"Remothered: Broken Porcelain": Der blanke Gaming-Horror! In doppelter Hinsicht

Deutschland - Horror-Spiele auf PC und Konsole sorgen nicht selten für Albträume. So auch "Remothered: Broken Porcelain" - allerdings nicht (nur) wegen der Story.

Wieder zurück: Rosemary Reed aus dem Vorgänger-Titel ist mit von der Partie.
Wieder zurück: Rosemary Reed aus dem Vorgänger-Titel ist mit von der Partie.  © Stormind Games/Modus Games

Die Fortsetzung (und dank der zwei spielbaren Zeitebenen zugleich der Vorgänger) von "Remothered: Tormented Fathers" ist im Grunde einfach zu erzählen. 

Unsere Protagonistin, das Waisenkind Jennifer, wird in diesem Indie-Shocker aus einem Mädcheninternat geworfen und findet eine neue Bleibe als Dienstmädchen im Gasthaus "Ashmann Inn". 

Der Inhaber und Chef des Hauses, Stefano Ashmann, hatte - wie sich herausstellt - eine langjährige Beziehung mit Jennifers Mutter. Dass "Jen", wie sie genannt wird, nun ausgerechnet hier landet, scheint da doch des Zufalls zu viel.

Ashmann möchte an der jungen Frau - und am Rest des Personals - zudem eine ominöse Droge testen: Phenoxyl. Damit sollen traumatische Erinnerungen unterdrückt werden können. Hat allerdings auch ziemlich kontraproduktive Nebenwirkungen wie Halluzinationen und Paranoia.

Also genau das richtige, was man an einer psychisch labilen Person testen sollte (Ihr hört den Sarkasmus raus, oder?). Doch die Droge bringt noch einen weiteren Twist mit sich. 

Andere, ebenfalls mit Phenoxyl infizierte Menschen, können durch eine telepathische Verbindung kontrolliert werden. Ein etwas vorhersehbarer Twist: Jens Mutter hatte während der Schwangerschaft bereits mit dem Medikament. Somit bringt Jen in bestimmten Bereichen eine gewisse Immunität gegen das Mittel mit.

Im Grunde ein gutes Horror-Spiel, doch leider ein horror Spiel

An Jennifer wird das Medikament Phenoxyl getestet - und das macht ihr Leben nicht gerade besser.
An Jennifer wird das Medikament Phenoxyl getestet - und das macht ihr Leben nicht gerade besser.  © Stormind Games/Modus Games

Jennifer trifft hierbei auch auf die Heldin des Original-Titels, Rosemary Reed. Zusammen versuchen sie - verfolgt von gruseligen Antagonisten - die Geheimnisse des Ortes und auch ihrer eigenen Geschichten zu lüften. Im Grunde bringt das Spiel alle notwendigen Voraussetzungen mit, ein spannendes Horrorspiel zu sein. Kurz vor Halloween also genau das Richtige für Gamer.

Allerdings haben Stormind Games (Entwickler) und Modus Games (Publisher) einen entscheidenden Fehler bei dem Spiel gemacht: sie haben das Spiel unfertig rausgebracht. Denn es steckt (noch) voller Bugs und Glitches. Falsche Audio-Sequenzen in Video-Abschnitten, unsichtbare Hindernisse, Gegner, die plötzlich einfrieren, Verfolger, die in offenen Türen hängen bleiben, falsch ablaufende Animationen, ein sich selbst zurücksetzender Skill-Tree, ... die Liste ist lang. 

Die schaurig-schöne Atmosphäre wird durch das ständige erzwungene Neuladen oder zurücksetzen auf alte Speicherstände arg getrübt. Um nicht zu sagen: Es nervt wie Hölle. Da muss ganz flott und sauber nachjustiert werden. Zumal das Game ohnehin erst eine Woche später erscheinen sollte. 

Wären diese nervtötenden Bugs (und die permanente Angst, dass gleich wieder einer alles versauen könnte) nicht da, könnte man dem Spiel kaum etwas ankreiden. Gute Story, tolle Atmosphäre, super Musik. Die Spielmechaniken könnte etwas ausgereifter sein. Und ja, die Gegner sind wirklich zum Verrücktwerden dämlich. Die würden in einem sonst leeren Raum nicht auf die Idee kommen, dass sich Jen in der einzigen Kiste in der Mitte des Zimmers verstecken könnte. 

Seit wenigen Tagen ist "Remothered: Broken Porcelain" auf PC, PS4, Xbox One und Nintendo Switch für etwa 30 Euro erhältlich. Am besten für die Halloween-Stimmung nach dem Kauf erst noch ein paar Tage "Fall Guys" zocken, bis die notwendigen Patches bereit liegen und die Fehler beseitigt sind. Dann solltet ihr gute Gaming-Unterhaltung haben.

Titelfoto: Stormind Games/Modus Games

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