Frau nach Blutabnahme von Mediziner auf Instagram angegraben

Netz - Darf man(n) das? Wie eine Frau auf Twitter berichtete, wurde sie nach einem Bluttest im Krankenhaus von dem zuständigen Mediziner auf Instagram angeschrieben und um ein Date gebeten.

Darf man das? (Symbolbild)
Darf man das? (Symbolbild)  © 123Rf/olegdudko

Die unorthodox Nachricht lautete: "Das mag ein bisschen merkwürdig sein, aber ich habe letztens den Bluttest bei dir im Krankenhaus gemacht und ich dachte, du siehst gut aus und wirkst nett, also versuche ich hier meinen Schuss."

Den Namen der Twitter-Userin, die sich "Anna" nennt, hatte der Mediziner vermutlich aus ihrer Patientenakte

Anschließend recherchierte er wohl ein bisschen nach der Angebeteten, fand sie auf Instagram und startete seinen "Anmach-Versuch". 

Ein "Schuss", der ordentlich daneben ging. 

Ihre Reaktion war dementsprechend weniger positiv. Sie veröffentlichte einen Screenshot der Nachricht auf Twitter und schrieb dazu: "Hallo HR (Personalabteilung) bist du das."

Es war ein beunruhigender Eingriff in ihre Privatsphäre, so Anna im weiteren Verlauf.

Twitter-User sind schockiert

Die Reaktionen der Twitter-User reichten von amüsiert bis geschockt und empört. Die einen meinten, es sei doch ein netter Flirt-Versuch gewesen, schließlich blieb er ja höflich! Andere kritisierten den unmoralischen verknallten Narren.

  • Ich halte es nicht für richtig, aber ich glaube auch nicht, dass es sich lohnt, ihn zu entlassen. Du musst ihm klarmachen, dass du ihn dafür anzeigen könntest, und er muss darüber nachdenken, wie sehr er seine Arbeit schätzt. Der Kerl braucht einen Realitätscheck und keine völlige Zerstörung seiner Zukunft. X
  • Mädchen, er wird deswegen seinen Job verlieren ://///
  • Es ist nicht angemessen, was er getan hat, aber er hat dich kaum verletzt, er ist einfach über das Ziel hinausgeschossen und ein bisschen dumm gewesen. (...)
  • Wie kann ihn jemand verteidigen? Er hat buchstäblich ihre Krankenakte genommen und sie online nachgeschlagen, um zu versuchen, sie zu daten. (...) Die Leute, die dafür sorgen sollen, dass man sich sicher fühlt usw., und sie machen solche Sachen.
  • Ich habe nicht das Gefühl, dass daran etwas falsch ist, der Kerl ist nett, ob du es nun gruselig findest oder nicht. Es ist nicht nötig, den Kerl so bloßzustellen. (...)
  • Die Tatsache, dass (Leute) dies nicht als falsch ansehen, beunruhigt mich. Er hat nicht nur den Datenschutz seiner Patienten verletzt, er hat auch ihre Informationen zu seinem persönlichen Vorteil missbraucht. Was, wenn er ihr wiederkehrender Arzt gewesen wäre, er hätte die Grenze zwischen beruflich & persönlich völlig verwischt.
  • Sieh es einfach als Kompliment an, dass der Typ dich um ein Date bitten wollte. Entweder ja oder nein, es gibt keinen Grund für die dummen Rufe, ihn zu entlassen.

Die beiden haben inzwischen miteinander gesprochen und die Sache geklärt, twitterte Anna kurze Zeit später. Dass er seinen Job verliert, wolle sie nicht. 

Und was wurde aus dem kuriosen Flirtversuch?

Gefeuert wurde der liebeshungrige Mediziner nicht. Dafür wisse er jetzt genau, was er falsch gemacht habe, so Anna. Sie hat nach eigener Aussage schon sehr schlimme Erfahrungen mit belästigenden Nachrichten gemacht.

Auch wenn die Anmache des Mediziners von manchen Usern sogar eher als "süß" denn als "belästigend" empfunden wurde, gelte: Wenn die Angesprochene sich davon bedrängt fühle, habe man das nun mal zu respektieren und zu akzeptieren.

Mehr als 13.000 Mal wurde der Tweet geteilt. 

Den spontanen viralen Erfolg nutzte Anna dann am 17. August für etwas Positives. Mit dem Satz "Wo ihr schonmal hier seid" verlinkte sie die Seite "Ways to Help" der Black Lives Matter Bewegung.

Auch auf die Problematik in Beirut machte sie später mit ihrer enormen Reichweite aufmerksam. 

Titelfoto: Screenshot/Twitter/_annarebecca, 123RF/olegdudko

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