"What the Fork" im Test: Greift lieber zu "Overcooked"

Leipzig - Mit "What the Fork" versuchen sich die Indie-Entwickler "Bit2Good" an ihrer Version eines "Overcooked"-Klons. Statt als Koch Gerichte zuzubereiten, verladet Ihr darin als Gabelstapler Kisten. Klingt eigentlich ganz witzig, ist jedoch so unausgereift, dass wir die Switch schnell wieder weggelegt haben.

In "What the Fork" ist es Eure Aufgabe, als Gabelstapler Kisten zu verladen. Der Titel baut dabei auf dem Party-Spiel-Prinzip von "Overcooked 2", wirkt dabei jedoch äußerst unausgereift.
In "What the Fork" ist es Eure Aufgabe, als Gabelstapler Kisten zu verladen. Der Titel baut dabei auf dem Party-Spiel-Prinzip von "Overcooked 2", wirkt dabei jedoch äußerst unausgereift.  © Bit2Good

Bevor wir starten, sollte ich erst einmal klarstellen: Ich bin kein Riesen-Fan von "Overcooked 2". Das Spiel war gut, keine Frage, und es hat auch bei mir und meinen Freunden für einige aberwitzige Abende gesorgt. Mehr aber auch nicht. 

Am Ende ist und bleibt es eben nur ein Party-Spiel und hat für mich definitiv nicht den Sog, den beispielsweise ein "Doom", "Ghost of Tsushima" oder aktuell auch "Ghostrunner" entwickelt.

Der Grund für diese viel zu lange Rechtfertigung ist "What the Fork", der zweite "Overcooked 2"-Klon, den ich mittlerweile schon testen darf, aber den ich im Gegensatz zum Erstling "Cannibal Cuisine" in den nächsten Zeilen ziemlich verreißen werde.

Das soll an dieser Stelle auch nicht heißen, dass ich Klone nicht mag. Ich selbst zocke wahnsinnig gern Rogue-Likes, die sich auch alle ziemlich stark ähneln. Jedes erfolgreiche Spiel hat mittlerweile seine Klone, oder auch Rip-Offs und manche davon sind auch richtig gut! "Doom" hat "Quake", "Dark Souls" hat "Nioh", "The Surge" und unzählige weitere Vertreter und nun bekommt eben auch "Overcooked" seine Kopien. 

Wenn ein Spiel oder ein Spieltyp funktioniert, warum nicht weitere Versionen davon liefern (und als Spieler Zeit und Geld in sie investieren), wenn diese ebenso gut sind? Genau darin liegt jedoch das Problem bei "What the Fork".

Ihr macht nichts anderes, als Kisten zu stapeln

Die Steuerung ist hakelig, die Level wirken austauschbar und weil ihr ständig nur Kisten verladet, will auch nicht dieses aberwitzige Chaos aufkommen, das man aus dem Original kennt. In "What the Fork" fühlt es sich einfach nur wie Stress an.
Die Steuerung ist hakelig, die Level wirken austauschbar und weil ihr ständig nur Kisten verladet, will auch nicht dieses aberwitzige Chaos aufkommen, das man aus dem Original kennt. In "What the Fork" fühlt es sich einfach nur wie Stress an.  © Bit2Good

In "What the Fork" schlüpft Ihr in die Rolle eines Gabelstaplers. Als fiese Lieferdrohnen versuchen, Eure Firma zu übernehmen, ruft Euer Bürgermeister, Boss-Gabelstapler, einen Wettkampf aus, den Ihr natürlich gewinnen sollt: Wer kann mehr Kisten verladen?

Statt in die Küche geht es diesmal also in die Spedition. Ansonsten setzt "What the Fork" vollends auf die Elemente aus "Overcooked": Allein oder im Koop müsst Ihr stets unter Zeitdruck Aufgaben erfüllen, was mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad für immer mehr Chaos sorgt. Hat einmal funktioniert, möchte man sagen, dann klappt es doch auch nochmal.

