"Monster Hunter World: Iceborne" im Test: Das Add-On, auf das alle gewartet haben

Leipzig/Osaka - Mit "Iceborne" veröffentlichte Publisher Capcom Anfang September endlich die langersehnte große Erweiterung für sein weltweit erfolgreiches Action-Adventure "Monster Hunter World". Der strotzt nur so vor Inhalten und viel Liebe zum Detail. Einzig "Monster Hunter"-Veteranen werden sich zunächst vielleicht etwas unterfordert fühlen.

Mit "Iceborne" hat Capcom endlich die langersehnte Erweiterung zu "Monster Hunter World" veröffentlicht.
Mit "Iceborne" hat Capcom endlich die langersehnte Erweiterung zu "Monster Hunter World" veröffentlicht.  © Capcom

Ich habe noch nie "Monster Hunter" gespielt. Zumindest war dem so, bis vergangene Woche plötzlich die Master-Edition von "Iceborne" auf meinem Schreibtisch lag. Meine Vorfreude war zunächst groß, denn obwohl ich kein Fan war, hatte ich viel Gutes über die Erweiterung gehört.

Mit dem Hochgefühl sollte es jedoch schnell vorbei sein, als ich feststellte, dass ich erst einmal die komplette Kampagne von "Monster Hunter World" durchzocken muss, um "Iceborne" zu testen.

"What the Fuck!? 40 bis 50 Stunden, nur um mit dem eigentlichen Test zu starten!?" Na gut, Aufregen bringt nichts. Zeit, für Ordnung in der "Neuen Welt" zu sorgen.

Der Einstieg gestaltete sich für mich zunächst schwer. Ich war erschlagen von der Vielzahl an Menüs, dem Crafting-System und wie, verdammt, kann ich denn andere Munition für den Slinger verwenden!? Nachdem ich jedoch meine ersten Monster erlegt hatte, wurde ich allmählich warm mit "Monster Hunter". Das Kampf-System ist großartig, die Monster sind wunderschön gestaltet und die Spielwelt ein Augenschmaus. Es gibt wahrscheinlich nichts schöneres, als zuzuschauen, wenn ein "Barroth" und ein "Jyuratodus" um ihr Revier kämpfen. Aber gut, wem erzähl' ich das noch? Lieber schnell weiter.

Ich erlege meinen ersten "Anjanath", "Legiana", "Odogaron", "Rathalos", "Diablos" und erreiche die Rotten Vale, während sich mir immer mehr das Crafting- und das Quest-System erschließen. Ich versuche, mir das Bumper Smashing abzugewöhnen. Meine Angriffe sollen eine Choreo aus Hieben und Ausweichrollen werden. "Monster Hunter World" folgt dem "Dragonball"-Prinzip. Wie Anime-Held Son Goku will ich immer besser werden, um mich noch beeindruckenderen Monstern stellen zu können.

Die Story ist mir dabei herzlich egal. Keine Ahnung, was die Mädels und Jungs da mit den Elder Dragons am Hut haben und warum wir diesen wandelnden Vulkan verfolgen. Okay, ich muss verhindern, dass der Kerl die "Neue Welt" zerstört, aber warum fühlt es sich so nutzlos an, wenn ich auf seinem Rücken rumklettere oder ihn mit Kanonen beschieße? Macht das überhaupt einen Unterschied!? Die Missionen hätte man sich auch gern sparen können. Und dass wir uns dann noch um Nergigante und noch vier Elder Dragons und am besten noch Deviljho kümmern müssen, macht die ohnehin schon maue Geschichte auch nicht besser. Aber gut, die "Neue Welt" ist vorerst sicher. Zeit, in die Hoarfrost Reach aufzubrechen.

Review zu "Monster Hunter World: Iceborne": Die Revierkämpfe sind ja noch besser!

In einem neuen Gebiet, der Hoarfrost Reach, begebt ihr Euch darin erneut allein oder mit bis zu drei Mitspielern auf Monsterjagd.
In einem neuen Gebiet, der Hoarfrost Reach, begebt ihr Euch darin erneut allein oder mit bis zu drei Mitspielern auf Monsterjagd.  © Capcom

Nachdem mein Handler und ich eine Gruppe "Legianas" verfolgt haben, landen wir also in dem neuen Gebiet, errichten mit "Seliana" eine neue Basis und begeben uns erneut auf Monsterjagd.

