Twitter geht jetzt noch stärker gegen Fake-News vor

San Francisco (USA) - Twitter hat genug davon, dass sich Fake-News wie Lauffeuer verbreiten und startet deshalb eine Kampagne, die zu mehr Aktivität anregt.

Nachrichten auf Twitter zu retweeten ist künftig mit mehr Aufwand verbunden (Symbolbild).
Nachrichten auf Twitter zu retweeten ist künftig mit mehr Aufwand verbunden (Symbolbild).  © Unsplash/Claudio Schwarz | @purzlbaum

"Artikel können auf Twitter leicht viral gehen", weiß Suzanne Xie, Director of Product Management bei Twitter. "Dies kann schädlich für einen fundierten Meinungsaustausch sein, besonders wenn Nutzer nicht gelesen haben, was sie gerade twittern."

Die Twitter-Expertin erklärte, dass viele Personen nur Überschriften lesen würden und somit nicht wissen, was sich hinter einem Link verbirgt, den die entsprechenden Nutzer teilen wollen, beispielsweise durch sogenannte Retweets.

"Daher haben wir einen Hinweis getestet, um die Leute dazu zu animieren, Nachrichten vor dem Teilen zu lesen", so Xie weiter. Ein kleines Pop-Up-Fenster fragte die User nun, ob sie den Link wirklich ohne ihn selbst geöffnet zu haben teilen wollen.

Das Ergebnis: "Nutzer öffnen entsprechende Artikel vor dem Retweeten häufiger, was wiederum zu einer fundierteren und überlegteren Kommunikation beiträgt", erklärte die Product Managerin.

40 Prozent der zum Test ausgewählten Leute reagierten im Twitter-Test auf den Hinweis und lasen den Inhalt hinter dem Link, während sich sogar bei 33 Prozent der Tester ein langfristiger Effekt einstellte und diese Nachrichten regelmäßig vor dem Teilen öffneten.

So sieht die neue Nachrichten-Warnung auf Twitter aus

Der Kurznachrichtendienst erklärte weiter, dass nur Links zu Nachrichtenseiten berücksichtigt würden. Auch werde nur erfasst, ob der entsprechende Beitrag innerhalb der letzten sieben Tage über Twitter geöffnet wurde, sodass der Hinweis beim Teilen nicht erscheint.

Nicht erfassen kann das soziale Netzwerk, ob der Beitrag in einer App des herausgebenden Mediums gelesen wurde oder beispielsweise im Browser auf dem Handy oder Computer.

Zudem sei das Lesen des Inhalts nicht notwendig, um den Tweet absetzen zu können. Der Hinweis ließe sich demnach einfach wegtippen.

Ob diese Maßnahme nun wirklich zu "fundierteren und überlegteren" Unterhaltungen im Netz führt, bleibt abzuwarten. Die Funktionen soll in Kürze allen Nutzern zur Verfügung stehen.

Titelfoto: Unsplash/Claudio Schwarz | @purzlbaum

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