"MotoGP 20" im Test: Auf der Strecke das Biest, abseits der coole Manager

Stuttgart - Mit "MotoGP 20" erscheint am heutigen Donnerstag das erste große Rennspiel des Jahres für PC, PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch und erstmals auch Google Stadia. Das italienische Entwicklerteam von Milestone verspricht gegenüber dem Vorgänger unter anderem einen überarbeiteten Karrieremodus und bessere Computergegner. TAG24 hat das Spiel vorab für Euch getestet.

Auf nasser Strecke wird die Steuerung der Bikes gleich noch einmal herausfordernder.
Auf nasser Strecke wird die Steuerung der Bikes gleich noch einmal herausfordernder.  © Milestone

Auf dem Losail International Circuit in Doha (Katar) wird es Abend, die Flutlichter gehen an, und das Rennen der Moto3-Klasse steht kurz bevor. Auf Startplatz 8 steht mein virtueller Fahrer vor dem Beginn seiner großen Motorsport-Karriere. Nach intensiven Trainings und einem guten Qualifying ist die Anspannung vor dem ersten Rennen groß.

Die Ampeln gehen aus, die Action beginnt. Schon in den ersten Kurven bin ich im Zweikampf mit zahlreichen Computer-Gegnern, die sich jedoch fair verhalten und mich nicht von der Strecke schießen. Ich verliere fünf Plätze, hole im Rennverlauf wieder auf und werde am Ende Neunter. Nach 18 intensiven Runden lege ich den Controller auf den Tisch und habe ein Lächeln im Gesicht - denn dieses Rennen hat verdammt Spaß gemacht.

Dann verschwindet der virtuelle Helm, und ich werde zum Manager; das Geld fürs Rennen fliegt rein. Mein Team ist zufrieden mit mir, denn ich habe die Zielvorgabe ("Schaffe es unter die ersten 10") erreicht. Außerdem habe ich Forschungspunkte bekommen, die ich in die Verbesserung meines Bikes investieren kann.

Karrieremodus bietet viele Freiheiten und Langzeitmotivation

Der neunfache Weltmeister Valentino Rossi lehnt sich mit seiner MotoGP-Maschine in die Kurve.
Der neunfache Weltmeister Valentino Rossi lehnt sich mit seiner MotoGP-Maschine in die Kurve.  © Milestone

Ja, ich fühle mich wohl im Karrieremodus von MotoGP 20. 

Verglichen mit beispielsweise dem von "F1 2019" mag er vielleicht schlicht und abgespeckt erscheinen, aber er gibt mir das, was ich bei Rennspielen dieser Art gerne sehe: Langzeitmotivation. 

Außerdem wurden von Entwickler Milestone im Gegensatz zum sehr gut bewerteten Vorgänger weitere tolle Details eingepflegt. So kann ich jetzt einen persönlichen Manager verpflichten, der mich bei Vertrags- und Sponsorenverhandlungen unterstützt. Verbessert sich mein Ruf in der Karriere, habe ich wiederum bessere Manager zur Auswahl. 

Darüber hinaus ist es jetzt möglich, einen Chefingenieur und einen Datenanalyst anzuheuern, die für die Weiterentwicklung des Motorrads unerlässlich sind.

Die Freiheiten, meine ganz individuelle Karriere zu gestalten, sind ebenfalls da. Denn ich kann sowohl bei allen offiziellen Teams der Moto3, Moto2 und MotoGP-Klasse unterschreiben, als auch ein eigenes Team erstellen, dessen Logos und Teamfarben ich mit einem umfangreichen Grafikeditor bearbeiten kann. 

Gameplay: Realistisches Fahrgefühl, für Anfänger und Profis gleichermaßen geeignet

In Duellen mit mehreren Computer-Gegnern versuchen diese nicht, einen durch unfaire Manöver von der Stecke zu schießen, was schöne Rennverläufe erlaubt.
In Duellen mit mehreren Computer-Gegnern versuchen diese nicht, einen durch unfaire Manöver von der Stecke zu schießen, was schöne Rennverläufe erlaubt.  © Milestone

Und ich bin nicht für immer an etwas gebunden: Moto3 im offiziellen Team, Moto2 mit dem eigenen und in der MotoGP dann wieder im offiziellen - meiner Freiheit und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Ebenfalls schön: Milestone kündigte an, den Karrieremodus auch nach der Veröffentlichung des Spiels weiter auszubauen.

Grafisch macht das Spiel ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Bei meinem Test auf der PlayStation 4 überzeugt die Darstellung der Rennstrecken sowie die Detailtreue bei der Präsentation der Fahrer und Motorräder. Das dynamische Wettermodell lässt spannende Rennverläufe zu.

In Sachen Gameplay fühlt sich die Steuerung der Bikes in der "Pro"-Einstellung und ohne Fahrhilfen sehr realistisch an und fordert bei langen Rennen, wenn die Reifen sich immer weiter abnutzen, ein feines Fingerspitzengefühl am Controller. Neu: Bei Berührungen mit Gegnern kann man sich kleine Aerodynamik-Schäden einfangen, die sich auf das Fahrverhalten auswirken.

Doch alle Anfänger und Gelegenheitsspieler müssen keineswegs abgeschreckt sein, denn es gibt einige Einstellungen, die unterstützen - zum Beispiel eine prozentgenaue Angabe, wie stark die Computer-Gegner sein sollen.

Fazit: Ich bin von MotoGP 20 sehr positiv angetan. Die Weiterentwicklung des Karrieremodus sorgt für langfristigen Spielspaß und zeigt, dass sich Entwickler Milestone das Feedback aus der Community zu Herzen nimmt und keinen einfachen Abklatsch des Vorgängers veröffentlicht. Das Game ist sowohl für Rennspiel-Veteranen, als auch Einsteiger geeignet, das Fahrgefühl überzeugt. So lasst die Rennen beginnen!

Titelfoto: Milestone

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