TLOU, Nioh, Fifa, Destiny: Das sind unsere Lieblingsspiele 2020!

Leipzig - Auch wenn wir uns 2020 wahrscheinlich alle etwas anders vorgestellt haben, lasst sich eines wohl kaum bestreiten: Für die Videospiel-Branche und auch für uns als Gamer war es ein Jahr voller Highlights. Da war es auch für uns als Spiele-Redakeure nicht einfach, die eine Perle in diesem Meer aus großartigen Titeln zu wählen. Wir haben uns dennoch der Herausforderung gestellt. Hier sind unsere Lieblingsspiele 2020.

Marcos Lieblingsspiel: The Last Of Us - Part II

Es gibt für Redakteure kaum eine dankbarere Aufgabe, als Verrisse zu schreiben. Sie sind unterhaltsam zu tippen und meist auch sehr amüsant zu lesen. Und bei "The Last Of Us Part II" wäre es ein Leichtes gewesen, sich hier auszutoben und Lach-Emojis einzusammeln.

Was wurde dieses Spiel im Vorfeld und auch danach von Menschen verrissen, die zu einem erschreckend hohen Anteil sehr offensichtlich das Spiel nie gespielt hatten - und sich wohl eine Teil-1-Kopie wünschten.

Die Homo- und Transsexualität, die in dem Spiel vorkommen, waren hier beachtlich vielen ein Dorn im Auge. Dabei wird nichts davon im Spiel thematisiert. Über Ellies Neigungen wissen wir seit Teil 1 Bescheid und auch das Transsexuelle wird nur in einem kleinen Nebensatz (bei 30 Stunden Spielzeit) angeschnitten. Dort fragt eine Nebenfigur, nachdem ihr etwas zugerufen wurde, die vermeintliche Antagonistin lediglich: "Möchtest du mich dazu etwas fragen?" Die Antwort: "Nein." Wow - was für ein Combo-Breaker.

Es war eine Diskussion, die ein völlig falsches Licht und einen viel zu großen Schatten auf mein bestes Spiel 2020 geworfen hat. Licht und Schatten - wie passend: Dieses Willkommen-zurück-Gefühl, als das Spiel beginnt, der dramatische Wendepunkt mit dem spielbaren Charakter aus dem ersten Teil, der Aufbruch einer von Rache getriebenen jungen Frau.

Und dann - mitten im Spiel - die Einblendung: "Seattle, Tag 1" die einen völlig aus dem Konzept bringt, die Wut, jemand anderen spielen zu müssen, das Kennenlernen des "bösen" Charakters, der Showdown, den man nicht spielen will, weil man beide Kontrahenten plötzlich versteht, der moralische Kompass, der völlig durchdreht und die "Böse" plötzlich die "Gute" wird, der Geburtstag als Kinder-Astronaut, die Easter-Eggs, der fast nebensächliche Tod eines Side-Characters, der plötzlich eine völlig neue Dimension bekommt, als ihre Leiche gedreht wird - und am Ende die tragische Auflösung eines geraubten Neuanfangs. Und der Erkenntnis, dass man so viel mehr zu verlieren hat, als man vielleicht dachte.

The Last Of Us 2 war ... nein ... ist ein unfassbares, post-apokalyptisches Videospiel, das den Spieler moralisch und emotional auf eine Achterbahnfahrt ohne Notschalter mitnimmt. Das erste Game, bei dem die Credits am Ende für mich komplett durchliefen - während ich schweigend versuchte, das eben Erlebte zu verarbeiten.

In einer Lebensphase des Neuanfangs, wurde Ellie alles genommen - und ab da hatte sie nichts mehr zu verlieren. Dachte sie zumindest.
In einer Lebensphase des Neuanfangs, wurde Ellie alles genommen - und ab da hatte sie nichts mehr zu verlieren. Dachte sie zumindest.  © Sony Interactive Entertainment

Davids Lieblingsspiel: FIFA 21

Haare raufend, Kugelschreiber flickend und mit tiefen Falten auf der Stirn habe ich mit mir gerungen, welches der Spiele, die ich 2020 gezockt habe, eine Honorierung an dieser Stelle hier verdient. Im vergangenen Jahr fiel die Wahl auf Star Wars Jedi: Fallen Order ohne große Bedenkzeit. Doch in diesem Jahr hatte ich keinen klaren Favoriten. Am Schluss standen nur noch FIFA 21 und Assassin's Creed Valhalla im Ring. Ich war kurz davor, Letzteres zum Sieger zu küren - nur, um mich dann doch noch einmal umzuentscheiden.

