Necromunda - Hiring Gun: Nicht brillant, aber mit ordentlich Wumps hinterm Plasmawerfer

Deutschland - Seit einigen Tagen kann man sich in "Necromunda - Hiring Gun" als namenloser Haudegen durch die Welt von Hive Primus ballern. Ob das ordentlich kickt oder zum Rohrkrepierer wird, haben wir getestet.

Die dystopische Welt gehört wohl zu den düstersten Settings im Warhammer-40k-Franchise.
Die dystopische Welt gehört wohl zu den düstersten Settings im Warhammer-40k-Franchise.  © Focus Home Interactive

Das Setting des Warhammer-40k-Großcousins liefert genau das, was man sich von dem Ableger erwartet: Ein bisschen Doom, eine Prise Titanfall, abgeschmeckt mit etwas Quake-Feeling - das ganze serviert an einem BioShock-Bouquet. Lecker.

Könnte man meinen. Doch die Realität sieht ein bisschen anders aus - aber nicht so gravierend, wie manche Fans es darstellen.

Das Gameplay fühlt sich schonmal etwas besser an, als bei "Doom: Eternal" und auch grafisch braucht sich das AA-Game nicht zu verstecken.

Riesen-Schutzschild im Test soll Mitarbeiter auf Autobahn schützen
Auto Riesen-Schutzschild im Test soll Mitarbeiter auf Autobahn schützen

Die Geschichte hinter dem Shooter ist... ach, komm'. Seien wir ehrlich. Sie ist scheißegal. Niemand - weder die Warhammer-Kenner, noch absolute Neulinge - werden hier mit einer gut geschriebenen Story bereichert.

Im Grunde - und so ehrlich sollte man sein dürfen - besteht die gesamte Daseinsberechtigung von "Necromunda - Hiring Gun" aus einem einzigen, fast schon auf gamerische Ur-Instinkte reduziertes, Vorgehen: Hirn aus und gib ihm.

Es ist ein Ego-Shooter, indem man mit einem Plasmawerfer auf Orlocks ballert. Was bitte habt Ihr erwartet?

15 Stunden Metzel-Spaß mit Killer-Waldi

Baller-Action pur. Wer wenig Wert auf Story, aber viel Spaß am puren Shooten findet, wird hier fündig.
Baller-Action pur. Wer wenig Wert auf Story, aber viel Spaß am puren Shooten findet, wird hier fündig.  © Focus Home Interactive

Und was der Cheeseburger für das selbst gemachte, tagelang marinierte Angus-Steak ist, so ist dieses Game auch: Nicht die Spitze der Evolution, aber ab und zu hat man einfach Bock drauf.

Die "Space Hulk"-Macher Streum On hatten die Warhammer-40.000-Lizenz und damit für die vielleicht düsterste aller Necromunda-Vorlagen gesorgt.

In den etwa 15 Stunden (Hauptkampagne) rasiert Ihr Euch durch 13 abwechslungsreiche Kapitel. Auch wenn die KI der Gegner nicht gerade als ausgereift zu bezeichnen ist: Verstecken bringt nichts. Wer hier nicht permanent in Bewegung bleibt, ist schnell weg vom Fenster.

Von wegen Sommerloch: Diese Spielekracher kommen im August!
Gaming Von wegen Sommerloch: Diese Spielekracher kommen im August!

Nebenbei könnt Ihr - mit jeder abgeschlossenen Mission - Euren Charakter aufleveln. Und Euren vierbeinigen Begleiter. Ein ganzer Kerl, dank Chappi. Und Stahlgebiss.

Allerdings solltet Ihr keine Fans von logischer Menü-Führung, erstklassiger Tonabmischung, Boss-Kämpfen oder einer sinnvollen Handlung sein. Das fehlt komplett. Zudem nerven noch ein paar - durch Patches inzwischen kleiner gewordene - Bugs.

Fazit: Für die etwa 40 Euro bekommt Ihr ein Spiel serviert, das genau das bringt, was man erwartet: Stumpfe Baller-Action, die Laune macht. Kleinere Abstriche müssen gemacht werden, aber wer in einer industriell überrumpelten Dystopie gern wütenden Horden auf die Zwölf geben will, wird auf PS 4/5, Xbox Series X/S, Xbox One und PC nicht enttäuscht.

Titelfoto: Focus Home Interactive

Mehr zum Thema Gaming: