Vorsicht: Onlineportal aus Übersee zockt Deutsche ab, die die Seite gar nicht nutzen!

Ajeltake (Marshallinseln) - Vorsicht vor diesem Foto-Portal! Ein Unternehmen von den Marshallinseln, einem Inselstaat in Ozeanien, betreibt ein Internet-Forum für Fotografen und zockt jetzt deutsche "Nutzer" ab, auch wenn diese gar nicht dort registriert sind.

"Fotocommunity.to" versucht offenbar ahnungslose Deutsche abzuzocken.
"Fotocommunity.to" versucht offenbar ahnungslose Deutsche abzuzocken.  © Screenshot/fotocommunity.to

Ein Mann aus Niedersachsen bekam kürzlich drastische Post aus dem fernen Inselstaat. Er solle viel Geld zahlen, um ein drohendes Inkassoverfahren abzuwenden.

Er hätte sich bereits vor Jahren auf der Website des Fotografie-Portals "fotocommunity.to" registriert und dort eine kostenpflichtige Mitgliedschaft abgeschlossen.

Angeblich zahlte der Niedersachse seitdem 38 Rechnungen der Firma "Media-Community Corporation", schrieb die Firma von den Marshallinseln. 

Trotzdem hätte sich ein Rechnungsbetrag in Höhe von 144 Euro (zuzüglich fünf Euro Mahngebühr) angesammelt. Diese Forderung will das Unternehmen nun an Inkasso 24 abtreten, so er nicht binnen einer Woche zahlt. 

"Diese Kosten werden den Betrag leider um ein Vielfaches übersteigen", heißt es in dem Droh-Brief. "So bekommen wir unser Geld sofort und die Angelegenheit ist für uns damit risikofrei erledigt."

Doch bei Inkasso 24 kennt man die Firma aus Übersee gar nicht. Geld werden Frank Dietel, Vorstand der Inkasso 24 AG, und sein Team definitiv nicht eintreiben, teilten sie mit.

Inkasso 24 AG wehrt sich gegen Abzock-Briefe

Frank Dietel von Inkasso 24 vor seinem Firmensitz.
Frank Dietel von Inkasso 24 vor seinem Firmensitz.  © meeco Communication Services

"Wir sind durch Anrufe wütender Bürger überhaupt erst auf diese Aktion aufmerksam geworden", erklärt der Inkasso-Firmen-Vorstand.

Der Niedersache erklärte Dietel, "dass er noch nie was von dem Unternehmen 'fotocommunity.to' gehört und schon gar nicht einen angeblichen Vertrag seit 2013 mit diesem abgeschlossen hat", führt Dietel aus.

Der Mann, der seinen Namen nicht in den Medien lesen will, übermittelte daraufhin an den ahnungslosen Dietel das Schreiben. "Es sah definitiv sehr echt aus", erklärt dieser.

Doch auf den zweiten Blick finden sich Formulierungsfehler, unvollständige Datum-Angaben und nur eine allgemeine Anrede. Weiterhin ist die Möglichkeit einer Bezahlung per PayPal fragwürdig. 

Auf der Rückseite stehen zudem viele Hinweise an den angeblichen Schuldner. Diese geben vor, dass das Unternehmen absolut im Recht sei und dieses durchsetzen würde. Unterschrieben wurde der Brief nicht. 

Das Schreiben gab sogar eine angebliche E-Mail-Adresse von Inkasso 24 an. Dabei wurde die Domain des Inkasso-Büros um ein Zusatz erweitert. So sollte suggeriert werden, wirklich an Frank Dietel und sein Team zu schreiben. Doch die digitale Post wäre wieder bei den Betrügern gelandet.

So war alles hinter dem @-Zeichen gefälscht: "Diese Domain hat tatsächlich jemand beantragt", erklärt Frank Dietel. "Allerdings wurde diese zwischenzeitlich von der zentralen deutsche Registrierungsstelle gesperrt." 

Und weiter: "Ein eindeutiger Hinweis auf Betrug!"

Dieses Schreiben versandt die Firma von den Marshallinseln an scheinbar willkürlich ausgewählte Deutsche. Auf der Rückseite finden sich zahlreiche Hinweise, die den angeblichen Schuldner unter Druck setzen.
Dieses Schreiben versandt die Firma von den Marshallinseln an scheinbar willkürlich ausgewählte Deutsche. Auf der Rückseite finden sich zahlreiche Hinweise, die den angeblichen Schuldner unter Druck setzen.  © meeco Communication Services

Inkasso-Firma rät, nicht zu zahlen

Frank Dietel erklärt weiter, dass seine Firma, die bereits seit 20 Jahren am Markt ist und mehrere Büros in ganz Deutschland betreibt, nur seriöse Kunden annimmt. "Wir sind grundsätzlich nur an langfristigen Geschäftsbeziehungen interessiert", sagt Dietel. 

Aktionen wie solche einmaligen Abzocken kommen daher nicht infrage. "Schließlich sind wir nicht bereit, unseren guten Ruf aufs Spiel zu setzen", betont er dabei.

Betroffenen rät er nun dazu, das Schreiben zu ignorieren: "Wir können jeden nur davor warnen, die geforderte Summe zu bezahlen." Am besten erstatten Opfer der miesen Masche eine Anzeige wegen Betrugs bei der Polizei.

Titelfoto: meeco Communication Services

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