Eltern lassen Tochter im Glauben, sie wäre eine Hexe

Netz - Welches Kind würde nicht gern zaubern können? Das dachte sich wohl auch ein Elternpaar, das seine Tochter (7) glauben lässt, sie wäre eine Hexe.

Ein Elternpaar lässt ihre Tochter (7) glauben, sie hätte magische Kräfte.
Ein Elternpaar lässt ihre Tochter (7) glauben, sie hätte magische Kräfte.  © 123rf/ Kichigin Aleksandr

Auf Twitter machte ein Beitrag die Runde, in dem zwei Erziehungsberechtigte erzählen, wie sie ihr Kind seit dessen fünften Lebensjahr anlügen.

Damals fing die Familie damit an, die "Harry Potter"- Bücherreihe zusammen zu lesen.

Darin wird die titelgebende Figur auf ein Internat für Zauberer geschickt und erlebt fortan magische Abenteuer.

Seitdem glaubt ihre Tochter, dass die Fantasiewelt des beliebten Zauberlehrlings real und sie Teil des Ganzen sei.

"Sie ist fast acht Jahre alt und als ihre Fragen immer drängender wurden, haben wir die Illusion mit mehr Details über unsere Familiengenealogie und ihre Verbindung zu Buchfiguren, Geschichten über Zeiten, in denen wir Magie verwendeten und die Moral, die wir daraus gelernt haben, aufgebaut", erklären die Eltern ihre fragwürdige Erziehungsmethode.

Im Netz stieß die Geschichte auf viel Kritik, mit denen das Paar aber bereits gerechnet hat: "Bevor andere Eltern urteilen oder uns belehren wollen: Wir wissen, dass wir sie belügen und irgendwann wird sie enttäuscht sein und Vertrauensprobleme zu uns haben, wenn sie die Wahrheit erfährt."

Eltern erzählen ihrer Tochter, sie würde in Hogwarts aufgenommen werden

Autorin J.K. Rowling erschuf die Welt von "Harry Potter".
Autorin J.K. Rowling erschuf die Welt von "Harry Potter".  © Evan Agostini/Invision/AP/dpa

Dennoch halten sie an ihrer Lüge fest: "Wir rechtfertigen es damit, dass wir ihrer Kindheit Magie schenken und sie motivieren, ihr volles (magisches) Potenzial zu erreichen (da sie hart lernen muss, um in Hogwarts angenommen zu werden)."

Zudem sind beide der Meinung, dass ihre Erziehung einem Aufwachsen in einem religiösen Haushalt ähnelt.

Inzwischen wurde der Beitrag über 43.000-mal geliked. Trotzdem sind nur wenige der über 1000 Kommentare positiv.

"Im besten Fall verlässt dieses Kind seine Eltern und spricht nie wieder mit ihnen", hofft ein Nutzer.

"Ich bin christlich erzogen worden, aber meine Eltern haben mir nicht gesagt, dass ich ein Nachkomme von Jesus Christus bin", merkt ein anderer kritisch an.

"Anstatt deiner Tochter nur beizubringen, Bücher zu lieben, machst du ... das?", ist ein Kommentator empört.

"Das ist eine Form von emotionalem Missbrauch", ist ein anderer überzeugt.

Allerdings gibt es auch Verständnis für das Paar: "Was ist der Unterschied zwischen dem und der Aussage, dass der Weihnachtsmann echt ist?", will ein User wissen.

Am Ende entscheiden die Eltern selbst, was für ihre Tochter (hoffentlich) das Beste ist.

Titelfoto: 123rf/ Kichigin Aleksandr

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