"Twin Mirror": Erste Einblicke in den neuen mysteriösen Gaming-Thriller

Deutschland - Der Videospiel-Entwickler Dontnod hat erste Einblicke in seinen neuen Mystery-Thriller gewährt - und diese Geschichte wirkt vielversprechend.

Patentochter Joan und Protagonist Sam haben ihre erste Unterhaltung seit Jahren.
Patentochter Joan und Protagonist Sam haben ihre erste Unterhaltung seit Jahren.  © Screenshot/dontnod

"Twin Mirror" heißt der neue Titel von den "Life is Strange"-Machern, der noch dieses Jahr für PC, PlayStation4 und Xbox One erscheinen soll.

In Zusammenarbeit mit Koch Media in München gestattete Dontnod nun der TAG24-Redaktion einen Einblick in die ersten 20 Minuten Gameplay.

Wie bereits bekannt war, schlüpft man in die Rolle des investigativen Journalisten Sam Higgs. Dieser kehrt in seine alte Heimat Basswood in West Virginia zurück, um seinem besten Freund die letzte Ehre zu erweisen. Eine Kleinstadt mit einer Vergangenheit, die er ganz bewusst hinter sich gelassen hatte.

Aus seinem Kurztrip wird eine Auftragsarbeit. Denn seine 13-jährige Patentochter Joan, das Kind seines verstorbenen Freundes, ist sich sicher: Der Tod ihres Vaters war kein Zufall. 

Higgs, der im Grunde schnell wieder weg möchte, wird dadurch an seinen eher spärlich ausgeprägten Emotionen gepackt.

Als er Basswood damals verließ, hatte er alle Kontakte gekappt. Auch die zu Joan, die sehr darunter gelitten zu haben scheint.

Emotionen und Empathie an Alter Ego ausgelagert

So dunkel die normale Welt, so hell ist der "Mind Palace", in dem Higgs seine Gedankenwelt durchschreitet.
So dunkel die normale Welt, so hell ist der "Mind Palace", in dem Higgs seine Gedankenwelt durchschreitet.  © Screenshot/dontnod

Das Mädchen verspricht sich nun zumindest Hilfe durch Sam, dessen außergewöhnliche analytischen Fähigkeiten hier etwas aufdecken könnten, wozu andere nicht in der Lage wären.

Während sich die beiden in ihrer Wiedersehens-Szene im Auto unterhalten, entdecken wir auf dem Rücksitz plötzlich eine weitere "Person".

Sams Alter Ego ist so etwas wie die emphatische Moral-Instanz, die nur der Protagonist selbst hören und sehen kann. Sie hilft ihm durch die für Sam selbst größtenteils verschlossene Emotionswelt und gibt Ratschläge zu Entscheidungen.

Wie auch "Life Is Strange" haben diese Entscheidungen Einfluss auf die Handlung und den Verlauf der Geschichte. Mal größer, mal kleiner.

Ein richtig oder falsch gibt es dabei nicht. Auch das Gameplay, das Design und die übernatürlichen Elemente erinnern stark an den Überraschungshit von 2015.

Jedoch wirkt "Twin Mirror" - nicht nur wegen des Protagonisten - deutlich erwachsener. Und es präsentiert sich auch mit einem viel düsteren und dramatischerem Setting, was Musik und Atmosphäre betrifft.

Eine Atmosphäre wie im Stephen-King-Roman

Protagonist Sam Higgs kann nicht gut mit Gefühlen. Sein analytischen Können ist dafür extrem ausgeprägt.
Protagonist Sam Higgs kann nicht gut mit Gefühlen. Sein analytischen Können ist dafür extrem ausgeprägt.  © Screenshot/dontnod

Während "Life Is Strange" im Grunde eine Coming-Of-Age-Geschichte ist (vergleichbar vielleicht mit dem Filmklassiker "Stand By Me") haben wir mit Sam Higgs eine sehr introvertierte Hauptfigur, die Mitten im Leben steht, Verluste durchlebte und erkannte, dass seine Fähigkeiten zugleich Fluch und Segen sind.

Sein "Mind Palace" speichert Erinnerungen und lässt uns als Spieler mehr und mehr in die Vergangenheit und Erlebnisse unserer Figur eintauchen.

Wenn sich Sam Higgs, der ein fragwürdiges Verhältnis zu Medikamenten zu haben scheint, an eine Person erinnert, finden wir als Spieler die Infos aus dem Mind Palace kurz darauf im sogenannten "Memento-Bereich" - per Knopfdruck schnell abrufbar.

Hier werden Daten zu den Charakteren gesammelt, die uns bei der Einordnung der Personen helfen können.

Fazit: Diese 20 Minuten Gameplay lassen die "Life Is Strange"-Vibes schnell wieder aufleben.

Der Hauptcharakter, die Geschichte, sein Alter Ego als ständiger Begleiter und die (noch?) ruhige Erzählweise schaffen einen positiven Gesamteindruck. Stellenweise hat man das Gefühl, dass Dontnod hier ein altes Skript von Stephen King entdeckt und realisiert hat. Wir dürfen also positiv gespannt bleiben.

Titelfoto: Screenshot/dontnod

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