Während des Live-Streams: Polizei stürmt Wohnung bei Youtube-Show

Nürnberg/Berlin - Der Youtuber Andreas Noack geriet während eines Live-Streams inmitten einer polizeilichen Durchsuchung. Am Mittwochabend stand er - wie so oft in seinen Videos - vor der Kamera, als plötzlich eine zweite Person in dem Raum (die sich offenbar vor allem um den technischen Ablauf kümmerte) den Youtuber mit dem Schlagwort "Polizei!" aus dem Konzept brachte.

Die Polizei stürmt während einer Live-Übertragung des Youtubers Andreas Noack die Wohnung.
Die Polizei stürmt während einer Live-Übertragung des Youtubers Andreas Noack die Wohnung.  © Screenshot/Youtube/

Kurz darauf hörte man die Beamten vor der Türe. Sie forderten auf, die Tür zu öffnen und fingen an, diese dann aufzubrechen. Noack selbst forderte seinen Helfer nach kurzer Zeit auf: "Mach mal bitte auf", und wandte sich dann an einen zugeschalteten, jedoch nicht sichtbaren, Gesprächspartner: "Die Polizei ist da. Ich weiß auch nicht, was los ist."

Kurz darauf stürmte ein bewaffneter Beamter ins Bild: "Polizei, ich will die Hände sehen. Auf den Boden, auf den Boden runter. Beide", brüllte der Beamte in den Raum. Kurz darauf wurden die beiden Live-Streamer nach Namen und möglichen Waffen, die sich bei sich tragen könnten, befragt.

Ein weiterer Beamter ging dann zu dem Computer, um die Live-Übertragung zu beenden. Knapp vier Minuten des insgesamt gut 46 Minuten langen Videos wurden die Zuschauer Zeugen des Zugriffs.

Andreas Noack stellt in seinen Videos oft fragwürdige Theorien auf. Beispielsweise, dass jede Gesellschaft untergegangen sei, die nicht mehr an Gott geglaubt habe und nun Führungsmächte den Menschen Gott vorenthalten wollen, damit auch sie untergehen und dadurch besser kontrolliert werden können.

In seinen oft sehr kryptisch verfassten Videos spricht er darüber, wie - seiner Auffassung nach - Gehirnwäsche an Menschen vollzogen wird, künstlich Schuld und Sünde auf Menschen geladen werde, die Politik ein System Künstlicher Intelligenz als Regierung etablieren will und behauptet, dass die von Politik und Medien verbreiteten Inhalte alle einem "logischen Irrtum" unterliegen würden, für die es keine Indizien und Belege gäbe.

Einsatz soll nichts mit Corona-Kritik zu tun haben

Entsprechend ist auch seine Einstellung zu den Corona-Schutzmaßnahmen, die er vehement kritisiert und sie als Mittel zur Bevölkerungskontrolle und Angstverbreitung bezeichnet. Darum vermuten einige seiner Follower auch, dass es darum zu dem Polizeieinsatz gekommen wäre - weil er nicht die Meinung des Staates wiedergeben würde.

Eine Polizeisprecherin machte jedoch deutlich, dass sich der Einsatz gar nicht auf den Betreiber des Streams selbst gerichtet habe sondern auf eine weitere Person. Zudem gäbe es keinen Zusammenhang zum Thema "Corona". Laut eines Sprechers der Generalstaatsanwaltschaft Berlin gehe es "wahrscheinlich" um Betäubungsmittel. Nähere Informationen gab es bisher noch nicht.

Titelfoto: Screenshot/Youtube/

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