Es ist nicht erst seit gestern bekannt, dass es Sportspielen schwer fällt, sich neu zu erfinden. Entwicklerteams "müssen" Jahr für Jahr praktisch dasselbe Produkt anbieten und können nur innerhalb eines begrenzten Spektrums innovative Inhalte anbieten. Schließlich sollten altbewährte und beliebte Spielmodi beibehalten und im Idealfall optimiert werden.

Aus meiner Sicht hat EA mit FIFA 21 in diesem Jahr viel richtig gemacht. Allen voran hat der bei einigen Spielern sehr beliebte Karrieremodus nette neue Features bekommen. So können wir jetzt beispielsweise unsere Spieler mit Trainingsplänen noch individueller ausbilden und müssen Woche für Woche unsere spielfreien Tage so planen, dass die richtige Balance zwischen Training und Erholung gewährleistet wird.

Darüber hinaus fühlt sich das Gameplay in FIFA 21 insgesamt deutlich flüssiger an als bei seinen Vorgängern. Neue Animationen bei der Ballannahme und -verarbeitung sowie eine überarbeitete Ballphysik bestimmen fortan noch mehr darüber, ob unser Angriff gelingt oder doch eher der Controller aus dem Fenster fliegt. Außerdem wurde mit den "kreativen Läufen" ein neues Tool eingeführt, dass unser Offensivspiel deutlich belebt. Und natürlich sieht die Grafik auf den neuen Konsolen wirklich richtig stark aus.

Insgesamt ist der Sprung von FIFA 20 zu 21 um ein Vielfaches größer als die teilweise wirklich mikroskopischen Schritte, die in den vergangenen Jahren gemacht wurden. Auch deshalb hat FIFA 21 das Potenzial, mich deutlich länger bei der Stange zu halten. Euch hoffentlich auch.

Liverpools Abwehr-Riese Virgil van Dijk schraubt sich zum Kopfball-Duell hoch und sollte das auch für sich entscheiden.
Liverpools Abwehr-Riese Virgil van Dijk schraubt sich zum Kopfball-Duell hoch und sollte das auch für sich entscheiden.  © EA Sports

Michis Lieblingsspiel 2020: Nioh 2

Eigentlich hätte ich mir mit Marco den Platz teilen müssen, denn auch mich hat "The Last of Us: Part II" völlig aus den Socken gehauen. Bei genauerer Betrachtung musste ich allerdings feststellen, dass mich auch noch ein ganz anderer Titel in diesem Jahr in den Bann gezogen hat. Als großer Fan des Soulslike-Genres, der eben auch die Reise in "Demons Souls" hinter sich gebracht hat, passte "Nioh 2" natürlich vollkommen in mein Beuteschema. Schon der erste Teil klaute erfolgreich von der From-Software-Formel, drückte mit seinem Japano-Setting, seinem Missionensystem und einem enormen Loot-Faktor dem ganzen Genre aber seinen eigenen Stempel auf.

Teil 2 schloss Anfang des Jahres nahtlos daran an. Einige sprachen aufgrund der wenigen Neuerungen sogar von einer DLC-Erweiterung zu Teil 1. Nach weit über 100 Stunden Spielzeit kann ich das aber nicht bestätigen. Für mich ist "Nioh 2" die Perfektion des Genres und bis hierhin das beste Spiel aus dem Soulslike-Universum. Es passt einfach alles so unglaublich gut zusammen, dass ich oftmals erschreckende Probleme damit hatte, den Controller aus der Hand zu legen. Die Lernkurve ist enorm, der Schwierigkeitsgrad immer fair und fordernd, die Levelstruktur einfallsreich und motivierend, die Bosskämpfe spektakulär und nie mit halber Kraft zu meistern - ich könnte ewig so weitermachen! Das Erstaunliche ist, dass man das alles schon einmal gesehen aber es in meinen Augen noch nie so gut ineinandergegriffen hat, wie bei diesem Ausnahmespiel.

