Von innen aufgeschlitzt: Kühe verenden an Dosenschrott im Futter

Schwarzach - Mehrere Kühe eines Hofs im niederbayerischen Schwarzach haben innere Verletzungen erlitten - vermutlich wegen unachtsam weggeworfener Getränkedosen. 

Mehrere Kühe sind vermutlich durch das Fressen von Dosenschrott erkrankt und verendet.
Mehrere Kühe sind vermutlich durch das Fressen von Dosenschrott erkrankt und verendet.  © Irina Primbs/privat/dpa

"Irgendein Idiot hat letztes Jahr seinen Abfall an Dosen in einem unserem Getreideacker entsorgt", klagte Landwirtin Irina Primbs auf Facebook

Die Metallreste seien beim Mähen ungewollt in das Futter gelangt und hätten die Tiere wahrscheinlich von innen aufgeschlitzt. Zuerst hatte die "Passauer Neue Presse" darüber berichtet.

Eine Kuh mit ihrem ungeborenen Kälbchen sei deshalb schon an einer Bauchfellentzündung verendet, erzählte die Landwirtin. Eine andere Kuh müsse noch eingeschläfert werden, zwei weitere Kühe hätten ebenfalls Symptome. "Wir können nichts dagegen tun", meinte Primbs. "Eine Kuh hat keinen Reißverschluss, den wir einfach aufmachen können, um die Blechdosen zu entfernen."

Beim Mähen werde das Gras schon auf magnetische Metallsplitter untersucht. Sicherheitshalber sollen jetzt auch alle 230 Tiere im Stall einen sogenannten Käfigmagneten bekommen. Dabei werde ein kleiner Magnet über die Speiseröhre in die Kuh eingeführt, der alle magnetischen Teile wie Nägel anziehen und unschädlich machen soll. 

"Aber das wird bei Aluminiumdosen alles nicht helfen, die sind nämlich nicht magnetisch", befürchtet die Landwirtin.

"So tragisch dieser Fall auch ist, sind uns derzeit keine weiteren akuten Vergleichsfälle bekannt", teilte Markus Drexler vom Bayerischen Bauernverband mit. Doch es komme immer wieder vor, dass spitze Gegenstände die Magenwand durchstechen und die Tiere daran verenden, bestätigte Ingrid Lorenz, Leiterin des Rindergesundheitsdiensts in Bayern. "Rinder fressen erstmal alles - selbst Nägel, Plastiktüten oder eben Dosen."

Titelfoto: Irina Primbs/privat/dpa + Facebook/Irina Primbs

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