Valkyrie Elysium im Test: Nicht schön, nicht zeitgemäß - aber es macht Spaß

Leipzig - Square Enix haut wieder einen raus und verpasst einer angestaubten Marke eine Frischzellenkur! "Valkyrie Elysium" möchte im Herbst frischen Wind ins Action-RPG-Genre bringen und mit einer magischen Geschichte rund um alte Götter und dem Ende der Welt überzeugen. Warum das leider nicht so gut geklappt hat, verrät der Test.

Eure Heldin präsentiert sich von Beginn an als treue Anhängerin von Odin. Spätestens als ihr Hilde, eine andere Valkyrie begegnet, kommen langsam Zweifel auf.
Eure Heldin präsentiert sich von Beginn an als treue Anhängerin von Odin. Spätestens als ihr Hilde, eine andere Valkyrie begegnet, kommen langsam Zweifel auf.  © Square Enix

"Elysium" kann als indirekte Fortsetzung der "Valkyrie Profile"-Reihe verstanden werden. Da ich bisher noch keinen Bezug zu den Spielen habe, konnte ich ganz unvoreingenommen in den Test gehen.

Direkt im Intro schon die erste Ernüchterung: Grafisch wirkt der Titel selbst auf der Playstation 5 eher von gestern. Fast vergleichbar mit dem ebenfalls in diesem Jahr erschienenen "Stranger of Paradise: Final Fantasy Origins" (auch von Square) sind die Umgebungen ziemlich trist geraten.

Selbst auf einer einfachen Blumenwiese ploppen Texturen in der unmittelbaren Nähe der Heldin auf - unschön!

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Als mir dann noch sämtliche Steuerungsmechaniken völlig einfallslos im Schnelldurchlauf an die Hand gegeben wurden, hatte ich schon gar keine Lust mehr. Sofort kamen mir weitere ärgerliche Ausfälle wie das Remaster zu "Final Fantasy Crystal Chronicles" in den Sinn, die mir Square in den letzten Jahren vor die Füße geklatscht hatte.

Zum Glück fängt sich "Valkyrie Elysium" dann doch noch recht schnell.

Valkyrie Elysium: Kampfsystem weiß zu gefallen

Im Kampf könnt Ihr ab dem zweiten Kapitel sogenannte Einherier beschwören, die Euch nicht nur helfen, sondern auch alle unterschiedliche Elementklassen besitzen.
Im Kampf könnt Ihr ab dem zweiten Kapitel sogenannte Einherier beschwören, die Euch nicht nur helfen, sondern auch alle unterschiedliche Elementklassen besitzen.  © Square Enix

Klar, die Geschichte rund um Göttervater Odin, der mit der Hilfe einer Valkyrie (das seid Ihr) seine Kräte zurückerlangen möchte, holt niemand mehr hinter dem Ofen hervor. Im Kern macht aber besonders das Gameplay schon Spaß.

Ihr betretet ähnlich wie in "Nioh" über eine Karte einzelne Level, die schlauchartig aufgebaut sind. Dort stellt sich Euch zahlreiches Dämonenvieh in den Weg, das Ihr auf unterschiedliche Weise in die Mangel nehmen könnt. Neben klassischen Angriffen steht Euch eine ganze Reihe an Elementarmagie zur Verfügung.

Zudem findet Ihr im Laufe des Spiels sogenannte Einherier, die Ihr beschwören könnt, damit sie an Eurer Seite kämpfen. Gerade wenn die Heldin richtig in Fahrt kommt und eine Kombo an die nächste reiht, können die Kämpfe schon Laune machen.

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Besonders deshalb, weil Geschwindigkeit Trumpf ist. Tötet Ihr Gegner zu langsam, tauchen die Seelen gefallener Streiter in noch kämpfende Kreaturen ein, um sie stärker zu machen. Das sorgt dafür, dass Ihr nicht in aller Ruhe aus sicherer Entfernung einen Gegner nach dem anderen niederknüppelt.

Unsichtbare Wände, langweiliges Leveldesign und Kameraprobleme in engen Räumen zerstören aber dann doch wieder merklich die gute Laune, sodass "Valkyrie Elysium" nicht viel mehr als ein netter Happen für zwischendurch geworden ist.

Die einzelnen, schlauchartigen Level sind meistens sehr trist gestaltet. Wirklich Lust aufs Erkunden bekommt man nicht, auch, weil man immer wieder auf unsichtbare Wände stößt.
Die einzelnen, schlauchartigen Level sind meistens sehr trist gestaltet. Wirklich Lust aufs Erkunden bekommt man nicht, auch, weil man immer wieder auf unsichtbare Wände stößt.  © Square Enix

Fazit zu Valkyrie Elysium

Ich habe bei Square Enix in den letzten Jahren mehr und mehr das Gefühl, dass man weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. Lieber wirft man fast im Monatstakt neue semigute Titel auf den Markt, anstatt aus weniger Spielen richtige Knaller zu machen. Erst "Forspoken" und "Final Fantasy 16" im nächsten Jahr werden daran hoffentlich etwas ändern können.

Solange müssen sich Fans von Action-RPGs und Fantasy-Geschichten sehr gut überlegen, ob sie 70 Euro für einen Titel wie "Valkyrie Elysium" ausgeben möchten, der zwar mit seinem flotten Kampfsystem durchaus Laune machen kann, in vielen Bereichen aber extrem limitiert und von vorgestern daherkommt.

Man weiß einfach, dass mit etwas mehr Feingefühl und Eifer viel mehr drin gewesen wäre als ein mittelgutes Spiel. Und genau das ist es auch, was am Ende am meisten ärgert.

Titelfoto: Square Enix

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