Barack Obama, Kanye West und Co.: Twitter-Konten von unzähligen Promis gehackt

San Francisco - Unbekannten ist es am Mittwoch gelungen, Werbung für dubiose Kryptowährungs-Deals über Profile von Prominenten wie Ex-Präsident Barack Obama, US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden und Amazon-Chef Jeff Bezos sowie von Unternehmen wie Apple und Uber zu verbreiten. 

Unbekannten ist es gelungen, Werbung für dubiose Kryptowährungs-Deals über Twitter-Profile von Prominenten zu verbreiten.
Unbekannten ist es gelungen, Werbung für dubiose Kryptowährungs-Deals über Twitter-Profile von Prominenten zu verbreiten.  © Rick Bowmer/AP/dpa

Barack Obama, Elon Musk und Jeff Bezos versprachen plötzlich auf Twitter, ihnen zugeschickte Bitcoins doppelt zurückzuzahlen. 

Noch nie wurden so viele Prominenten-Accounts auf einmal missbraucht. Das wirft Fragen zu den Sicherheitsmaßnahmen von Twitter auf.

Wie genau der in seinem Ausmaß beispiellose Hack passieren konnte, blieb zunächst unklar. 

Viele der Twitter-Accounts wurden zeitweise gesperrt, waren aber kurze Zeit später ohne die betrügerischen Nachrichten wieder online. 

Twitter-Chef Jack Dorsey versprach eine schnellstmögliche Aufklärung.

Sobald die Firma "ein besseres Verständnis" von dem habe, was passiert sei, werde man die Öffentlichkeit so ausführlich wie möglich darüber informieren, erklärte der Unternehmensgründer Dorsey am Mittwochabend (Ortszeit) über Twitter. 

"Wir alle bedauern, dass dies passiert ist", schrieb er. "Ein harter Tag für uns bei Twitter."

Auch Bill Gates' und Elon Musks Twitter-Konten wurden gehackt

Angeblich sei ein Twitter-Insider für den Hack verantwortlich.
Angeblich sei ein Twitter-Insider für den Hack verantwortlich.  © Monika Skolimowska/ZB/dpa

Das Magazin "Vice" berichtete bereits in der Nacht zum Donnerstag kurz nach dem Vorfall, ein Twitter-Insider sei für den Hack verantwortlich gewesen.

Der Journalist Jason Koebler schrieb bei Twitter, er habe selbst mit einem Beteiligten gesprochen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig bestätigen.

Betroffen waren auch Twitter-Profile des früheren New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg, des Rappers Kanye West, des Microsoft-Gründers Bill Gates sowie des Tesla-Chefs Elon Musk.

In der über die Accounts verbreiteten Botschaft wurde versprochen, eingeschickte Bitcoins doppelt zurückzuzahlen.

Twitter hatte in der Vergangenheit immer wieder mal Probleme mit dem Kapern von Accounts - aber noch nie auf so breiter Front und bei so vielen prominenten Namen auf einmal.

Das Ausmaß der Attacke legt nahe, dass diesmal nicht wie bei früheren Fällen etwa eine mit Twitter-Accounts verknüpfte App ausgenutzt wurde - sondern direkt Systeme von Twitter betroffen sein könnten.

Noch nie wurden so viele Promi-Accounts auf Twitter auf einmal gehackt

Twitter-Chef Jack Dorsey versprach eine schnellstmögliche Aufklärung.
Twitter-Chef Jack Dorsey versprach eine schnellstmögliche Aufklärung.  © Francois Mori/AP/dpa

Die Accounts der Prominenten dürften mit komplexen Passwörtern sowie der sogenannten Zwei-Faktor-Authentifizierung geschützt sein, bei der zusätzlich noch ein frisch zugeschickter Code für die Anmeldung auf einem neuen Gerät erforderlich ist.

Dass es dennoch gelang, Nachrichten im Namen der Prominenten abzusetzen, wirft ernsthafte Fragen zu den Sicherheitsvorkehrungen von Twitter auf - insbesondere weniger als vier Monate vor der US-Präsidentenwahl. 

Der Account des US-Präsidenten Donald Trump, für den Twitter ein zentraler Kommunikationskanal ist, war am Mittwoch nicht betroffen.

Auf ein in den Twitter-Nachrichten genanntes Bitcoin-Konto wurde schnell Kryptowährung im Wert von über 100 000 Dollar eingeschickt.

Twitter hatte die Sicherheitsvorkehrungen weiter verschärft, nachdem Unbekannte vor knapp einem Jahr Nachrichten über den Account des Firmenchefs Jack Dorsey verbreitet hatten.

Der Dienst erklärte damals, seine Systeme seien nicht gehackt worden, aber eine Sicherheitslücke bei Dorseys Mobilfunk-Anbieter habe das Versenden der Tweets per SMS zugelassen.

Zuletzt gelang es Ende Januar einer Gruppe, die sich "OurMine" nennt, auf den Accounts mehrerer amerikanischer Football-Teams zu posten. Man habe damit zeigen wollen, "dass alles hackbar ist", hieß es damals.

Titelfoto: Monika Skolimowska/ZB/dpa

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