Luca-App wird umgebaut! Das soll künftig mit ihr möglich sein

Berlin - Als Anwendung zum Eindämmen der Coronavirus-Pandemie hat die teils heftig umstrittene Luca-App offiziell ausgedient. Sie ist allerdings weiter auf Millionen Smartphones installiert. Finanzinvestoren sehen großes Potenzial.

Die Luca-App war im Jahr 2020 zum Eindämmen der Coronavirus-Pandemie gestartet worden, hat inzwischen in diesem Bereich aber ausgedient.
Die Luca-App war im Jahr 2020 zum Eindämmen der Coronavirus-Pandemie gestartet worden, hat inzwischen in diesem Bereich aber ausgedient.  © Marcus Brandt/dpa

Die Macher haben in einer entsprechenden Finanzierungsrunde deshalb rund 30 Millionen Euro eingesammelt, um die Anwendung in eine Bezahl-Applikation für die Gastronomie und darüber hinaus auch den Kultur-Betrieb umzubauen.

Zu den Risikokaptitalgebern für die Culture4Life GmbH gehören die Unternehmen Target Global, The Delta und embedded/capital. Dies teilte die Betreibergesellschaft am Donnerstagmorgen in Berlin offiziell mit. Mit der Finanzierungsrunde übernimmt der FinTech-Unternehmer Julian Teicke (Gründer und Chef des Berliner Start-ups Wefox) demnach den Vorsitz im Verwaltungsrat.

Nach Angaben des Geschäftsführers von Culture4Life, Patrick Hennig, sei auch der Musiker Smudo (54, bürgerlich Michael Bernd Schmidt) weiterhin an der Firma beteiligt. Der Rapper der Band "Die Fantastischen Vier" hatte die App mitentwickelt. Wie Hennig sagte, soll diese mithilfe der neuen Investoren weiterentwickelt werden.

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Am Montag hatte Hennig mitgeteilt, dass das Luca-System bis auf Weiteres keine Kontaktdaten zur Eindämmung der Corona-Pandemie mehr erfassen werde, weil die Verträge mit den Bundesländern Ende des Monats März ausgelaufen seien.

Die Funktion könne jedoch bei Bedarf wieder aktiviert werden.

Luca-App stand unter anderem wegen zentraler Datenspeicherung heftig in der Kritik

Die Luca-App war im Jahr 2020 gestartet worden, um die in den meisten Infektionsschutzverordnungen vorgeschriebene Erfassung der Kontaktdaten von Restaurantgästen und Event-Besuchern möglichst datenschutzfreundlich und effizient zu erledigen. An dem Luca-System hatte sich allerdings immer wieder heftige Kritik entzündet.

Die Luca-Skeptiker störten sich vor allem am Konzept einer zentralen Datenspeicherung. Kritiker wie der Chaos Computer Club (CCC) warnten vor einem Missbrauch der Datenbestände, die über das Luca-System eingesammelt werden.

Das von den zahlreichen Kritikern bemängelte Luca-Verschlüsselungssystem hielt zwar Angriffen stand, die Luca-Macher konnten allerdings nicht verhindern, dass in einem Fall die Polizei in Mainz die Daten von Gästen widerrechtlich über das Gesundheitsamt abfragen ließ, um eine mögliche Straftat aufzuklären.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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