Preview zu Stonefly: Mit dem Kampfroboter auf Selbstfindungstrip

Dallas (Texas) - Videospiele waren schon immer ein Quell verrückter Ideen und eine ebenso gute Möglichkeit, diese umzusetzen. Jemand, der diese Prämisse ohne Frage lebt, sind die Entwickler bei Flight School Studio, die Macher von "Creature in the Well". Mit "Stonefly" haben sie nun ein neues Spiel angekündigt, das beim ersten Anblick kaum in Worte zu fassen ist - und bereits bei seiner Preview den Entdeckerdrang in uns weckte.

In "Stonefly" schlüpft Ihr in die Rolle der jungen Erfinderin Annika, die hier so zielstrebig auf ihren Mech zuläuft. Mithilfe des Kampfroboters erkundet unsere Heldin einen riesigen Wald auf der Suche nach dem Roboter ihres Vaters.
In "Stonefly" schlüpft Ihr in die Rolle der jungen Erfinderin Annika, die hier so zielstrebig auf ihren Mech zuläuft. Mithilfe des Kampfroboters erkundet unsere Heldin einen riesigen Wald auf der Suche nach dem Roboter ihres Vaters.  © Flight School Studio

"Pinball mit Schwertern", so wurde mir einmal "Creature in the Well" beschrieben. Klar, der Dungeon-Crawler- und Hack-and-Slay-Adventure-Hybrid hatte noch weit mehr zu bieten, aber ich konnte mir dank dieser Beschreibung immerhin schon mal ein erstes Bild machen.

Nun durfte ich bei einer ersten Präsentation einen Blick auf das neueste Werk der "Creaure"-Macher werfen. Und auch nach mehreren Tagen frage ich mich noch immer, wie ich "Stonefly" nun am besten in Worte fassen soll.

Denn genau wie sein Vorgänger verbindet auch "Stonefly" zahlreiche unterschiedliche Einflüsse zu einem interessanten Ganzen. Das geht bereits bei der Spielwelt los, die an eine Mischung aus Anime-Abenteuer und psychedelischer Bewusstseinserweiterung in Comic-Look erinnert.

Ihr verkörpert die junge Erfinderin Annika, die in einer Welt aufwächst, in der Menschen ebenso groß sind wie Käfer. Die Rede ist hier allerdings keineswegs von Elefantenkäfern. Die Menschen sind wirklich winzig, und um sich gegen die zum Teil viel größeren Krabbler zur Wehr zu setzen, haben sie offenbar den Insekten ebenbürtige Mechs entwickelt.

Mit deren Hilfe können wir einen - nach realen Standards - normal großen Wald erkunden. Unser kleiner Mech bewegt sich also per Sprung- und Flugfähigkeit von Ast zu Ast, während im Hintergrund das Blätterdach der Bäume erstrahlt. Klingt seltsam? Ist es auch! Auf den ersten Blick fühlten wir uns in die psychedelischen Level von "Hotline Miami" zurückversetzt - ohne die übertriebene Gewalt und die doch sehr begrenzten Level.

Sandbox statt Puzzle-Spiel

Der Wald ist vor allem auch deshalb riesig, weil Ihr winzig seid. Dank Eures Mechs könnt Ihr Euch jedoch von Ast zu Ast bewegen. Allein die Spielwelt bietet deswegen bereits eine einzigartige Erfahrung.
Der Wald ist vor allem auch deshalb riesig, weil Ihr winzig seid. Dank Eures Mechs könnt Ihr Euch jedoch von Ast zu Ast bewegen. Allein die Spielwelt bietet deswegen bereits eine einzigartige Erfahrung.  © Flight School Studio

Denn abgesehen von der Top-Down-Perspektive hören die Ähnlichkeiten zu "Hotline Miami" damit auch schon auf.

"Stonefly" soll kein Puzzle-Spiel werden. Die Entwickler beschreiben es eher als Sandbox, die ihr frei und nach eurem eigenen Tempo erkunden könnt. Zwar wurde während der ersten Präsentation vor allem das Kampfsystem gezeigt, es soll jedoch auch ausgedehnte ruhige Passagen geben, während ihr Annika auf ihrem Weg in den Wald folgt.

Über die Hintergründe für das Handeln unseres Helden wurde bisher noch nicht allzu viel verraten. Lediglich, dass Annika den Mech ihres Vaters sucht, der ihr gestohlen wurde. Wer ihn gestohlen hat und warum, behielten die Entwickler noch für sich.

Für uns auf jeden Fall ein Grund mehr, so schnell wie möglich in unseren Mech steigen und auf Erkundung gehen zu wollen. Denn ja, "Stonefly" mag auf den ersten Blick eigen erscheinen. Genau das macht es jedoch umso interessanter, denn es hat Charakter und es strotzt - zumindest nach dem aktuellen Stand - nur so vor Ideen.

Meditativer Trip a la "Journey"?

In den Kämpfen sollt Ihr Euch derweil den Wind zuutze machen können, während Ihr es mit verschiedenen Käferarten aufnehmt.
In den Kämpfen sollt Ihr Euch derweil den Wind zuutze machen können, während Ihr es mit verschiedenen Käferarten aufnehmt.  © Flight School Studio

Allein schon das Kampfsystem scheint unzählige Möglichkeiten zu bieten. Während ihr tiefer in den Wald eindringt, stoßt ihr auf immer neue Käferarten, die alle ein unterschiedliches Vorgehen verlangen.

Gleichzeitig soll Annika jedoch auch dank neuer Eindrücke noch Modifikationen für ihren Kampfroboter erfinden können, die Euch beim nächsten Kampf helfen. Mit jedem Mal, das Ihr in den Wald zieht, sammelt Ihr zudem Ressourcen. Hier erinnert "Stonefly" stark an ein Rogue-like, auch wenn die Entwickler TAG24 bereits versprochen haben, dass Ihr Eure gesammelten Gegenstände nicht verliert, sollte eine Expedition einmal nicht erfolgreich verlaufen.

Hinzu kommen die ruhigen Momente, von denen wir bisher kaum etwas zu Gesicht bekommen haben.

Gepaart mit der psychedelischen Geschichte und dem sehr eigenen Soundtrack, der extra für Stonefly komponiert wurde, können wir uns bereits jetzt vorstellen, dass das Spiel durchaus zu einer meditativen Erfahrung werden könnte, wie es zuvor bereits "Journey" oder "Pathfinder" waren - oder zumindest hoffen wir das.

Denn auch wenn das alles schon einen ziemlich guten Eindruck machte, wird es wohl noch etwas dauern, bis wir "Stonefly" in den Händen halten. Aktuell streben die Entwickler ein Release für Sommer 2021 an. Wann genau das Spiel jedoch erscheinen soll, steht aktuell noch nicht fest.

Titelfoto: Flight School Studio

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