Während das Konzept beim Original jedoch noch relativ spannend war, weil jeder Spieler andere Aufgaben erfüllen und man sich unglaublich oft absprechen musste, wirkt es bei "What the Fork" einfach nur noch ziemlich öde, denn: Im Grunde macht Ihr nichts anderes als Kisten zu verladen.

Okay, das mag für einen kurzen Moment vielleicht noch ganz spaßig sein. Das Spiel macht sich aber auch keine Mühe daraus, seine wenigen Elemente auf diese Art rüberzubringen. 

Warum wird hier denn nichts erklärt!?

Hinzu kommt eine hakelige Steuerung und teils unübersichtliche Kameraperspektiven. In diesem Level landeten unsere Kisten immer wieder hinter der Mauer in der Mitte und wir mussten ständig mit unserer Gabel herumstochern, um sie zu finden.
Hinzu kommt eine hakelige Steuerung und teils unübersichtliche Kameraperspektiven. In diesem Level landeten unsere Kisten immer wieder hinter der Mauer in der Mitte und wir mussten ständig mit unserer Gabel herumstochern, um sie zu finden.  © Bit2Good

Es gibt fast keine Tutorials dazu, wie etwas zu tun ist. Die erste Mission musste ich abbrechen und erstmal im Freifahrt-Modus (ohne Zeit) testen, um herauszufinden, wie ich Kisten aufnehme. Ich dachte, "Dark Souls" wäre nihilistisch, aber da wurde mir ja immerhin noch erklärt, wie ich mit meinem Schwert zuschlage.

Nach der Mission stehe ich dann wieder vor dem Gebiet (die Levelübersicht ist wie in "Overcooked" als Karte angelegt, auf der Ihr Euch bewegen könnt), da liegen plötzlich zwei grün leuchtende Kisten daneben.

Was mach ich damit, und wo sollen die hin? Wieder keine Erklärung. Nach etwas Rumgefahre entdecke ich einen Laster, der ebenfalls grün leuchtet. Na gut, dann bringe ich die Kisten da mal hin. Der Laster nimmt sie auf, plötzlich heißt es, ich hätte Geld für neue Gabelstapler gesammelt. Hätte man das nicht einfach in einer Textbox erläutern können!? Und so geht es im Grunde weiter.

Hinzu kommt bei "What the Fork" noch eine hakelige Steuerung. Die ist aber auch relativ egal, denn die Kisten müsst Ihr ohnehin nicht genau erwischen. Gefühlt reicht schon eine ungefähre Richtung, dann drückt Ihr "Y" (auf der Switch) und die Teile landen fast schon magnetisch auf Eurer Gabel. In den Laster werden sie dann gleich wie von Zauberhand verfrachtet. Einfach hinfahren, zack, drin. 

Klingt einfach? Ist es auch, solange die Kisten nicht hinter irgendwelchen Hindernissen verschwinden. Die Kameraperspektive ist so unvorteilhaft ausgesucht, dass Ihr dann erst einmal herumstochert, als hättet Ihr gerade Eure Brille verloren. 

Auf die unzähligen Ladebildschirme will ich gar nicht mehr eingehen.

Fazit:

Ripoffs von Spielen mögen okay sein, aber "What the Fork" hat mein Gabelstapler-Herz definitiv nicht für sich gewonnen. Ich kann verstehen, dass das Spiel einfach gehalten wurde, um auch jüngere Gamer anzulocken und so natürlich auch eine schnelle Runde zu ermöglichen. Wenn das allerdings das Ziel war, warum liefern die Entwickler dann keine Erklärungen, zumindest für die grundlegenden Elemente?

"What the Fork" wirkt aktuell noch ziemlich unausgereift. Die Idee ist ganz witzig, die Umsetzung ist es nicht. Greift lieber zum Original und spielt "Overcooked".

Titelfoto: Bit2Good

Mehr zum Thema Gaming:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0