"Sextortion": So läuft die widerliche Masche mit den Nacktbildern ab!

Konstanz - Nachdem eine Teenagerin mit Nacktfotos erpresst wurde, warnt die Polizei vor sogenannter "Sextortion".

Die meisten Opfer von "Sextortion" sind Männer. (Symbolbild)
Die meisten Opfer von "Sextortion" sind Männer. (Symbolbild)  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Anlass ist der Fall einer 17-Jährigen. Die Jugendliche hatte nach Angaben der Polizei im Januar über Instagram einen jungen Mann kennengelernt. 

"Nach einiger Zeit überredete er sie freizügige Fotos von sich zu machen und diese ihm zu schicken", schreiben die Beamten. Doch: "Als der junge Mann ihr unaufgefordert Fotos seines erigierten Penis und einen Videoclip mailte, in welchem er sich selbst befriedigte, brach sie den Kontakt zu dem Jungen ab und blockierte ihn."

Das wollte ihre Internetbekanntschaft nicht auf sich sitzen lassen. Der Mann drohte ihr: Sollte sie die Blockierung nicht aufheben, würde er ihre Bilder im Internet verbreiten. 

Dies geschah dann einige Tage später tatsächlich, weshalb sich die junge Frau an die Polizei wandte.

So funktioniert die "Sextortion"-Masche

Die Beamten gehen davon aus, dass es eine höhere Dunkelziffer bei der sogenannten "Sextortion" (vom englischen Wort "extortion", also Erpressung) gibt und bittet auf folgendes zu achten:

  • Seid zurückhaltend mit der Veröffentlichung persönlicher Daten wie etwa Anschrift oder Geburtsdatum und mit Auskünften über Euren Arbeitgeber
  • Bevor Ihr etwas online stellt: Fragt Euch immer, ob andere das wirklich über Euch wissen sollten
  • Achtet auf die Privatsphäre-Einstellung in den sozialen Netzwerken und in Messengerdiensten
  • Stellt keine anzüglichen Fotos von Euch ins Internet (z. B. mit Dessous und in aufreizenden Posen)
  • Seid vorsichtig mit der Weitergabe von erotischem Bildmaterial, auch an Eure aktuellen Partner. Diese könnten nach Ende der Beziehung weiterverbreitet werden

Beim "Sextortion" lernt der Betroffene zunächst eine fremde Person über ein soziales Netzwerk oder eine Dating-Plattformen kennen. Zu Beginn kommunizieren sie lediglich miteinander.

Zielsetzung ist laut Polizei, das potentielle Opfer dazu zu überreden, sich vor seiner Webcam auszuziehen und sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen. Dabei zeichnen sie diese sexuellen Handlungen auf und drohen im Anschluss daran, dieses Video oder Bild im Internet zu veröffentlichen, falls ein geforderter Geldbetrag nicht gezahlt würde.

Wichtig: "Sextortion" betrifft Männer und Frauen. Dennoch sind die meisten Opfer männlich. Die Drahtzieher sind häufig in Banden organisiert und agieren aus dem Ausland.

Titelfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

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