Preview zu "Gerda: A Flame in Winter": Dieses Spiel solltet Ihr unbedingt im Auge behalten!

Leipzig - Als einfache Krankenschwester die Wirren des Krieges durchstehen: In "Gerda: A Flame in Winter" übernehmt Ihr nicht die Rolle eines weiteren Supersoldaten, sondern die einer normalen Frau, die sich plötzlich - am Ende des Zweiten Weltkriegs - zwischen den Fronten wiederfindet. Das Spiel hat bereits jetzt das Zeug, einer dieser Diamanten zu werden, wie wir sie nur selten erleben dürfen.

In "Gerda: A Flame in Winter" verschlägt es Euch als namensgebende Krankenschwester Gerda in das kleine dänische Dorf Tinglev, in dem Ihr am Ende des Zweiten Weltkriegs um Euer und das Überleben Eurer Liebsten kämpft.
In "Gerda: A Flame in Winter" verschlägt es Euch als namensgebende Krankenschwester Gerda in das kleine dänische Dorf Tinglev, in dem Ihr am Ende des Zweiten Weltkriegs um Euer und das Überleben Eurer Liebsten kämpft.  © DON'T NOD Entertainment/Porta Play

Ich stehe vor der Zelle, in der die Gestapo meinen Ehemann gefangen hält. Sie wollen, dass ich ihn zum Reden bringe, nachdem ihre Folter offenbar versagt hat. Anders ist übel zugerichtet - und er schenkt mir dennoch ein Lächeln. Mit ein wenig List gelingt es uns, dem Gestapo-Offizier eine Lüge aufzutischen. Während er mit seinem Notizbuch beschäftigt ist, riskiere ich es, lehne mich zu Anders und berichte ihm, was ich herausgefunden habe.

Es sind Momente wie dieser, die "Gerda: A Flame in Winter" für mich bereits jetzt zu etwas besonderem machen. Intime Ereignisse, die für mich jedoch viel mehr Tragweite haben als manch ein Bombast-Gewitter in "Call of Duty" oder anderen namhaften Titeln.

"Gerda: A Flame in Winter" ist der neueste Titel der "Life is Strange"-Macher DON'T NOD Entertainment, die diesmal jedoch als Publisher fungieren. Die Entwicklung übernimmt das Indie-Studio Porta Play. Deren Ziel war es, mit "Gerda" den Zweiten Weltkrieg aus einer intimeren und greifbareren Perspektive zu erzählen. Hier mähen wir uns nicht in "Wolfenstein"-Manier durch Gegner-Horden, sondern müssen uns in der Rolle der Krankenschwester Gerda mit List und Mitgefühl den Strapazen des Krieges stellen.

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Als Teil einer Preview hatte ich nun Gelegenheit, mir die ersten zwei Stunden des Spiels selbst anzuschauen.

"Gerda" ist ein sogenanntes "RPG lite", das an "Disco Elysium", "Papers Please" oder das großartige "Valiant Hearts" erinnert und genau deswegen für mich bereits unglaubliches Potenzial hat.

Mitgefühl statt Munition

Statt auf dicke Knarren setzt Gerda auf Mitgefühl und List. Das Spiel orientiert sich eher an klassischen Rollenspielen und lässt die Geschichte in den Vordergrund treten, in der Ihr zahlreiche Entscheidungen fällt.
Statt auf dicke Knarren setzt Gerda auf Mitgefühl und List. Das Spiel orientiert sich eher an klassischen Rollenspielen und lässt die Geschichte in den Vordergrund treten, in der Ihr zahlreiche Entscheidungen fällt.  © DON'T NOD Entertainment/Porta Play

Als Gerda findet Ihr Euch in der kleinen dänischen Stadt Tinglev wieder, die sowohl von deutschen als auch dänischen Einwohnern bevölkert wird. Während sich der Zweite Weltkrieg dem Ende naht, bildet sich auch in Tinglev Widerstand gegen die Besatzer und Gerda muss plötzlich entscheiden, ob sie einer Seite beisteht oder versucht, zwischen ihnen zu vermitteln.

Das Spiel konzentriert sich dabei komplett auf seine Story, lässt Euch statt Munition und Lebensleiste lieber Ressourcen wie List, Mitgefühl und Eure Beziehung zu den anderen Figuren und Gruppen innerhalb der Spielwelt managen - und dabei vor allem jede Menge Entscheidungen treffen. Wie man das eben so kennt aus einem Rollenspiel.

Das Interessante daran: Eine falsche Entscheidung - oder besser gesagt ein "Game Over" - gibt es nicht. Mit jeder Entscheidung treibt Ihr das Spiel voran. Wie viele Enden die finale Version von "Gerda" haben wird, ist bisher nicht bekannt. Angesichts der zahlreichen Figuren und unterschiedlichen Parteien gehe ich jedoch von einigen aus, was den Wiederspielwert natürlich ganz schön nach oben treibt.

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Auch der Look und die Musik des Spiels sind dabei durchaus gelungen. Grafisch wirkt "Gerda", als sei es komplett mit Wasserfarben gemalt, während sanfte Klavierklänge die einzelnen Szenen untermalen. Auch hier merkt man, dass alles der Story zu Gute entworfen wurde. Nichts wirkt überladen oder drängt sich in den Vordergrund. Viel mehr wirkt es, als würde man Gerda durch ein Gemälde bewegen. Durchaus stilvoll!

Ankunft in Tinglev. Solche malerischen Szenen bekommt Ihr in "Gerda" immer wieder zu sehen.
Ankunft in Tinglev. Solche malerischen Szenen bekommt Ihr in "Gerda" immer wieder zu sehen.  © DON'T NOD Entertainment/Porta Play

Fazit

"Gerda: A Flame in Winter" ist ein Spiel, das jeder auf seiner Watchlist haben sollte, vor allem, wenn man eine gute Geschichte und interessante, glaubwürdige Figuren mag. Allein die Demo hat mich bereits vollkommen überzeugt.

Einen konkreten Release-Termin hat das Rollenspiel zwar noch nicht, abgesehen davon, dass es noch 2022 rauskommen soll. Ich freue mich aber schon jetzt darauf, hoffentlich bald auch den Rest dieser Geschichte zu erleben und herauszufinden, welches Ende "Gerda" für mich parat hält.

Titelfoto: DON'T NOD Entertainment/Porta Play

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