"Monster Hunter Rise: Sunbreak" bietet mehr Futter für das Switch-Spiel des Jahres! Aber reicht das?

Leipzig - Mit "Sunbreak" liefert Capcom ein Jahr nach dem Release von "Monster Hunter Rise" erneut eine fette Erweiterung zu seinem aktuellen Monsterjäger-Ableger. Das Add-On bietet dabei genau das, worauf Spieler gehofft haben: Jede Menge Endgame. Aber genügt das für eine gute Erweiterung?

Der Drachenälteste Malzeno ist einer von drei Gebietern, mit denen Ihr es in "Monster Hunter Rise: Sunbreak" zu tun bekommt. Der Drachen-Opa sieht nicht nur imposant aus, seine Vampir-Fähigkeiten haben es auch ganz schön in sich.
Der Drachenälteste Malzeno ist einer von drei Gebietern, mit denen Ihr es in "Monster Hunter Rise: Sunbreak" zu tun bekommt. Der Drachen-Opa sieht nicht nur imposant aus, seine Vampir-Fähigkeiten haben es auch ganz schön in sich.  © Capcom

"Monster Hunter Rise" war für mich ohne Frage das Spiel des vergangenen Jahres. Der Vorgänger "World" war bereits eine Überraschung für mich mit seinen atemberaubenden Monsterjagden (ja, ich hatte bis dahin wirklich nichts mit der Serie zu tun). "Rise" knüpfte nun genau da an, brachte zahlreiche Quality-of-Life-Verbesserungen wie den reitbaren Hund Palamute mit sich, machte das Spiel grundsätzlich etwas flotter und erschien zudem für Nintendos Switch. Monsterjagd für unterwegs? Immer her damit!

Woran es Spielern dabei jedoch mangelte, war ein wirkliches Endgame. Etwas, das man nach Abschluss der Hauptgeschichte tun konnte, ohne dass es daraus bestand, aus reinen Prestige-Gründen Rüstungen zu sammeln.

"Monster Hunter Rise: Sunbreak" bietet nun genau das. Wie zuvor "Iceborn" für "World" so kommt auch die neueste Erweiterung aus dem Hause Capcom mit zahlreichen Neuerungen daher, darunter eine neue Story, unzählige neue Monster sowie neue Gebiete, in denen Ihr es mit selbigen aufnehmt.

Neue Gegend, mächtigere Monster

Doch nicht nur Malzeno, auch die beiden anderen Gebieter Garangolm (links) und Lunagaron wurden wieder mal beeindruckend in Szene gesetzt.
Doch nicht nur Malzeno, auch die beiden anderen Gebieter Garangolm (links) und Lunagaron wurden wieder mal beeindruckend in Szene gesetzt.  © Capcom

In "Sunbreak" verschlägt es Euch nach Elgado. Nachdem Ihr Euer Heimatdorf Kamura vor dem Unheil bewahrt habt, gilt es, in dem an eine europäische Festungsanlage angelehnten Außenpunkt einer neuen Bedrohung auf die Schliche zu gehen. Die Rede ist dabei von den drei Gebietern, riesigen Monstern, angeführt vom Drachenältesten Malzeno. Wer dachte, dass Anjanath, Magnamalo und Co. furchteinflößend sein können, wird hier schnell eines Besseren belehrt.

Die Story liefert ein paar durchaus interessante Charaktere, wie die Ritterin Rondine, bietet ansonsten jedoch altbekannte B-Movie-Qualität.

"Sunbreak" führt zudem Meisterrang-Quests ein, in denen auch die aus "Rise" bereits bekannten Monster über neue Attacken verfügen und deutlich aggressiver daher kommen!

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Den Kampf nehmt Ihr dabei nicht direkt in Elgado auf, sondern in zwei für "Rise" neuen Gebieten, der Zitadelle und dem Dschungel. Letzteren kennen Veteranen bereits aus älteren "Monster Hunter"-Teilen. Die Zitadelle wirkt hingegen wie Elgado durch ihren europäischen Stil und ihre zahlreichen Elemente durchaus erfrischen und lädt zum Erkunden ein.

Gerade Elgado als Euer neuer Stützpunkt bietet einiges an Verbesserungen. Im Gegensatz zu Kamura finden sich nun alle wichtigen Händler und Ansprechpartner in einem Gebiet und Ihr müsst nicht mehr zwischen einzelnen Orten hin und her springen.

Verbessertes Gameplay, noch mehr Power

Ebenso schön: Der Außenposten Elgado, der durch sein kompaktes Design überzeugt.
Ebenso schön: Der Außenposten Elgado, der durch sein kompaktes Design überzeugt.  © Capcom

Auf der Jagd gibt es zahlreiche neue Attacken zu erlernen, Euer Palamute kann nun auch gesammelte Gegenstände für Euch tragen und das Laufen an Wänden wurde vereinfacht und bietet Euch noch mehr Freiheit.

Grundsätzlich bleibt "Sunbreak" dem Spielgefühl von "Rise" treu, setzt ebenfalls auf flottes Gameplay und lässt Euch mehr denn je die Fantasie des übermächtigen Monsterjägers ausleben. Wer das bodenständigere Setting der Vorgänger bevorzugte, wird leider etwas enttäuscht. Freunde von "Rise" werden hingegen ordentlich Spaß daran haben, noch wilder durch die Luft zu fliegen und dabei noch brachialere Kombinationen aneinander zu reihen.

Auf die in "Rise" eingeführten Randale-Missionen, in denen Ihr Tore gegen Wellen von Monstern verteidigen musstet, wurde indes vollkommen verzichtet.

Stattdessen könnt Ihr nun auf sogenannte Anhänger-Kooperationsquests gehen, in denen Euch Story-Charaktere wie Rondine zur Seite stehen.

Die KI Eurer Mitstreiter macht dabei durchaus eine gute Figur und ich würde lügen, wenn ich behaupte, ich hätte die Randale-Missionen vermisst. Gleichzeitig bleiben dadurch allerdings nur noch die üblichen Jagden. Die machen dank der nach wie vor coolen Monster auch weiterhin Spaß. Der nächste "Monster Hunter"-Teil kann dann aber gern wieder etwas Neues versuchen - mit mehr Abwechslung als dem Verteidigen von Toren.

Fazit

"Sunbreak" bleibt dem grundsätzlichen Stil von "Monster Hunter Rise" treu, liefert erneut einige Quality-of-Life-Verbesserungen und bietet dabei genug Futter, um Monsterjäger bei der Stange zu halten. Wirkliche Neuerungen sucht man dabei allerdings vergeblich. "Mehr vom Alten" ist hier eher die Devise. Für mich geht das vollkommen in Ordnung. "Rise" war mein Spiel des vergangenen Jahres und daran hat sich nichts geändert. Dass ich nun gegen neue Monster losziehen kann, ist vollends genug und bereitet mir auch weiterhin Freude.

Wer das ebenso sieht, kann hier guter Dinge zuschlagen. Spätestens mit dem nächsten Nachfolger kann Capcom dann aber gern auch mal ein paar neue Sachen ausprobieren.

Titelfoto: Capcom

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