Die Story ist dabei ebenso banal wie im Hauptspiel (weshalb wir an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen), aber mittlerweile habe ich auch akzeptiert, dass Geschichten in "Monster Hunter" eher Nebensache sind.

Abgesehen davon macht "Iceborne" jedoch fast alles richtig.

Das neue Gebiet ist wieder einmal wunderschön gestaltet und strotzt mit ÜBER 20 NEUEN Monstern (von denen Ihr einige natürlich in den alten Arealen antreffen werdet) nur so vor Vielfalt. Okay, für "Monster Hunter"-Veteranen mögen "Barioth" und Co. bereits bekannt sein und natürlich waren auch einige Variationen dabei.

Nichtsdestotrotz sind die riesigen Ungeheuer wieder liebevoll und detailreich gestaltet und wirken dabei so lebendig, dass wir sie immer wieder einfach nur beobachten wollten.

Besonderer Pluspunkt: Die Revierkämpfe sehen jetzt sogar noch spektakulärer aus und die Wahrscheinlichkeit, dass es zu diesen kommt, scheint sogar noch einmal erhöht worden zu sein.

Darüber hinaus gibt es aber auch noch weitere Neuerungen: Die Clutch Claw z.B., mit der Ihr Euch an Monster festhalten und unter anderem Körperteile empfänglicher für Eure Angriffe machen könnte. Das gute Stück fügt sich so nahtlos ins Spiel ein, dass uns zunächst gar nicht auffiel, dass es erst jetzt hinzukam. Es gibt neue Rüstungen, neue Upgrades, Angriffe und Combos für Eure Waffen, eine neue Bleibe für Euren Jäger, die Ihr nun sogar dekorieren könnt. "Seliana" ist um einiges benutzerfreundlicher gestaltet worden als Astera, indem ihr nun alles nahe beieinander findet und nicht erst Aufzüge benutzen müsst. Ihr könnt neuerdings auf kleineren Monstern reiten, mit eurem Palico in der Sauna abhängen und natürlich noch genau so spektakulär Monster jagen, wie im Hauptspiel. Kurzum...

Fazit zu "Iceborne": Die volle Packung Detailverliebtheit

Die Stars der Reihe sind und bleiben die Monster, wie dieser "Banbaro". Die Ungeheuer wurden auch in "Iceborne" mit viel Liebe zum Detail entworfen.
Die Stars der Reihe sind und bleiben die Monster, wie dieser "Banbaro". Die Ungeheuer wurden auch in "Iceborne" mit viel Liebe zum Detail entworfen.  © Capcom

"Iceborne" ist die Erweiterung, auf die "Monster Hunter"-Fans gewartet haben und strotzt nur so vor Inhalten.

Zwar mag nicht jedes Monster komplett neu entworfen worden sein. Dafür überzeugen die eigentlichen Stars in "Iceborne" mit Detail-Liebe, was sich ebenso über das neue Gebiet sagen lässt. Einzig der Schwierigkeitsgrad mag für manchen Veteranen vielleicht etwas zu einfach ausfallen. Aber da Capcom bereits weitere Monster angekündigt hat, sind wir uns sicher, dass sich an dieser Stelle noch einiges tun wird.

Facts:

  • Spiel: "Monster Hunter World: Iceborne" (Add-On)
  • Publisher: Capcom
  • Genre: Action-Adventure
  • Erschienen am: 6. September 2019
  • Plattformen: PS4, XBoxOne (die PC-Version erscheint im Januar
  • Preis: Etwa 40 Euro (Amazon)
Darüber hinaus gibt es zahlreiche geniale Neuerungen für euren Hunter, wie beispielsweise die Clutch Claw, mit der Ihr Euch an Monstern festhalten könnt.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche geniale Neuerungen für euren Hunter, wie beispielsweise die Clutch Claw, mit der Ihr Euch an Monstern festhalten könnt.  © Capcom

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