Vorgänger zum Release. Fragt man sich fast ein wenig, wofür das "World" stand.

In Bezug auf seine Story bleibt der neueste Ableger jedoch dem Franchise treu: Wirklich spannend oder gar wichtig ist die Geschichte um die Verteidigung des Dorfes "Kamura" (Jupp, Ihr seid diesmal nicht in der Neuen Welt) nicht, besitzt jedoch dank herrlich überzeichneter Figuren und Dialoge auch in "Rise" wieder wunderbar unterhaltsamen B-Movie-Charakter.

Traditionsbewusst bleibt es auch beim Gameplay: Ihr zieht los und verkloppt Monster, um aus ihren Teilen bessere Ausrüstung zu bauen und dann gegen stärkere Monster in den Kampf zu ziehen. So simpel, so genial.

Wirklich interessant wird "MH: Rise", wenn man sich seine Neuerungen und Verbesserungen anschaut.

Per Neuerungen zum Meister-Jäger

Die zweite große Neuerung: Die Seilkäfer. Die sehen nicht nur im Kampf cool aus, Ihr könnt sie auch nutzen, um höhere Ebenen zu erreichen oder auf Monstern zu reiten.
Die zweite große Neuerung: Die Seilkäfer. Die sehen nicht nur im Kampf cool aus, Ihr könnt sie auch nutzen, um höhere Ebenen zu erreichen oder auf Monstern zu reiten.  © Capcom

Den Palamute hatte ich bereits erwähnt und ich sage es gerade heraus: Er ist großartig! Man bewegt sich so flink durch die Areale, dass zumindest ich bereits nach kurzer Zeit nicht mehr von ihm absteigen wollte.

Klar, man nimmt sich nicht mehr so viel Zeit, die Biome zu erkunden, wie noch in "World". Da diese aufgrund der weniger leistungsstarken Switch aber ohnehin nicht ganz so detailreich ausfallen wie auf PS4 und Xbox One, gab es zumindest für mich daran nichts auszusetzen.

Flink geht es auch mit den Seilkäfern zu, mit denen Ihr nicht nur höhere Ebenen erklimmen, sondern die ihr auch im Kampf einsetzen könnt. Ihr könnt bei einem Monster-Angriff ausweichen oder Euch für eine eigene Attacke in Position bringen. Beides gelingt blitzschnell. Viel besser ist aber noch, dass sie die in "Iceborn" eingeführte Clutch Claw ersetzen, indem ihr nun mit ihnen auf den Riesen reiten könnt. Das Kampfsystem von "Monster Hunter" war bereits in "World" großartig. Dank Palamute und Seilkäfern hat es noch einmal an Tempo, Flow und Abwechslung hinzugewonnen.

Ohnehin läuft in "Monster Hunter Rise" alles etwas flotter und flüssiger ab als noch in seinem Vorgänger. Das Sammeln von Erzen und Knochen geht nun mit einem Klick und auch die Spurensuche, wie man sie noch aus "MH: World" kannte, wurde abgeschafft. Statt bei einem neuen Ungetüm erst einmal durch ein Gebiet zu laufen und Fußabdrücke, Federn oder ähnliches zu sammeln, könnt Ihr jetzt sofort mit der Jagd starten.

Zu Beginn fehlte mir das Feature, da es für mich zum Gefühl des Jägerseins dazu gehörte. "MH: Rise" strotzt jedoch bereits in der Kampagne nur so vor Missionen, dass die Spurensuche schnell vergessen ist.

Monster-Jagd für unterwegs

Im Mittelpunkt von "Monster Hunter Rise" stehen natürlich wieder die Kämpfe gegen riesige Besten. Diese könnt Ihr nun auch im sogenannten "Randale-Modus" angehen, einer Art Tower Defense.
Im Mittelpunkt von "Monster Hunter Rise" stehen natürlich wieder die Kämpfe gegen riesige Besten. Diese könnt Ihr nun auch im sogenannten "Randale-Modus" angehen, einer Art Tower Defense.  © Capcom

Doch nicht nur am Tempo, auch an der Zugänglichkeit wurde geschraubt. Klar, am Anfang wirkt auch "Rise" mit seinen zahlreichen Menüs und Tutorials noch ziemlich sperrig. Hat man sich jedoch daran gewöhnt, bemerkt man schnell, dass beide mittlerweile um einiges verständlicher ausfallen.

Einzig auf dem Buddy-Plaza hatte ich noch so meine Probleme. In dem neuen Areal in "Kamura" könnt Ihr Eure Palamutes und Palicos (ja, Ihr könnt davon mehrere anheuern) nicht mehr nur auf Sammelmissionen ausschicken, Ihr könnt Sie auch trainieren lassen.

Die Menüs bei den einzelnen Händlern auf dem Plaza sind dabei mal wieder "Monster Hunter"-typisch unübersichtlich und haben mir so manche Gehirnzelle abverlangt. Gleichzeitig sind die Videosequenzen jedoch so niedlich, wenn Eure Buddies zum Sammeln in U-Booten oder per Drachen losziehen, dass sich die Mühe auf jeden Fall lohnt.

Und dann ist da noch der für mich größte Pluspunkt, nämlich dass "Monster Hunter Rise" auf der Switch erschien. Klar, Nintendos Konsole kann in puncto Grafik nicht mit Xbox und PS4 mithalten, dagegen überzeugt sie jedoch noch immer durch ihre Vielseitigkeit und Mobilität. Ich hätte nie gedacht, wie viel Spaß es macht, "Monster Hunter" unterwegs zu spielen. Nun kann ich auch im Zug oder in der Bahn auf die Jagd gehen, unsere Buddies aussenden, oder einfach nur in "Kamura" verweilen.

Wirklich schade fand ich während meines Tests eigentlich nur, dass offenbar auch an den Lebensbalken der Monster geschraubt wurde. Klar, die Jagden spielen sich dadurch flotter und lassen sich auch mal unterwegs abschließen. Gleichzeitig hatten die Monster dadurch nicht eine solche Imposanz und blieben mir etwas weniger in Erinnerung, als es in "World" noch "Barroth", "Anjanath" und sogar ein "Groß-Jagras" taten. Dafür gibt es aber auch gleich mehr als 30 Riesen. Genug zu entdecken habt Ihr also allemal!

Fazit:

"Monster Hunter Rise" ist nicht nur das vielleicht beste Spiel des Franchises, es ist auch ein Spiel, auf das die Switch viel zu lang warten musste. Endlich mal wieder ein richtig guter Exklusivtitel, bei dem es sich nicht nur um Aufgewärmtes handelt und der die Stärken der Konsole gekonnt zur Geltung bringt. Es ist lange her, seit ich so viel Zeit mit ihr verbracht hab - und ohne Frage auch noch verbringen will.

Denn ja, ich freue mich jetzt schon, noch mehr Stunden in "Rise" zu verbringen, weil es einfach Spaß macht und all die Neuerungen, ob groß oder klein, es wirklich nochmal verbessert haben. Wirklich etwas auszusetzen habe ich nicht. Die großen Bestien mögen sich mittlerweile schneller erlegen lassen lassen, dafür gibt es allerdings auch 30 an der Zahl - und beeindruckend gestaltet sind sie ohne Frage.

Wer "Monster Hunter" mag, wird mit "Rise" definitiv seine Freude haben. Und allen Anfängern kann ich nur empfehlen, einen Blick mit diesem Teil zu wagen. Einen besseren Einstieg gab es in die Welt von "Monster Hunter" noch nicht.

Titelfoto: Capcom

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