Team Ninja legte im Laufe des Jahres noch 2 DLCs nach (ein dritter soll noch folgen), die besonders beim Gegnerdesign noch einmal einen draufsetzten. Da kommen plötzlich durchgedrehte Streitwagen zum Einsatz, die Euch auffressen wenn ihr zu langsam seid. Ein wütender Donnergott zeigt Euch außerdem auf, dass Level 150 keinesfalls bedeutet, in der Welt von "Nioh 2" spazieren zu gehen.

Wer auch nur ein klein wenig frustresistent ist, in Videospielen gerne eine Herausforderung sucht und kein Problem damit hat, zig Waffen im Inventar zu vergleichen und auszusortieren, der sollte sich "Nioh 2" besorgen. Ihr werdet nie wieder etwas anderes spielen wollen.

Die Bosskämpfe, wie eben jener gegen diese Giftschlange, stellen definitiv die Highlights von "Nioh 2" dar. Dieses unglaublich geile Gefühle, mit zitternden Händen einen der mächtigen Widersacher gelegt zu haben, ist einfach das Aushängeschild für das Soulslike-Genre.
Die Bosskämpfe, wie eben jener gegen diese Giftschlange, stellen definitiv die Highlights von "Nioh 2" dar. Dieses unglaublich geile Gefühle, mit zitternden Händen einen der mächtigen Widersacher gelegt zu haben, ist einfach das Aushängeschild für das Soulslike-Genre.  © Sony Interactive Entertainment

Erics Lieblingsspiel: Destiny 2: Beyond Light

Okay, es mag kein eigenständiger Titel sein und das Hauptspiel ist auch schon drei Jahre alt. Und ja, es kamen in diesem Jahr einige gute Spiele raus: "Doom Eternal", "Ghost of Tsushima", "The Last of Us Part II", "Hades", "The Pathless", "Ghostrunner", "Cyberpunk", "Star Wars: Squadrons" und "Immortals Fenyx Rising" haben mir allesamt wahnsinnig viel Freude bereitet. Aber keines dieser Spiele hat 2020 so eine Rolle für mich gespielt wie "Destiny".

"Destiny 2" hat mich durch die erste Corona-Welle gebracht und es hat meinen Freundeskreis enger zusammenwachsen lassen, während wir Abstand bewahren sollten. Ich war immer ein Freund des guten, alten Splitscreen-Multiplayers. Mittlerweile weiß auch ich es zu schätzen, dass man sich online treffen und Zeit miteinander verbringen kann, ohne physisch beieinander zu sein. Allein dafür, dass "Destiny" mir und meinen Freunden das ermöglicht, muss ich es eigentlich schon als mein Lieblingsspiel nennen.

Aber damit nicht genug. Nein, da ist ja auch noch "Beyond Light", das mir aktuell genug Futter liefert, um auch die zweite Corona-Welle zu überstehen. Klar, ich kann verstehen, das nicht jede/r mit den Veränderungen zufrieden ist, der der neue, große DLC mit sich brachte (Mehr dazu in unserem Test). Aber ganz ehrlich: Ich finde sie klasse und für mich hätten sie sogar noch einen Schritt weitergehen können.

"Destiny" fühlt sich endlich mal wieder kompakt an. Der neue "Stase"-Fokus ist der Hammer und es gibt mehr als genug zu tun, zumindest meiner Meinung nach. Klar, "Beyond Light" ist nicht so groß geraten wie "Forsaken", aber Bungie arbeitet eben auch nicht mehr mit Activision zusammen. Sie haben das Beste abgeliefert, das sie abliefern konnten und das ist auch gut so.

Ich für meinen Teil habe derzeit mächtig Spaß mit "Destiny 2" und freue mich schon auf die nächsten DLCs.

"Destiny 2" hat Eric in diesem verrückten Jahr immer wieder begleitet. Deswegen hat er es als sein Lieblingsspiel erkoren.
"Destiny 2" hat Eric in diesem verrückten Jahr immer wieder begleitet. Deswegen hat er es als sein Lieblingsspiel erkoren.  © Bungie

Wir würden natürlich auch gern wissen, was Euer Lieblingsspiel des Jahres war. Schreibt es uns in die Kommentare bei Facebook. Wir sind gespannt zu erfahren, was Ihr so zockt.

Titelfoto: Montage: Sony Interactive Entertainment,

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